Verpackungslexikon · Recht & Nachhaltigkeit

Lebensmittelkontaktmaterialien: Rahmen, Materialgruppen und Nachweise für Verpackungen

Lebensmittelkontaktmaterialien (englisch Food Contact Materials, kurz FCM) sind alle Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen: Dose, Folie, Karton, Glas, aber auch Lack, Klebstoff und Druckfarbe. Für sie gilt die Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004, unabhängig davon, ob es für das Material eine Einzelmaßnahme gibt.

  • Ein Rahmen für alles: Die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 gilt für alle Lebensmittelkontaktmaterialien, auch ohne EU-Einzelmaßnahme
  • Erklärung nicht überall Pflicht: Zwingend EU-weit nur dort, wo eine Einzelmaßnahme sie verlangt, zum Beispiel bei Kunststoff; Nachweisunterlagen braucht jedes Material
  • Endprodukt zählt: Nachweise müssen den fertigen Aufbau samt Lack, Druck, Kleber und Verschluss abdecken, nicht nur die Rohfolie

Antwort auf Ihre Anfrage innerhalb von 48 Stunden. NDA auf Wunsch.

Lebensmittelkontaktmaterialien im Überblick: Metalldose, Glas mit Deckel, Pappröhre und Folienbeutel nebeneinander auf einem hellen Tisch
17Materialgruppen in Anhang I
IFS Food · EU-Bio
17Materialgruppen in Anhang I
der Rahmenverordnung
16.09.2026Stichtag für Kunststoff-Erklärungen
nach Verordnung (EU) 2025/351
2getrennte Erklärungen:
Lebensmittelkontakt und PPWR
48 hbis zur Antwort
auf Ihre Anfrage

01 · Definition

Was sind Lebensmittelkontaktmaterialien?

Lebensmittelkontaktmaterialien sind nicht nur die Verpackung selbst: Auch Lack, Kleber, Druckfarbe und Verschlussdichtung zählen dazu, sobald sie für den Kontakt mit Lebensmitteln bestimmt sind.

Die Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 gilt für alle Lebensmittelkontaktmaterialien, ob eine EU-Einzelmaßnahme existiert oder nicht. Anhang I nennt 17 Materialgruppen, für die Einzelmaßnahmen erlassen werden können: unter anderem Kunststoffe, Metalle und Legierungen, Papier und Karton, Glas, Keramik, Lacke und Beschichtungen, Klebstoffe und Druckfarben.

Für Einkäufer heißt das: Jede Schicht und jedes Bauteil, das Ihr Füllgut berühren kann, ist ein eigenes Thema. Eine Dose besteht aus Blech, Innenlack, Außenlack, Deckel und Dichtung, ein Beutel aus mehreren Folien, Klebstoff und Druckfarbe.

Lebensmittelkontaktmaterialien im Steckbrief
MerkmalAussage
RahmenVerordnung (EG) Nr. 1935/2004
HerstellungGute Herstellungspraxis, Verordnung (EG) Nr. 2023/2006
Einzelmaßnahmenunter anderem Kunststoff, recycelter Kunststoff, Bisphenole
Ohne EU-Einzelmaßnahmezum Beispiel Papier, Metall, Glas, Druckfarben, Klebstoffe, Lacke
NachweisErklärung oder Nachweisunterlagen, je nach Material

02 · Rechtsrahmen

Der Rechtsrahmen für Lebensmittelkontaktmaterialien

Artikel 3: Sicherheit

Lebensmittelkontaktmaterialien sind nach guter Herstellungspraxis so herzustellen, dass sie unter normalen oder vorhersehbaren Bedingungen keine Bestandteile in gesundheitsgefährdenden Mengen abgeben. Weitere Kriterien betreffen Zusammensetzung und Sinneseigenschaften des Lebensmittels.

Artikel 15: Kennzeichnung

Noch nicht benutzte Materialien tragen die Angabe „Für Lebensmittelkontakt“ oder das Glas-Gabel-Symbol, sofern ihre Bestimmung nicht eindeutig ist. Angaben zu Hersteller und Rückverfolgbarkeit kommen hinzu.

