Verpackungslexikon · Packmittel & Beutel

Barriereeigenschaften: Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR) und OTR richtig lesen

Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR) und Sauerstoffdurchlässigkeit (OTR) sind die beiden Messgrößen, mit denen sich die Barriereeigenschaften einer Folie beschreiben lassen. Die WVTR misst den Wasserdampf in g/(m²·d), die OTR den Sauerstoff in cm³/(m²·d), jeweils unter definierten Bedingungen. Ein Wert ist nur mit seiner Prüfbedingung vergleichbar.

  • Zwei Messgrößen, zwei Einheiten: Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR) in g/(m²·d), Sauerstoffdurchlässigkeit (OTR) in cm³/(m²·d)
  • Ohne Prüfbedingung wertlos: Temperatur, Feuchte und Verfahren gehören zu jedem Wert; Zahlen aus verschiedenen Bedingungen lassen sich nicht umrechnen
  • Mehr als zwei Zahlen: Aroma, Licht und Siegelnaht entscheiden mit, und eine Folienmessung sagt nichts über die Naht

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Wasserdampfdurchlässigkeit im Labor: Folienprobe liegt neben einem Prüfgerät für Gasdurchlässigkeit
IFS Food · EU-Bio
2 MessgrößenWasserdampfdurchlässigkeit (WVTR) und
Sauerstoffdurchlässigkeit (OTR)
23 °CBezugstemperatur der
OTR-Prüfung nach ASTM D3985
38 °C / 90 %in Datenblättern verbreitete
WVTR-Bedingung, immer mitnennen
48 hbis zur Antwort
auf Ihre Anfrage

01 · Definition

Barriereeigenschaften: Was Wasserdampfdurchlässigkeit und OTR bedeuten

Eine Folie hält ein Füllgut nicht einfach dicht oder undicht. Sie bremst jeden Stoff unterschiedlich stark, und jede Bremswirkung hat ihre eigene Messgröße.

Barriereeigenschaften beschreiben vier Schutzwirkungen. Sauerstoff lässt Fette, Aromastoffe und empfindliche Farbstoffe oxidieren. Wasserdampf lässt hygroskopische Pulver klumpen oder trocknet Füllgut aus. Aromastoffe wandern aus dem Füllgut hinaus oder in die Siegelschicht hinein. Licht verändert lichtempfindliche Inhaltsstoffe.

Für Wasserdampf und Sauerstoff gibt es genormte Messverfahren und damit die Kennwerte Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR) und Sauerstoffdurchlässigkeit (OTR). Für Aromen existiert kein einzelner Wert für alle Stoffe, denn jeder Aromastoff wandert anders durch einen Kunststoff. Mehr dazu im Eintrag Aromaschutz.

Die Wasserdampfdurchlässigkeit ist bei hygroskopischen Pulvern die entscheidende Größe: Je niedriger die Wasserdampfdurchlässigkeit eines Aufbaus bei gleicher Prüfbedingung, desto langsamer nimmt das Füllgut Feuchte auf. Weil die Wasserdampfdurchlässigkeit von Temperatur und Luftfeuchte abhängt, gehört die Prüfbedingung zu jedem Wert.

Die vier Schutzwirkungen der Barriereeigenschaften
SchutzwirkungKennwertWofür wichtig
SauerstoffSauerstoffdurchlässigkeit (OTR) in cm³/(m²·d)Oxidation von Fetten, Chlorophyll und Aromastoffen
WasserdampfWasserdampfdurchlässigkeit (WVTR) in g/(m²·d)Klumpen bei Pulvern, Austrocknen
AromaAromadurchlässigkeit je AromastoffAromaverlust, Aufnahme in Polyolefine
LichtLichtdurchlässigkeit der FolieVeränderung lichtempfindlicher Inhaltsstoffe

02 · Messgrößen

Wasserdampfdurchlässigkeit und OTR messen: Einheit, Verfahren, Prüfbedingung

Die Zahl allein sagt wenig. Erst Verfahren, Temperatur, Feuchte und Dicke machen die Wasserdampfdurchlässigkeit und die OTR vergleichbar.

Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR) und OTR im Vergleich
KriteriumWVTR (Wasserdampfdurchlässigkeit)OTR (Sauerstoffdurchlässigkeit)
BedeutungSauerstoffmenge, die unter definierten Bedingungen je Fläche und Zeit durch die Folie dringtWasserdampfmenge, die unter definierten Bedingungen je Fläche und Zeit durch die Folie dringt
Einheitcm³/(m²·24 h) bezogen auf 1 atm (ASTM); ISO-Schreibweise cm³/(m²·d·bar)g/(m²·d)
VerfahrenASTM D3985 mit coulometrischem Sensor; ISO 15105-2 beschreibt ein vergleichbares VerfahrenASTM F1249 (Infrarotsensor), ISO 15106-3 (elektrolytischer Sensor), DIN 53122-1 (gravimetrisch)
BedingungReferenz von ASTM D3985: Prüfgas 100 % Sauerstoff, ca. 760 mmHg, 23,0 °CWählbar bei ASTM F1249; in Datenblättern verbreitet: 38 °C und 90 % r. F.; DIN 53122-1 im Prüflabor-Beispiel: 23 °C und 85 % r. F.

Einheit und Bezugsdicke

Manche Datenblätter nennen den Wert für die tatsächliche Dicke des Aufbaus, andere für eine Normdicke, etwa je 1 mil (25 µm). Fragen Sie nach Einheit und Bezugsdicke.

Temperatur und Feuchte

Bei feuchteempfindlichen Barrieren wie EVOH, PA oder PVOH ist die Feuchteangabe zwingend. EVOH bremst Sauerstoff in trockener Umgebung sehr stark, verliert aber mit Feuchte an Wirkung.

Folie oder Beutel

Die Messung gilt für die Folie. Siegelnähte, Falten, Nadellöcher und Ventile liegen außerhalb: Eine Barriereprüfung beantwortet nicht die Dichtheitsfrage, siehe Siegelnaht.

Werte nie zwischen Bedingungen umrechnenDIN 53122-1 etwa bei 23 °C und 85 % relativer Feuchte und ASTM F1249 oder ISO 15106-3 bei 38 °C und 90 % relativer Feuchte liefern nicht vergleichbare Zahlen. Vergleichen Sie nur Werte aus demselben Verfahren unter denselben Bedingungen.

03 · Größenordnungen

Typische Werte verschiedener Folien

Diese Zahlen zu den Barriereeigenschaften sind Orientierung, keine Zusage. Sie stammen aus Fachtexten und Herstellerangaben, streuen je Charge und Dicke und ersetzen kein Datenblatt.

Größenordnungen der Barriereeigenschaften (Richtwerte, keine Zusagen)
WerkstoffOTR in cm³/(m²·d), 23 °C, ca. 50 % r. F.Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR) in g/(m²·d), 38 °C, 90 % r. F.
PET unbeschichtetca. 100 bis 150ca. 16 bis 20 je 25 µm
PE unbeschichtetca. 2.000 bis 4.000LDPE ca. 1,0 bis 1,5 je 25 µm
OPPkeine belegte Angabeca. 3,9 bis 6,2 je 25 µm
PVDC-beschichtetca. 3 bis 10keine belegte Angabe
VMPET (metallisiertes PET)ca. 0,5 bis 2,0ca. 0,3 bis 1,0 bei 12 µm
AlOx- oder SiOx-beschichtetes PETca. 0,5 bis 2,0keine belegte Angabe
Aluminiumfolie, 6,5 bis 9 µmunter 0,1, praktisch dicht im intakten Verbundunter 0,1
Laminat PET 12 µm, Alu 9 µm, LDPE 60 µmkeine belegte Angabe0,049

Die Dicke ist je Folie unterschiedlich. Die Quellen trennen die Einheiten nicht immer sauber; maßgeblich ist stets das Datenblatt mit Prüfbedingung.

