Verpackungslexikon · Verpackungsgrundlagen
Verkaufstray ist eine flache, meist niedrige Trage aus Wellpappe, Karton oder Kunststoff, die mehrere Verkaufseinheiten gruppiert und mit ihnen als Ganzes ins Regal gestellt wird. Er ist der Grundbaustein des Shelf-Ready Packaging: Die Ware wird vorab bestückt, im Markt wird nur noch geöffnet und platziert.
Antwort auf Ihre Anfrage innerhalb von 48 Stunden. NDA auf Wunsch.
01 · Definition
Ein Verkaufstray ist die flache Trage, mit der Ware vom Werk bis ins Regal wandert: bestückt, gesichert und im Markt in Sekunden aufgestellt.
Der Verkaufstray hält mehrere Verkaufseinheiten wie Dosen, Beutel oder Schachteln in einem festen Raster zusammen. Er wird je nach Konstruktion offen geliefert oder mit Haube, Banderole oder Folie gesichert. Mehrere Trays übereinander bilden oft die Lagen eines größeren Verkaufsdisplays.
Nicht gemeint sind Schalen für Frischware wie Obst oder Fleisch. Hier geht es um die Verpackung, die Handelsware bündelt und Regalarbeit spart. Die Tabelle grenzt den Tray von verwandten Formen ab.
| Form | Merkmal | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Verkaufstray | flache Trage, oft mit Haube oder Banderole | Regal, Aktionsfläche |
| Display und Aufsteller | mehrteiliger Aufbau mit Standfläche und Kopfteil | Boden, Theke, Palette |
| Faltschachtel | geschlossene Schachtel um eine oder mehrere Einheiten | Set, Umkarton, Geschenk |
02 · Shelf-Ready Packaging
Shelf-Ready Packaging bedeutet, dass Ware ohne Umpacken ins Regal kommt. Der Verkaufstray ist dafür das Standardformat, aber nur so gut wie seine Abstimmung auf den Markt.

Handelspartner geben für Maße, Öffnung, Kennzeichnung und Palettenraster meist eigene Vorgaben vor. Fragen Sie diese ab, bevor die Konstruktion beginnt, denn nachträgliche Änderungen am Tray ziehen Stanzform, Muster und Freigabe nach sich.
03 · Bestückung
Das Bestückungsraster legt fest, wie viele Einheiten je Reihe, je Lage und je Verkaufstray stehen. Es ergibt sich aus Außenmaß der Verkaufseinheit, Regalfach, Gewicht und Verkaufsgeschwindigkeit. Zu große Trays erzeugen Leerraum und Gewicht, zu kleine erhöhen die Zahl der Handgriffe im Markt.
Praktisch bewährt: eine Charge je Tray. Das erleichtert Rückverfolgung und Rückruf, siehe Chargennummer. Gemischte Trays mit mehreren Sorten brauchen zusätzliche Kontrollen beim Sortenwechsel.
Raster, Stückzahl, Lage der Frontansicht und Sicherung festlegen und am Muster prüfen.
vor der SerieVerkaufseinheiten und Trays werden eingangskontrolliert und gezählt.
je LieferungJe nach Aufgabe von Hand oder halbautomatisch, mit Kontrolle von Stückzahl und Ausrichtung.
je ChargeHaube, Banderole oder Folie anbringen, Handelsetikett und Chargenangabe aufbringen.
je TrayPalettensicherung, Versandetikett, Einlagerung oder Übergabe an die Spedition.
nach Auftrag
04 · Traglast
Die Traglast ergibt sich aus der Stapellast: Der unterste Tray trägt alle Trays über sich. Bei starren Dosen tragen oft die Dosen selbst einen Teil der Last, bei Beuteln muss der Karton sie tragen. Prüfen Sie deshalb den bestückten Tray, nicht nur die leere Trage.
Das Beispiel zeigt die Rechnung. Der Sicherheitszuschlag für Lagerdauer, Feuchte und Palettenaufbau kommt hinzu; seinen Wert legt der Hersteller des Trays aus seinen Prüfungen fest.
| Größe | Wert |
|---|---|
| Gewicht je Dose | 250 g netto plus 60 g Verpackung = 310 g |
| Gewicht je bestücktem Tray | 12 × 310 g = 3,72 kg (Eigengewicht des Trays vernachlässigt) |
| Last auf dem untersten Tray | 7 Trays × 3,72 kg = rund 26 kg |
| Sicherheitszuschlag | je nach Lagerdauer, Feuchte und Palettenaufbau; Wert vom Hersteller |
Lassen Sie sich vom Hersteller der Wellpappe Prüfwerte mit Prüfbedingungen nennen und planen Sie Stapelhöhe, Lagerdauer und Klima realistisch. Wer Beutel statt Dosen in den Tray stellt, verlagert die Last vom Produkt auf den Karton.