Artikel 16: Erklärung

Einzelmaßnahmen schreiben eine Konformitätserklärung vor. Unabhängig davon müssen Nachweisunterlagen vorliegen und den Behörden auf Verlangen vorgelegt werden können.

Artikel 17: Rückverfolgbarkeit

Jeder Unternehmer muss mindestens wissen, von wem er Material bezogen und an wen er es abgegeben hat: eine Stufe zurück, eine Stufe vor.

Ergänzt wird der Rahmen durch die Verordnung (EG) Nr. 2023/2006 zur Guten Herstellungspraxis. Sie gilt seit dem 1. August 2008 für alle Stufen der Herstellung, Verarbeitung und Verteilung, ausgenommen die Herstellung der Ausgangsstoffe. Verlangt werden ein Qualitätssicherungssystem, ein Qualitätskontrollsystem und eine Dokumentation in einer dem Betrieb angemessenen Form. Ein eigenes Zertifikat schreibt die Verordnung nicht vor; die Gute Herstellungspraxis nach dieser Verordnung ist etwas anderes als ein Audit nach ISO 22000 oder IFS.

03 · Materialgruppen

Lebensmittelkontaktmaterialien mit und ohne Einzelmaßnahme

Für einige Gruppen von Lebensmittelkontaktmaterialien hat die EU eine Einzelmaßnahme erlassen, die Stoffzulassung, Grenzwerte und eine Konformitätserklärung festlegt. Für die übrigen gelten Rahmenverordnung, Gute Herstellungspraxis und nationales Recht, in Deutschland die Bedarfsgegenständeverordnung und, für Papier, Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung.

Welche Regeln gelten für welches Material?
MaterialEU-EinzelmaßnahmeWas zusätzlich gilt
Kunststoff (Folie, Deckel, Dichtung, Liner)ja: Verordnung (EU) Nr. 10/2011Unionsliste, Gesamt- und spezifische Migration, Erklärung nach Anhang IV
Recycelter Kunststoffja: Verordnung (EU) 2022/1616zugelassenes Verfahren, EU-Register, Erklärung des Recyclers
Papier, Karton, Pappeneinin Deutschland BfR-Empfehlung XXXVI, kein Gesetz
Metall mit LackneinRahmenverordnung; für Bisphenole Verordnung (EU) 2024/3190
GlasneinRahmenverordnung; Verschluss und Dichtung getrennt bewerten
Druckfarben, KlebstoffeneinAnhang der Verordnung (EG) Nr. 2023/2006 für Druckfarben; in Deutschland Positivliste für Druckfarben-Ausgangsstoffe ab 01.01.2027

Keine Erklärungspflicht heißt nicht: keine Nachweise. Auch für Papier, Metall oder Glas müssen Unterlagen vorliegen, die die Einhaltung des Artikels 3 belegen. Die Verordnung (EU) 2024/3190 gilt dagegen für alle Gruppen und verlangt auf allen Stufen außer dem Einzelhandel eine Erklärung, siehe BPA und Bisphenole. Zu Mineralöl im Recyclingkarton lesen Sie MOSH und MOAH, zu Verschluss und Dichtung bei Gläsern Glasverpackung.

Querschnitt eines Folienbeutels mit Siegelschicht, Barriereschicht, Kaschierkleber und Druckfarbe als Schichtaufbau
Schichtaufbau eines Folienbeutels: Druckfarbe, Kleber, Barriere und Siegelschicht sind je eigene Themen

Ein mehrschichtiger Aufbau bringt mehrere Rechtsfragen mit. Die Siegelschicht berührt das Füllgut, Kleber und Druckfarbe liegen dahinter. Ob eine Schicht dahinter noch relevant ist, hängt davon ab, ob eine funktionelle Barriere den Übergang verhindert, siehe Migration und NIAS. Mehr zum Aufbau: Verbundfolie und Monomaterial. Wie gut ein Aufbau Sauerstoff und Wasserdampf zurückhält, ist eine andere Frage, siehe OTR und WVTR.