Folienmuster mit unterschiedlicher Barriere: transparent, metallisiert und mit Aluminiumschicht
Folienmuster mit unterschiedlichen Barriereeigenschaften: Man sieht sie nicht, man misst sie

Die Rangfolge ist belastbarer als jede einzelne Zahl. Gegen Sauerstoff bremsen Aluminium am stärksten, danach metallisierte und keramisch beschichtete Folien, dann EVOH, dann PA und PET, am schwächsten PP und PE. Gegen Wasserdampf verhalten sich PE und PP gut, gegen Sauerstoff schlecht.

Deshalb kombinieren Verbundfolien mehrere Lagen: Eine bremst den Wasserdampf, eine den Sauerstoff, eine siegelt. Wie sich Mono-Aufbauten schlagen, steht im Eintrag Monomaterial.

04 · Rechenbeispiel

Vom Messwert zur Haltbarkeit: ein Rechenbeispiel

Aus den Barriereeigenschaften OTR und Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR) lässt sich überschlagen, wie viel Sauerstoff und Wasser über die Haltbarkeit in den Beutel gelangen. Das Beispiel nutzt angenommene Werte, keine Messwerte eines bestimmten Materials.

Überschlagsrechnung mit angenommenen Werten
GrößeWert
Beutelfläche, beide Seiten0,04 m²
Haltbarkeit12 Monate, gerechnet mit 365 Tagen
Füllgewicht100 g Pulver
Rechenwert OTR1 cm³/(m²·d)
Rechenwert Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR)0,5 g/(m²·d), gemessen bei 38 °C und 90 % r. F.
Sauerstoffeintrag1 × 0,04 × 365 = 14,6 cm³
Wassereintrag0,5 × 0,04 × 365 = 7,3 g, das sind 7,3 % des Füllgewichts

In 100 cm³ Luft stecken rund 21 cm³ Sauerstoff, denn Luft enthält 20,9 % Sauerstoff. Die 14,6 cm³ im Beispiel entsprechen also dem Sauerstoff aus rund 70 cm³ Luft. Ein Kopfraum von 100 cm³, der auf 1 % Restsauerstoff gespült wurde, enthält zu Beginn nur 1 cm³. Die Barriere entscheidet über die Haltbarkeit, nicht allein das Schutzgas beim Füllen, siehe Schutzatmosphäre.

Die Rechnung überschätzt den Eintrag. Der Test nach ASTM D3985 läuft mit reinem Sauerstoff, im Beutel wirkt Luft mit rund 21 % Sauerstoff, und 38 °C bei 90 % relativer Feuchte sind schärfer als die übliche Lagerung. Das Ergebnis ist eine Obergrenze: Sie zeigt, ob ein Aufbau überhaupt infrage kommt. Welchen Zuwachs Ihr Füllgut verträgt, klärt am besten eine Stabilitätsprüfung.

05 · Auswahl

Welche Barriereeigenschaften braucht Ihr Füllgut?

Die Auswahl der Barriereeigenschaften ist empfindlichkeitsgetrieben, nicht normgetrieben: Erst klären, wogegen das Füllgut am empfindlichsten ist, dann den passenden Kennwert wählen.

Empfindlichkeit, Kennwert und Maßnahme
Empfindlich gegenFolgeKennwertTypische Maßnahme
Sauerstoff, etwa bei Fetten, Chlorophyll, AromastoffenOxidation, Aromaverlust, FarbveränderungOTR mit Temperatur und FeuchteBarriere mit niedriger OTR, dichte Naht, gegebenenfalls Schutzatmosphäre
Wasserdampf, etwa bei hygroskopischen PulvernKlumpen, AustrocknenWasserdampfdurchlässigkeit mit Temperatur und FeuchteBarriere mit niedriger Wasserdampfdurchlässigkeit
AromaverlustAroma schwächer oder verändertAromadurchlässigkeit je AromastoffBarriereschicht mit geringer Aromapermeabilität, Siegelschicht prüfen
LichtVeränderung lichtempfindlicher InhaltsstoffeLichtdurchlässigkeitOpake oder metallisierte Aufbauten
CO₂-Abgabe, etwa bei frisch geröstetem KaffeeBeutel bläht sich aufnicht anwendbarEntgasungsventil
Zwei Schalen mit feinem Pulver: links rieselfähig, rechts durch Feuchtigkeit verklumpt
Gleiches Pulver, unterschiedliche Feuchte: Wasserdampf entscheidet über die Rieselfähigkeit

Allgemeingültige Zielwerte für einzelne Füllgüter gibt es nicht. Die Auslegung erfolgt über OTR und Wasserdampfdurchlässigkeit des Aufbaus bei definierten Bedingungen, abgeglichen mit Haltbarkeitsziel und Lagerbedingungen.

Bei Portionsbeuteln, wie sie unter Sachets und Stickpacks abgefüllt werden, ist die Barriere oft der größte Hebel für die Haltbarkeit.

Barriere unklar?

Wir ordnen Ihr Füllgut ein und stimmen Folie und Format mit Ihnen ab

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  • Folienwahl am Füllgut

06 · Datenblatt

Das gehört in jedes Datenblatt zu den Barriereeigenschaften

Fordern Sie die Barriereeigenschaften immer mit allen Angaben, die einen Vergleich erst möglich machen. Wo eine Angabe fehlt, ist der Wert nicht verwertbar. Die Anforderung gehört später in die Verpackungsspezifikation zwischen Lieferant und Abfüller.

  • Norm und VerfahrenZum Beispiel ASTM D3985 oder ISO 15105-2 für die OTR, ASTM F1249 oder ISO 15106-3 für die Wasserdampfdurchlässigkeit.
  • Temperatur und FeuchtePrüftemperatur und relative Feuchte, bei feuchteabhängigen Barrieren zwingend.
  • Aufbau und BezugsdickeSchichtfolge und Dicke der geprüften Folie.
  • PrüfobjektFolie, Verbund oder fertiger Beutel.
  • Labor und DatumWer hat wann gemessen, und wie stark streuen die Werte?

07 · Regulatorik

Barriereeigenschaften und Recht: Lebensmittelkontakt, Recycling, Aussagen

Lebensmittelkontakt

Barriereschichten, Kleber, Lacke und Druckfarben müssen für den Lebensmittelkontakt geeignet sein (Verordnung (EG) Nr. 1935/2004, bei Kunststoffen auch Verordnung (EU) Nr. 10/2011). Mehr im Eintrag Lebensmittelkontaktmaterialien.

Recyclingbewertung

Barriereschichten beeinflussen die Bewertung. In RecyClass-Bewertungen für PE-Folien gelten bis 5 Gew.-% EVOH als zulässig (Stand 07/2025). Eine Recyclingklasse sagen wir für keinen konkreten Aufbau zu.

Aussagen zur Haltbarkeit

Barriereeigenschaften sind keine Haltbarkeitszusage. Ob ein Aufbau das Mindesthaltbarkeitsdatum trägt, belegt eine Stabilitätsprüfung am Füllgut.

Diese Angaben beschleunigen Ihr Angebot

Mit diesen Punkten können wir Ihren Barrierebedarf in der Regel ohne Rückfragen einordnen.

  • Füllgut, Zustand und empfindlichste Eigenschaft: Sauerstoff, Feuchte, Licht oder Aroma
  • Gewünschtes Mindesthaltbarkeitsdatum und Lagerbedingungen: Temperatur, Feuchte, Licht, Handel
  • Zulässiger Zuwachs an Feuchte oder Sauerstoff, falls bekannt, etwa aus einer Stabilitätsprüfung
  • Format und Füllmenge: Sachet, Stickpack, Doypack oder andere
  • Vorhandene Barrierewerte mit Norm, Temperatur, Feuchte und Bezugsdicke
  • Wunsch nach Schutzgas oder Entgasungsventil
  • Auflage gesamt und je Sorte (Sachet und Stickpack: mindestens 10.000 gesamt, 5.000 je Sorte), Rohstoff beigestellt oder beschafft, Bio ja oder nein, Wunschtermin

08 · Anfrage

So gelingt Ihre Anfrage in einem Schritt

Kennen Sie die Barriereeigenschaften Ihrer Folie noch nicht, ist das kein Hindernis: Wir besprechen Füllgut und Haltbarkeitsziel und leiten daraus Anforderungen an die Folie ab. Die Folienfreigabe gehört an einen Muster- und Maschinentest.