05 · Materialien
| Material | Stärken | Grenzen und Prüffragen |
|---|---|---|
| Wellpappe, E- und B-Welle | stapelfest, bedruckbar; E-Welle 1,0 bis 1,9 mm, B-Welle 2,2 bis 3,1 mm Wellenhöhe (Klassengrenzen) | empfindlich gegen Feuchte und lange Stapelzeit; siehe E-Welle und B-Welle |
| Vollkarton | leicht, sehr gut bedruckbar | geringere Stapelfestigkeit; bei Recyclingkarton Mineralöl nur relevant, wenn offene Ware berührt wird, siehe MOSH und MOAH |
| Thermogeformter Kunststoff, etwa PET oder PP | formstabil, Sichtbarkeit der Ware | Recyclingfähigkeit gilt nur für den konkreten Aufbau; Rezyklatvorgaben der PPWR ab 2030 prüfen |
| Karton mit Haube oder Schrumpffolie | Sicherung der Ware, Schutz vor Staub | Folie beeinflusst das Recycling; Gruppierungsfolien aus Einweg-Kunststoff sind ab 2030 teilweise verboten |
Berührt der Tray nur verpackte Ware, spielen Lebensmittelkontakt-Anforderungen kaum eine Rolle. Sie greifen, sobald offene Lebensmittel mit dem Tray in Kontakt kommen, etwa bei Backwaren oder Obst. Dann gelten Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 und gegebenenfalls Verordnung (EU) Nr. 10/2011, siehe Lebensmittelkontaktmaterialien (FCM).
Eine Recyclingklasse sagen wir für keinen konkreten Aufbau zu. Sie wird erst nach den delegierten Rechtsakten der EU bewertet, frühestens ab 2030.

06 · Regulatorik
Welche Pflichten für einen Verkaufstray gelten, hängt von seiner Einordnung ab. Drei Punkte sollten Sie früh klären.
Der Verkaufstray bündelt Verkaufseinheiten und erleichtert die Regalbestückung. Das entspricht der Umverpackung der PPWR (englisch grouped packaging), sofern er sich entfernen lässt, ohne die Produkteigenschaften zu verändern. Wird die Gruppe als Einheit an Endkunden verkauft, kann es eine Verkaufsverpackung sein.
Umverpackungen dürfen höchstens 50 % Leerraum haben, frühestens ab dem 1. Januar 2030 oder drei Jahre nach Inkrafttreten des Durchführungsrechtsakts, je nachdem, was später liegt. Füllmaterial zählt zum Leerraum. Ein eng bestückter Tray liegt meist deutlich darunter.
Ab dem 1. Januar 2030 sind laut Anhang V bestimmte Einweg-Kunststoffverpackungen verboten, die Produkte im Handel zusammenfassen, etwa Schrumpffolie. Für papierbasierte Verpackungen mit höchstens 5 % Kunststoff gilt nach Fachquellen eine Ausnahme. Wortlaut und Reichweite prüfen Sie am Verordnungstext.
Die Stoffgrenzen der PPWR gelten auch für den Verkaufstray: In Verpackungen oder Verpackungsbestandteilen darf die Summe aus Blei, Cadmium, Quecksilber und sechswertigem Chrom 100 mg/kg nicht überschreiten (Art. 5). Wer Erzeuger ist, hängt vom Einzelfall ab: Lassen Sie den Verkaufstray unter Ihrer Marke gestalten oder herstellen, ist grundsätzlich der Auftraggeber Erzeuger. Ohne Auftragsfertigung kann bei Umverpackungen der Befüller Erzeuger sein. Mehr in Erzeuger und Hersteller nach PPWR.
Keine Konformitäts- und KlassenzusageWeder Material noch Optik belegen, dass ein Verkaufstray die PPWR erfüllt. Belegt wird das über technische Dokumentation und Konformitätserklärung des Erzeugers. Eine verbindliche Bewertung geben Ihr Rechtsberater oder der Verantwortliche.