04 · Lieferkette

Konformitätsarbeit entlang der Lieferkette

Folienrollen, Dosenrohlinge und Kartonhülsen in einer Packmittelhalle als Stationen der Lieferkette
Von der Folienrolle zur Verpackung: jede Stufe der Lieferkette reicht Informationen weiter

Konformitätsarbeit für Lebensmittelkontaktmaterialien heißt vor allem Informationsarbeit. Der Hersteller eines Materials weiß, welche Stoffe er verwendet hat; der Abfüller weiß, welche Temperaturen und Füllgüter vorkommen. Erst wenn beide Seiten ihre Angaben weiterreichen, lässt sich die Konformität des fertigen Packmittels beurteilen.

Das Recht der Lebensmittelkontaktmaterialien wird nicht an einer Stelle erledigt. Jede Stufe liefert dem Nachfolger die Informationen, die er für seine eigene Konformität braucht.

Ausgangsstoffe

Der Hersteller von Rohstoffen und Zwischenprodukten liefert Spezifikation und Informationen zu Beschränkungen. Bei Kunststoff dürfen nur Stoffe der Unionsliste absichtlich verwendet werden.

Materialhersteller

Folie, Lack, Karton oder Blech entstehen unter Guter Herstellungspraxis. Hier entstehen Prüfberichte und die Erklärung oder Nachweisunterlagen zum Material.

Packmittelverarbeiter

Aus dem Material wird Dose, Beutel oder Schachtel. Druck, Kaschierung, Kleber und Verschluss kommen hinzu. Die Erklärung muss den fertigen Aufbau abdecken.

Abfüller und Verwender

Wer abfüllt, prüft, ob Füllgut und Prozess zu den erklärten Bedingungen passen: Temperatur beim Befüllen, Siegelbedingungen, Lagerdauer. Wo der Prozess die erklärte Konformität verändern kann, ist das mit dem Lieferanten zu klären.

Inverkehrbringer

Die Marke bringt das verpackte Produkt auf den Markt. Welche Rolle sie nach der PPWR hat, wird je Projekt festgelegt, siehe Erzeuger und Hersteller.

Bei Kunststoff liefert die Erklärung nach Anhang IV der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 dem Nachfolger die nötigen Angaben: Identität des Materials, bestätigte Konformität, Beschränkungen, Angaben zu nicht absichtlich zugesetzten Stoffen, höchstes Verhältnis von Kontaktfläche zu Volumen und Verwendungsbedingungen. Seit der 19. Änderung, Verordnung (EU) 2025/351, gelten die neuen Anforderungen für Kunststoff ab dem 16. September 2026 für alles, was in Verkehr kommt.

05 · Entscheidung

Welche Nachweise für welches Material?

Nachweise für Lebensmittelkontaktmaterialien je Material (Rechtsstand 05.10.2026, ohne Gewähr)
MaterialErklärungWeitere NachweiseGrundlage
Kunststoff (Folie, Beutel, Deckel, Dichtung)PflichtMigrationsberichte, Angaben zu nicht absichtlich zugesetzten Stoffen, VerwendungsbedingungenArt. 15, Anhang IV Verordnung (EU) Nr. 10/2011
Recycelter KunststoffPflichtRecycler im EU-Register, zugelassenes VerfahrenVerordnung (EU) 2022/1616
Metalldose mit LackBisphenol-Erklärung Pflicht, sonst NachweisunterlagenAngaben zu Innen- und Außenlack, MaterialaufbauArt. 8, Anhang III Verordnung (EU) 2024/3190; Art. 16 Abs. 2 Verordnung (EG) Nr. 1935/2004
Papier, Kartonkeine EU-weite PflichtMaterialaufbau, Bezug auf BfR-Empfehlung XXXVI, bei Recyclingkarton Nachweis zu MineralölArt. 16 Abs. 2 Verordnung (EG) Nr. 1935/2004
Glas mit Verschlusskeine EU-weite PflichtUnterlagen zu Glas, Verschlusslack und Dichtung getrenntArt. 16 Abs. 2 Verordnung (EG) Nr. 1935/2004
Druckfarben und Lackekeine EU-weite PflichtBestätigung des Lieferanten zur Guten Herstellungspraxis und zu den AusgangsstoffenVerordnung (EG) Nr. 2023/2006; deutsche Positivliste ab 01.01.2027