Planen Sie vom Auftrag bis zur Produktion 4 bis 8 Wochen ein, gerechnet ab der Auftragsklärung und sobald das Material vorliegt.

09 · FAQ

Häufige Fragen zu den Barriereeigenschaften

Was ist die Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR) einer Folie?

Die Wasserdampfdurchlässigkeit, kurz WVTR, gibt an, wie viel Wasserdampf unter definierten Bedingungen je Fläche und Zeit durch eine Folie dringt, meist in g/(m²·d). Das Gegenstück für Sauerstoff ist die OTR in cm³/(m²·d). Beide Werte gehören zu den Barriereeigenschaften und brauchen Prüfbedingungen: Verfahren, Temperatur und relative Feuchte.

In welcher Einheit wird die OTR angegeben?

Nach ASTM üblich ist cm³/(m²·24 h) bezogen auf 1 atm. Die ISO-Schreibweise lautet cm³/(m²·d·bar). Manche Datenblätter beziehen den Wert zusätzlich auf eine Normdicke, etwa je 1 mil, das sind 25 µm. Fragen Sie deshalb immer nach Einheit, Bezugsdicke, Temperatur und relativer Feuchte, sonst sind Zahlen nicht vergleichbar.

Bei welchen Bedingungen wird die Wasserdampfdurchlässigkeit gemessen?

Nach ASTM F1249 bei wählbarer Temperatur und Feuchte; in Datenblättern ist 38 °C bei 90 % relativer Feuchte verbreitet. Das gravimetrische Verfahren DIN 53122-1 wird zum Beispiel bei 23 °C und 85 % relativer Feuchte durchgeführt. Für die OTR ist die Referenzbedingung von ASTM D3985 reiner Sauerstoff bei 23 °C. Nennen Sie die Bedingung immer mit dem Wert.

Kann ich Werte der Wasserdampfdurchlässigkeit aus verschiedenen Normen vergleichen?

Nein, nicht direkt. DIN 53122-1 etwa bei 23 °C und 85 % relativer Feuchte und ASTM F1249 oder ISO 15106-3 bei 38 °C und 90 % relativer Feuchte liefern nicht vergleichbare Zahlen. Rechnen Sie Werte nie zwischen den Bedingungen um. Vergleichbar sind nur Werte, die nach demselben Verfahren und unter denselben Bedingungen gemessen wurden.

Ist Aluminiumfolie absolut dicht?

Nein. Im intakten Verbund gilt Aluminiumfolie als praktisch dicht. Dünne Folien von 6 bis 9 µm haben jedoch Nadellöcher, und Knicken verschlechtert die Barriere weiter. Ein einzelnes kleines Loch wirkt sich im Verbund nur gering aus. Absolute Aussagen wie „vollkommen dicht“ sind daher nicht belegbar.

Reicht ein niedriger OTR-Wert für ein langes Mindesthaltbarkeitsdatum?

Nein. Je nach Füllgut zählen auch Wasserdampf, Aroma und Licht, und die Folienmessung sagt nichts über Siegelnähte, Falten oder Ventile. Ob ein Aufbau das Haltbarkeitsziel erreicht, belegt am sichersten eine Stabilitätsprüfung am echten Füllgut unter den geplanten Lagerbedingungen.

Welche Barrierewerte braucht mein Pulver?

Allgemeingültige Zielwerte für einzelne Füllgüter gibt es nicht. Die Auslegung hängt von Sauerstoff-, Feuchte- und Lichtempfindlichkeit, vom Haltbarkeitsziel und von den Lagerbedingungen ab. Sie erfolgt über Wasserdampfdurchlässigkeit und OTR des Aufbaus bei definierten Bedingungen, abgeglichen mit der Toleranz des Füllguts. Schildern Sie uns Ihr Füllgut, dann ordnen wir es ein.

10 · Fazit

Fazit: Barriereeigenschaften immer mit Bedingung lesen

Zwei Messgrößen steuern die Folienwahl: die OTR für Sauerstoff und die Wasserdampfdurchlässigkeit für Wasserdampf. Jede Zahl gilt nur mit ihrer Prüfbedingung, und Werte aus verschiedenen Verfahren lassen sich nicht umrechnen. Ein Überschlag aus Messwert, Beutelfläche und Lagerzeit zeigt rasch, ob ein Aufbau infrage kommt. Das Haltbarkeitsziel belegt am Ende erst die Stabilitätsprüfung am echten Füllgut. So werden aus Barriereeigenschaften belastbare Spezifikationen.

Wenn Sie Ihr Füllgut kennen, schicken Sie uns die Angaben aus der Checkliste. Als Nächstes lesen Sie am besten den Eintrag zum Aromaschutz, der Aroma, Sauerstoff und Wasserdampf auseinanderhält.

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Rechtlicher HinweisDie hier bereitgestellten Informationen dienen als fachliche Orientierung für Produktentwickler, Einkauf und Geschäftskunden der OH!S GmbH. Sie ersetzen keine Rechtsberatung und keine rechtliche Einzelfallprüfung; maßgeblich ist der amtliche Wortlaut der genannten Rechtsakte und Normen. Für Produktkonformität, Kennzeichnung und Umweltaussagen ist die jeweils nach Gesetz verantwortliche Partei zuständig, in der Regel der Inverkehrbringer. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen auf Basis der genannten Quellen zusammengestellt; eine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit wird nicht übernommen.

Quellen

  1. ASTM D3985: Oxygen Gas Transmission Rate Through Plastic Film and Sheeting Using a Coulometric Sensor (Beschreibung des Prüflabors). Stand: abgerufen 05.10.2026, Normtext nicht geöffnet. United Test zu ASTM D3985 (öffnet in neuem Tab)
  2. ISO 15105-2:2003: Plastics, Film and sheeting, Determination of gas-transmission rate, Part 2: Equal-pressure method (Normenkatalog). Stand: abgerufen 05.10.2026. iTeh zu ISO 15105-2 (öffnet in neuem Tab)
  3. ASTM F1249: Wasserdampfdurchlässigkeit mit moduliertem Infrarotsensor (Beschreibung des Prüflabors). Stand: abgerufen 05.10.2026, Normtext nicht geöffnet. Measurlabs zu ASTM F1249 (öffnet in neuem Tab)
  4. DIN EN ISO 15106-3:2005: Bestimmung der Wasserdampf-Transmissionsrate mit elektrolytischem Detektionssensor (Normenkatalog). Stand: abgerufen 05.10.2026. ANSI zu ISO 15106-3 (öffnet in neuem Tab)
  5. DIN 53122-1:2001-08: Bestimmung der Wasserdampfdurchlässigkeit, gravimetrisches Verfahren (Prüflabor und Katalog). Stand: abgerufen 05.10.2026. Innoform zu DIN 53122-1 (öffnet in neuem Tab)
  6. Poly Print: Understanding film properties, WVTR (Richtwerte für Folien). Stand: abgerufen 05.10.2026. Poly Print (öffnet in neuem Tab)
  7. InnoTalk: Barrierefolien im Hinblick auf Verarbeitung und Anwendung, ein komprimierter Überblick. Stand: abgerufen 05.10.2026. InnoTalk (öffnet in neuem Tab)
  8. TAPPI: Pinholes und Flex-Cracks in Aluminium-Barriereschichten (Murray, 2006). Stand: abgerufen 05.10.2026. TAPPI (öffnet in neuem Tab)
  9. Fraunhofer IVV: Effective permeation barriers for aroma compounds. Stand: abgerufen 05.10.2026. Fraunhofer IVV (öffnet in neuem Tab)

Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 05.10.2026 Erstveröffentlichung (neuer Eintrag): Messgrößen OTR und WVTR mit Einheiten und Prüfbedingungen, Größenordnungen, Rechenbeispiel, Auswahl nach Füllgut und Anfrage-Checkliste.

Sam W. Pack · Fach- und Blogstimme der OH!S GmbH

Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.

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