07 · Auswahl
| Ware | Naheliegender Tray | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Dosen und Gläser (starr) | niedriger Wellpappe-Tray mit Stegen | Dosen tragen oft die Last; Rutschen vermeiden; Etikett von vorn sichtbar |
| Beutel, etwa Doypacks | Tray mit Haube oder Einlage | Beutel fixieren, Karton trägt die Stapellast, Frontansicht prüfen |
| Gewürzdosen oder Gewürzbeutel | Regaltray mit Haube | Frontansicht, Sortenwechsel, Handelsvorgaben zum Raster |
| Sets und Aktionsware, mehrere Sorten | Mischtray | Charge und MHD je Sorte, Zusatzkontrolle beim Sortenwechsel |
Wird der Tray nach dem Druckbild konstruiert, passen später Raster, Regalfach oder Palette nicht. Beginnen Sie mit Maß und Last.
Ein leerer Verkaufstray sagt wenig über Stapelverhalten. Prüfen Sie bestückt, auf der Palette und unter realistischem Klima.
Maße, Öffnung und Kennzeichnung ändern sich je Handelspartner. Klären Sie sie, bevor die Stanzform entsteht.
Ein Praxisbeispiel für das Format: Gewürzdosen im Regaltray. OH!S füllt Gewürze und Soßen ab; Pulver und Granulat laufen maschinell, faseriges Trockengut füllen wir von Hand ab. Die fertigen Verkaufseinheiten lassen sich anschließend im Tray konfektionieren, mehr unter Lohnabfüllung Gewürze und Soßen. Eine Übersicht aller Leistungen rund um Sets, Trays und Displays finden Sie unter Konfektionierung und Co-Packing.
Tray oder Display geplant?
Wir bestücken Ihren Verkaufstray nach Ihrem Ablaufplan
Beschreiben Sie Artikel, Stückzahl je Tray und Zieltermin. Innerhalb von 48 Stunden melden wir uns mit einer Einschätzung.
Mit diesen Punkten können wir Ihr Konfektionierungsprojekt in der Regel ohne Rückfragen einordnen.
08 · Anfrage
Planen Sie vom Auftrag bis zur Produktion 4 bis 8 Wochen ein, gerechnet ab der Auftragsklärung und sobald das Material vorliegt. Bei reiner Konfektionierung ohne Abfüllung klären wir den Ablauf im Einzelfall.
Beim Mischen von Pulvern gilt zusätzlich eine Mindestmenge von 100 kg je Mischcharge, siehe Lohnmischen.
09 · FAQ
Ein Verkaufstray ist eine flache, meist niedrige Trage aus Wellpappe, Karton oder Kunststoff, die mehrere Verkaufseinheiten gruppiert und mit ihnen als Ganzes ins Regal gestellt wird. Er wird auch Regal- oder Display-Tray genannt. Mehrere Trays übereinander bilden häufig die Lagen eines größeren Verkaufsdisplays. Nicht gemeint sind Schalen für Frischware wie Obst oder Fleisch.
Shelf-Ready Packaging, kurz SRP, bezeichnet Verpackungen, mit denen Ware ohne Umpacken ins Regal gelangt. Der Hersteller bestückt den Tray oder die Schachtel vorab, im Markt wird nur geöffnet und platziert. Welche Vorgaben für Maße, Öffnung, Kennzeichnung und Palettenraster gelten, legt der Handelspartner fest. Klären Sie diese Vorgaben, bevor die Konstruktion beginnt.
Dient der Tray nur dazu, mehrere Verkaufseinheiten zu bündeln und das Regal zu bestücken, ist er in der Regel eine Umverpackung im Sinne der PPWR. Wird die Gruppe als Einheit an Endkunden verkauft, etwa als Multipack, kann er als Verkaufsverpackung gelten. Die Einordnung hängt vom Einsatz ab und ist im Einzelfall zu prüfen. Sie bestimmt unter anderem, ob die Leerraumgrenze greift.
Der unterste Tray trägt das Gewicht aller darüber gestapelten Trays. Rechnen Sie Gewicht je Tray mal Zahl der Lagen über ihm und addieren Sie einen Sicherheitszuschlag für Lagerdauer, Feuchte und Palettenaufbau. Bei starren Dosen tragen oft die Dosen einen Teil der Last, bei Beuteln muss der Karton sie tragen. Die Tragfähigkeit der Wellpappe weist der Hersteller über Stauchprüfungen aus.