Diese Unterlagen zu Lebensmittelkontaktmaterialien sollten Sie vom Packmittel-Lieferanten verlangen, bevor das Packmittel in die Produktion geht.

Checkliste für den Packmittel-Lieferanten
UnterlagePrüffrage
Erklärung oder NachweisunterlagenWer stellt aus, für welches Material, mit welchem Datum und Rechtsstand?
MaterialaufbauWelche Schichten, Lacke, Klebstoffe, Druckfarben und Dichtungen berühren das Füllgut?
MigrationsberichteFür den fertigen Aufbau geprüft? Mit Simulans, Zeit, Temperatur, Labor und Datum?
Rezeptur- und Lack-AngabenWelche Stoffe wurden verwendet, insbesondere Bisphenole? Erklärung nach Anhang III vorhanden?
Angaben zu nicht absichtlich zugesetzten StoffenLiegt eine Bewertung vor? Mit welchem Stand?
VerwendungsbedingungenFür welche Füllgüter, Temperaturen und Lagerzeiten gilt die Erklärung?
RückverfolgbarkeitSind Chargen- und Lieferangaben dokumentiert?
ÄnderungsmitteilungInformiert der Lieferant bei Rezeptur- oder Vorlieferantenwechsel?

Zertifikate des Herstellers, etwa nach ISO 9001, ersetzen keine dieser Unterlagen. Sie belegen ein Managementsystem, nicht die Konformität eines Artikels. Wie Sie solche Angaben in ein Pflichtenheft übernehmen, zeigt der Eintrag zur Verpackungsspezifikation.

06 · Typische Fehler

Typische Fehler bei Lebensmittelkontaktmaterialien

  • Nachweis für die Rohfolie statt für das EndproduktDer Bericht gilt für ein Material. Druck, Kaschierung, Kleber, Siegelschicht und Verschluss gehören zum fertigen Packmittel und müssen mitgedacht sein.
  • Veraltete ErklärungEine Kunststoff-Erklärung ohne den Stand der Verordnung (EU) 2025/351 sollten Sie nicht übernehmen, sondern aktualisieren lassen.
  • Lebensmittelecht als NachweisDas Wort ersetzt weder Erklärung noch Prüfbericht.
  • Verwendungsbedingungen übersehenEine Erklärung gilt nur für die erklärten Bedingungen, zum Beispiel nicht für Heißabfüllung, wenn sie nicht erklärt wurde.
  • Verschluss, Lack und Dichtung vergessenDose und Glas sind Gesamtsysteme. Deckel, Dichtung und Innenlack haben eigene Nachweise.
  • Zwei Erklärungen gleichsetzenDie Lebensmittelkontakt-Erklärung des Lieferanten ist nicht die PPWR-Erklärung des Erzeugers.

Packmittel gewählt?

Nachweise zu Lebensmittelkontaktmaterialien klären, bevor produziert wird

Schicken Sie uns Packmittel, Füllgut und vorhandene Unterlagen. Innerhalb von 48 Stunden melden wir uns mit einer Einschätzung, was für Ihr Projekt noch fehlt. Mehr zur Lohnabfüllung.

  • Antwort in 48 Stunden
  • NDA auf Wunsch
  • IFS Food und EU-Bio

07 · PPWR

Lebensmittelkontaktmaterialien und PPWR: zwei Rechtskreise

Seit dem 12. August 2026 gilt die Verordnung (EU) 2025/40, die PPWR. Das Lebensmittelkontaktrecht bleibt daneben vollständig in Kraft. Für Ihre Unterlagen zu Lebensmittelkontaktmaterialien entsteht dadurch eine Doppeldokumentation, die Sie sauber trennen sollten.

Lebensmittelkontakt-Erklärung und PPWR-Erklärung im Vergleich
MerkmalLebensmittelkontaktPPWR
ZweckLebensmittelsicherheit des Materials: Migration, zugelassene StoffeAnforderungen der PPWR an die Verpackung, etwa Stoffe und Kennzeichnung
AusstellerHersteller oder Unternehmer der jeweiligen StufeErzeuger der Verpackung
AdressatNachfolger in der Lieferkette und BehördenMarktüberwachungsbehörden auf Verlangen
Formformfrei; für Kunststoff inhaltlich nach Anhang IVMuster nach Anhang VIII

Die PPWR-Stoffgrenzen sind Gehaltsgrenzen, keine Migrationswerte. Blei, Cadmium, Quecksilber und Chrom VI dürfen in Summe 100 mg/kg nicht überschreiten (Art. 5). Für PFAS in Lebensmittelkontaktverpackungen gelten seit dem 12. August 2026 drei Schwellen: 25 ppb je Einzelstoff, 250 ppb in der Summe und 50 ppm für PFAS einschließlich polymerer PFAS (Art. 5 Abs. 5). Das sind Messgrößen am Material, nicht am Lebensmittel. Details unter PFAS in Lebensmittelverpackungen und in der PPWR-Übersicht. Die Erklärung selbst behandelt der Eintrag Konformitätserklärung.

Bei Lohnfertigung unter Ihrer Marke ist nach Auslegung der Zentralen Stelle Verpackungsregister grundsätzlich der Auftraggeber Erzeuger. Die Unterlagen zum Lebensmittelkontakt des Packmittels stellt in der Regel der Lieferant bereit, unabhängig davon, wer Erzeuger ist.

Betriebsregel bei OH!SOH!S fordert die Unterlagen des Packmittelherstellers an und archiviert sie je Artikel. Sie müssen vor Produktionsstart vorliegen; fehlen erforderliche Spezifikationen oder Nachweise, setzt OH!S die Verpackung nicht ein. Das ist Betriebspraxis, keine Rechtsberatung.

08 · Aus der Praxis

Lebensmittelkontaktmaterialien bei Dosen, Beuteln und Gläsern

Ordner mit Konformitätserklärungen und Prüfberichten neben Packmittelmustern auf einem Schreibtisch
Packmittelmuster und Nachweisordner: Unterlagen zum Artikel gehören vor dem Produktionsstart auf den Tisch

Bei Lebensmittelkontaktmaterialien steht in einem Abfüllprojekt selten ein einzelnes Dokument im Zentrum, sondern ein Satz Unterlagen je Artikel. Bei einer Metalldose sind es die Erklärung zum Innenlack, bei einem Beutel die Kunststoff-Erklärung und Prüfberichte, bei einem Glas die Unterlagen zu Verschluss und Dichtung. Hilfreich ist ein fester Ablauf: Unterlagen anfordern, Aufbau mit dem Muster abgleichen, offene Punkte schriftlich klären, dann bemustern und freigeben. Wie das bei Dosen abläuft, lesen Sie unter Lohnabfüllung von Dosen, die Matcha-Praxis unter Matcha Dosen.

Diese Angaben beschleunigen Ihr Angebot

Mit diesen Punkten können wir Ihr Projekt in der Regel ohne Rückfragen einordnen.

  • Packmittel: Art (Beutel, Dose, Glas, Karton), Material und Abmessung
  • Füllgut: trocken, fettig, feucht oder sauer; Mindesthaltbarkeitsziel
  • Abfüllbedingungen: Heißabfüllung ja oder nein, Siegelverfahren
  • Vorhandene Nachweise: Erklärung mit Datum, Materialaufbau, Prüfberichte
  • Bei Metalldosen: Angaben zum Innen- und Außenlack, Erklärung zu Bisphenolen
  • Packmittel beigestellt oder von uns beschafft; Bio ja oder nein
  • Format, Füllmenge je Einheit und Auflage; Lieferziel und Wunschtermin

09 · Anfrage

So gelingt Ihre Anfrage mit Lebensmittelkontakt-Nachweisen

Haben Sie noch keine Nachweise zu Ihren Lebensmittelkontaktmaterialien, schildern Sie Füllgut, Format und Abfüllbedingungen; wir nennen Ihnen, welche Unterlagen für die Auswahl noch fehlen. Eine verbindliche rechtliche Bewertung ersetzt das nicht. Suchen Sie erst das passende Packmittel? Mehr dazu unter Packmittel.

10 · FAQ

Häufige Fragen zu Lebensmittelkontaktmaterialien

Was bedeutet lebensmittelecht rechtlich?

Lebensmittelecht ist Verbrauchersprache und kein Dokument. Die Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 spricht von Materialien und Gegenständen, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen. Ob Lebensmittelkontaktmaterialien für Ihr Füllgut geeignet sind, hängt von Aufbau, Füllgut, Temperatur und Lagerdauer ab. Belegt wird das durch Erklärung oder Nachweisunterlagen des Herstellers, nicht durch das Wort lebensmittelecht.

Brauche ich für alle Lebensmittelkontaktmaterialien eine Konformitätserklärung?

Nein, EU-weit zwingend ist sie nur dort, wo eine Einzelmaßnahme sie verlangt, zum Beispiel für Kunststoff nach der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 und für recycelten Kunststoff nach der Verordnung (EU) 2022/1616. Für Papier, Karton, Metall oder Glas gibt es keine solche EU-Pflicht. Nachweisunterlagen müssen trotzdem vorliegen und den Behörden auf Verlangen vorgelegt werden können. Vereinbaren Sie vertraglich, welche Erklärung der Lieferant liefert.

Gilt die Kunststoffverordnung auch für Metalldosen mit Innenlack?

Nicht direkt. Für Lebensmittelkontaktmaterialien aus Metall und Lack gibt es keine EU-Einzelmaßnahme mit Migrationsgrenzwerten. Für Bisphenole, auch im Dosenlack, gilt aber die Verordnung (EU) 2024/3190 mit einer Erklärung nach Anhang III. Kunststoffteile an der Dose wie Deckel, Dichtung oder Liner fallen dagegen unter die Verordnung (EU) Nr. 10/2011.

Was unterscheidet die Lebensmittelkontakt-Erklärung von der PPWR-Konformitätserklärung?

Die Lebensmittelkontakt-Erklärung gibt Informationen entlang der Lieferkette weiter und betrifft die Lebensmittelsicherheit des Materials, etwa Migration und zugelassene Stoffe. Die EU-Konformitätserklärung nach der PPWR stellt der Erzeuger aus; sie bestätigt die Anforderungen der Verordnung (EU) 2025/40 an die Verpackung. Beide gelten nebeneinander, die eine ersetzt die andere nicht.

Wie aktuell muss eine Konformitätserklärung für Kunststoff sein?

Seit dem 16. September 2026 müssen Kunststoff-Lebensmittelkontaktmaterialien, die in Verkehr kommen, die Anforderungen der Verordnung (EU) 2025/351 erfüllen. Dazu gehören Angaben zu nicht absichtlich zugesetzten Stoffen in der Erklärung, wenn deren Menge die Konformität gefährden könnte. Prüfen Sie bei älteren Erklärungen, ob dieser Stand ausgewiesen ist, und lassen Sie sich im Zweifel eine aktualisierte Fassung geben.

Wer ist bei einer Lohnabfüllung für die Lebensmittelkontaktmaterialien verantwortlich?

Jede Stufe der Lieferkette ist für ihre Tätigkeit verantwortlich, vom Materialhersteller über den Packmittelhersteller bis zum Abfüller. Artikel 17 verlangt Rückverfolgbarkeit: Jeder Unternehmer muss wissen, von wem er Material bezogen und an wen er es abgegeben hat. Wer nach der PPWR Erzeuger ist, ist eine getrennte Frage und wird je Projekt festgelegt. Klären Sie beides schriftlich vor Produktionsstart.

11 · Fazit

Fazit: Nachweise für das fertige Packmittel verlangen

Lebensmittelkontaktmaterialien sind mehr als die Hülle um das Produkt. Für alle gilt die Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004, für Kunststoff, recycelten Kunststoff und Bisphenole kommen Einzelmaßnahmen mit Erklärungspflicht hinzu, für Papier, Metall und Glas gelten Nachweisunterlagen und nationales Recht. Entscheidend ist, dass die Unterlagen das fertige Packmittel mit Lack, Druck, Kleber und Verschluss abdecken und zu Ihren Abfüllbedingungen passen.

Als Nächstes lesen Sie, wie bei Lebensmittelkontaktmaterialien Migration und NIAS geprüft werden, und schicken Sie uns die Angaben aus der Checkliste.

Projekt starten

Projekt mit Nachweisen anfragen – mit Format, Menge und Zeitrahmen

Schicken Sie uns Produkt, Format und Menge. Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden eine Antwort.

  1. Anfrage sendenProdukt, Format, Menge und Zeitrahmen genügen für den Start. NDA auf Wunsch.
  2. Antwort in 48 StundenWir melden uns mit einer ersten Einschätzung.
  3. Angebot nach Klärung der EckdatenPreise und Termine nennen wir verbindlich im Angebot.

Rechtlicher HinweisDie hier bereitgestellten Informationen dienen als fachliche Orientierung für Produktentwickler, Einkauf und Geschäftskunden der OH!S GmbH. Sie ersetzen keine Rechtsberatung und keine rechtliche Einzelfallprüfung; maßgeblich ist der amtliche Wortlaut der genannten Rechtsakte und Normen. Für Produktkonformität, Kennzeichnung und Umweltaussagen ist die jeweils nach Gesetz verantwortliche Partei zuständig, in der Regel der Inverkehrbringer. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen auf Basis der genannten Quellen zusammengestellt; eine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit wird nicht übernommen.

Quellen

  1. Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, Art. 3, 15, 16, 17, Anhang I. Stand: Oktober 2026. EUR-Lex 1935/2004 (öffnet in neuem Tab)
  2. Verordnung (EG) Nr. 2023/2006 über die gute Herstellungspraxis für Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, Art. 3, 5–7. Stand: Oktober 2026. EUR-Lex 2023/2006 (öffnet in neuem Tab)
  3. Verordnung (EU) Nr. 10/2011 (Kunststoffe), Art. 15 und Anhang IV, geändert durch Verordnung (EU) 2025/351 (seit 16.03.2025, Übergang bis 16.09.2026). Stand: Oktober 2026. EUR-Lex 10/2011 (öffnet in neuem Tab)
  4. Verordnung (EU) 2022/1616 (recycelte Kunststoffe im Lebensmittelkontakt). Stand: Oktober 2026. EUR-Lex 2022/1616 (öffnet in neuem Tab)
  5. Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: Lebensmittelbedarfsgegenstände. Stand: Oktober 2026. BMLEH (öffnet in neuem Tab)
  6. Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR), Art. 5, 16, 38, 39. Stand: gilt seit 12.08.2026. EUR-Lex 2025/40 (öffnet in neuem Tab)
  7. Verordnung zur Änderung der Bedarfsgegenständeverordnung vom 19.12.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 379), Druckfarben-Ausgangsstoffe ab 01.01.2027. Bundesgesetzblatt (öffnet in neuem Tab)

Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 05.10.2026 Erstveröffentlichung.

Sam W. Pack · Fach- und Blogstimme der OH!S GmbH

Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.

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