Üblich sind Wellpappe, Vollkarton und thermogeformter Kunststoff, teils kombiniert mit einer Haube oder einer Banderole. Feine Wellen wie E- und B-Welle lassen sich gut bedrucken, gröbere Wellen tragen mehr Last. Welches Material passt, hängt von Gewicht, Stapelhöhe, Feuchte, Optik und den Vorgaben des Handels ab. Eine Recyclingklasse sagen wir für einen konkreten Aufbau nicht zu.
Für Umverpackungen darf der Leerraum nach Art. 24 der PPWR höchstens 50 Prozent betragen, frühestens ab dem 1. Januar 2030 oder drei Jahre nach Inkrafttreten des Durchführungsrechtsakts, je nachdem, was später liegt. Ein eng bestückter Tray liegt meist deutlich darunter. Gilt der Tray als Verkaufsverpackung, ist die 50-Prozent-Grenze nicht anwendbar, es gilt die allgemeine Minimierungspflicht.
Ja, Konfektionierung von Sets, Trays und Displays gehört zu unseren Leistungen. Bestückt wird je nach Aufgabe von Hand oder halbautomatisch, Palettierung, Etikettierung und Lagerung sind möglich. Tray, Haube und Display beschaffen wir auf Anfrage oder übernehmen Ihre Beistellung. Eine feste Mindestmenge nennen wir nicht pauschal, sondern klären sie im Projekt. Preise folgen im Angebot.
10 · Fazit
Ein Verkaufstray ist mehr als eine Unterlage. Er entscheidet, wie schnell Ware ins Regal kommt, wie viel Last die unterste Lage trägt und welche Pflichten aus der PPWR auf ihn zukommen. Drei Dinge zahlen sich aus: Handelsvorgaben vorab klären, den bestückten Tray unter Last prüfen und die Einordnung als Umverpackung oder Verkaufsverpackung dokumentieren.
Rechtlich gelten seit dem 12. August 2026 die Stoffgrenzen der PPWR; Leerraumgrenze und Verbote für Gruppierungsfolien greifen frühestens ab 2030. Verzichten Sie auf pauschale Zusagen zu Recycling und Konformität.
Wenn Sie so weit sind, schicken Sie uns die Angaben aus der Checkliste. Zur Abgrenzung der Hülle um mehrere Einheiten lesen Sie als Nächstes den Eintrag zur Umverpackung.
Weiterlesen
Grundlagen
Zusätzliche Hülle um die Verkaufseinheit: Zweck, Leerraum und rechtlicher Rahmen.
Karton
Boden-, Theken- und Palettendisplays im Vergleich: Maße, Bestückung, Traglast.
Service
Sets bilden, bestücken, etikettieren: der Ablauf der Konfektionierung.
Karton
Aus Vollkarton gefaltet: Kartonsorten, Veredelung und Weg in die Konfektionierung.
Grundlagen
Gruppiert Primärverpackungen: Funktion, Beispiele und Abgrenzung zur rechtlichen Verpackungsart.
Leistung
Ablauf, Formate und Anfrage
Projekt starten
Schicken Sie uns Produkt, Format und Menge. Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden eine Antwort.
Rechtlicher HinweisDie hier bereitgestellten Informationen dienen als fachliche Orientierung für Produktentwickler, Einkauf und Geschäftskunden der OH!S GmbH. Sie ersetzen keine Rechtsberatung und keine rechtliche Einzelfallprüfung; maßgeblich ist der amtliche Wortlaut der genannten Rechtsakte und Normen. Für Produktkonformität, Kennzeichnung und Umweltaussagen ist die jeweils nach Gesetz verantwortliche Partei zuständig, in der Regel der Inverkehrbringer. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen auf Basis der genannten Quellen zusammengestellt; eine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit wird nicht übernommen.
Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 31.05.2023 Erstveröffentlichung · 05.10.2026 vollständig überarbeitet: Shelf-Ready Packaging, Bestückung, Traglast mit Rechenbeispiel, Materialvergleich, Einordnung nach PPWR, Anfrage-Checkliste; Holz als Tray-Material und unbelegte Nachhaltigkeitsaussagen entfernt.
Sam W. Pack · Fach- und Blogstimme der OH!S GmbH
Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.
Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert: