Verpackungslexikon · Kartonagen & Wellpappe
Faltschachtel ist eine Verpackung aus Vollkarton, die als flacher, gestanzter und gerillter Zuschnitt geliefert und erst beim Abpacker zur Schachtel aufgerichtet wird. Sie dient meist als Verkaufsverpackung für Beutel, Sachets, Blister oder Dosen. Kartonsorte, Konstruktion und Nachweise entscheiden über Optik, Packprozess und Rechtssicherheit.
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Grenzwerte nach Art. 5 PPWR (seit 12.08.2026). Die Leerraum-Grenze nach Art. 24 gilt ab 01.01.2030 oder später, siehe Abschnitt Regulatorik.
01 · Definition
Eine Faltschachtel kommt flach beim Abpacker an und wird erst dort zur Schachtel: ein gestanzter und gerillter Zuschnitt aus Vollkarton.
Die Stanzform schneidet die Kontur und prägt zugleich die Rilllinien ein, an denen der Karton später sauber knickt. Eine Klebelasche verbindet die Seitenwände zur Längsnaht, Boden und Deckel entstehen aus Laschen, die gesteckt, verriegelt oder verklebt werden. Weil der Zuschnitt flach reist, braucht er im Lager und im Transport nur einen Bruchteil des Volumens der fertigen Schachtel.
Faltschachteln dienen meist als Verkaufsverpackung für Produkte, die bereits eine eigene Primärverpackung haben: Beutel, Sachets, Blister, Tuben oder Dosen. Im Alltag heißt die Schachtel auch Umkarton; das Wort steht aber ebenso für Versandkartons aus Wellpappe. Der Eintrag Umverpackung trennt die Begriffe.
Der Begriff meint im Kern Vollkarton. Feine Wellpappe wie die E-Welle wird ebenfalls zu faltbaren Schachteln verarbeitet; das ist ein Grenzfall.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Werkstoff | Vollkarton (Faltschachtelkarton), im Kern keine Wellpappe |
| Anlieferung | flach als gestanzter, gerillter Zuschnitt, je nach Bauform an der Längsnaht vorgeklebt |
| Sortenbezeichnung | Kürzel nach dem Sortenverzeichnis des Fachverbands Faltschachtel-Industrie (FFI), etwa GC1, GC2 oder GD2 |
| Konstruktion | ECMA-Code der European Carton Makers Association |
| Rolle nach PPWR | meist Verkaufsverpackung; als Hülle mehrerer Verkaufseinheiten auch Sammelverpackung (englisch grouped packaging) |
| Lebensmittelkontakt | Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 und GMP-Verordnung (EG) Nr. 2023/2006; in Deutschland BfR-Empfehlung XXXVI als Maßstab |
| Englischer Fachbegriff | folding carton |
02 · Aufbau
Für die Verständigung zwischen Markeninhaber, Druckerei und Abpacker hat sich der ECMA-Code durchgesetzt: ein Katalog standardisierter Grundformen mit variablen Maßen.

Mit ECMA-Code und Innenmaßen (Länge × Breite × Höhe) ist eine Konstruktion eindeutig beschrieben. Die Stanzform schneidet die Kontur und prägt die Rilllinien ein; eine Klebelasche schließt die Längsnaht. Welche Bauform passt, entscheiden Gewicht des Inhalts, Packprozess und Auflage.
| Bauform | Aufrichten | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Steckschachtel (Deckel und Boden gesteckt) | schnell, ohne Klebung am Boden | leichte Füllgüter, Sachets, Blister |
| Automatikboden (Crash-Lock) | Boden springt beim Aufziehen selbst auf | schwerere Inhalte, manuelle Konfektionierung |
| Faltboden mit Verriegelung | Bodenlaschen werden von Hand verriegelt | mittlere Gewichte, kleinere Auflagen |
| Stülp- und Klappdeckelschachtel | zweiteilig oder mit angeformtem Deckel | Geschenk- und Setverpackungen |
| Schachtel mit Sichtfenster | wie Grundform, Fenster ausgestanzt | Produkt soll sichtbar sein |
Der Automatikboden ist in der Konfektionierung besonders beliebt: Die Bodenlaschen sind schon beim Kartonhersteller vorgeklebt, beim Aufziehen der Hülse entfaltet sich der Boden und rastet ein. Das spart pro Schachtel mehrere Handgriffe, der Zuschnitt ist durch die zusätzliche Klebung aber aufwendiger.
Praxis-Hinweis: nie nur nach Außenmaß bestellenMaßgeblich sind die Innenmaße plus Zugabe für das Füllgut, denn Kartondicke und Rillung nehmen Millimeter weg. Ein Musterzuschnitt vor der Serie klärt, ob Beutel, Sachets oder Dosen ohne Klemmen hineinpassen.
03 · Kartonsorten
Faltschachtelkarton ist mehrlagiger Vollkarton. Die Kürzel im Sortenverzeichnis beschreiben Oberfläche und Faserstoff. Für Lebensmittel zählt vor allem, ob Frischfaser oder Recyclingfaser eingesetzt wird.
| Sorte | Aufbau | Einordnung |
|---|---|---|
| GC1 | Frischfaser, gestrichen, weiße Rückseite | hochwertige Optik; Frischfaser wird bei Lebensmittelnähe bevorzugt |
| GC2 | Frischfaser, gestrichen, naturfarbene Rückseite | häufige Wahl für Markenverpackungen |
| GD2 | Recyclingfaser, gestrichen, graue Rückseite | preisgünstiger; bei Lebensmittelnähe Barriere prüfen |
| UD | Recyclingfaser, ungestrichen | eher für Transport- und Innenteile |
Bei Recyclingkarton gelangen über das Altpapier Rückstände aus Druckfarben in den Faserstoff, darunter Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH und MOAH). Sie können über die Gasphase auf trockene Lebensmittel übergehen. Für direkten Kontakt wird deshalb Frischfaserkarton bevorzugt oder ein Innenbeutel mit geeigneter funktioneller Barriere eingeplant. Mehr dazu im Eintrag MOSH und MOAH.
Weitere Sorten, darunter GT und GZ, stehen im Sortenverzeichnis des FFI. Lassen Sie sich die Sorte vom Kartonlieferanten bestätigen und legen Sie sie mit Grammatur und Dicke in der Verpackungsspezifikation fest.

Die Veredelung prägt Optik und Recyclingverhalten. Dispersions- und UV-Lacke schützen Druck und Oberfläche, Heißfolien- und Blindprägung setzen Akzente. Folienkaschierungen verbessern Glanz und Abriebfestigkeit, gelten im Papierrecycling aber als Störstoff.
Wer die Veredelung wählt, entscheidet damit mit über die spätere Bewertung nach PPWR. Auch die Druckfarbe gehört zur Spezifikation: Für Druckfarben auf Lebensmittelbedarfsgegenständen gilt in Deutschland eine Positivliste (Anlage 14 Bedarfsgegenständeverordnung).
04 · Herstellung und Abpacken
Bogen- oder Rollendruck im Offset- oder Flexodruck, bei kleinen Auflagen auch im Digitaldruck.
DruckereiLack, Heißfolie oder Prägung; eine Folienkaschierung nur dort, wo sie nötig ist.
DruckereiEine Flachbett- oder Rotationsstanze schneidet die Kontur und prägt die Rilllinien, die Abfallstücke werden ausgebrochen.
StanzereiAuf der Faltschachtelklebemaschine entstehen die Längsnaht und, falls vorgesehen, der Automatikboden. Der Zuschnitt wird flach gestapelt und palettiert.
KlebemaschineBeim Abpacker wird die Hülse aufgerichtet, befüllt und verschlossen. Charge und Mindesthaltbarkeit kommen per Inkjet oder Etikett auf die Schachtel.
Abpacker| Kriterium | Handpacken am Packtisch | Kartoniermaschine |
|---|---|---|
| Auflage | kleine und mittlere Auflagen | Großserien |
| Formate | wechselnde Formate | gleichbleibende Formate |
| Zuschnitt | Automatikboden spart mehrere Handgriffe je Schachtel | Zuschnitte kommen aus einem Magazin; Toleranzen und Faserlaufrichtung müssen passen |
05 · Anwendung
Die Faltschachtel ist die typische Verkaufsverpackung für Produkte, die schon eine eigene Primärverpackung haben. In der PPWR heißt sie je nach Funktion Verkaufs- oder Sammelverpackung, die alte Richtlinie sprach von Sekundärverpackung.
06 · Konfektionierung
Die Faltschachtel ist das Bindeglied zwischen Abfüllung und Handel: Erst in der Schachtel wird aus mehreren abgefüllten Einheiten ein Set. Konfektionierung heißt hier: Innenprodukte einsetzen, Einlage platzieren, verschließen, kennzeichnen und in Transportkartons sammeln.
Bei OH!S spielt die Faltschachtel vor allem als Sekundärverpackung eine Rolle. Sie nimmt Sachets, Stickpacks, Blister oder Beutel auf und wird in der Konfektionierung zu Sets, Displays oder Adventskalendern zusammengestellt. Loses Füllgut gehört nicht direkt in die Schachtel, sondern in einen Innenbeutel mit geeigneter Barriere.
Leistung und Ablauf finden Sie unter Konfektionierung und Co-Packing. Werden Schachteln für den Versand zusätzlich in Transportkartons gesammelt, greifen die Regeln der Umverpackung: Stapeldruck, Leerraum und Kennzeichnung.

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07 · Nachweise
Eine Faltschachtel ist erst fertig spezifiziert, wenn ihre Nachweise feststehen. Diese Unterlagen gehören dazu und kommen in der Regel von Kartonhersteller und Druckerei.
| Nachweis | Grundlage | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Eignung für Lebensmittelkontakt | Art. 3 und 15 bis 17 Verordnung (EG) 1935/2004; in Deutschland BfR-Empfehlung XXXVI | Für Papier und Karton gibt es keine EU-Einzelmaßnahme. Eine Erklärung ist nur dort zwingend, wo eine Einzelmaßnahme sie verlangt; Nachweisunterlagen müssen immer bereitliegen |
| Gute Herstellungspraxis | Verordnung (EG) 2023/2006 | gilt für Hersteller von Lebensmittelkontaktmaterialien, mit eigenen Regeln für Druckfarben; eine Zertifizierung ist nicht vorgeschrieben |
| Druckfarben | Anlage 14 Bedarfsgegenständeverordnung | Positivliste für Druckfarben; die Anforderungen an die Ausgangsstoffe gelten nach der Verlängerung ab 01.01.2027 |
| PFAS | Art. 5 PPWR | unter 25 ppb je Stoff, unter 250 ppb in Summe, unter 50 ppm einschließlich Polymere; Nachweis aus einem nach ISO/IEC 17025 akkreditierten Labor; höchstes Risiko bei fett- oder feuchteabweisend ausgerüstetem Karton |
| Schwermetalle | Art. 5 PPWR | Blei, Cadmium, Quecksilber und Chrom VI zusammen höchstens 100 mg/kg, bezogen auf die gesamte Verpackung einschließlich Druckfarben, Lacken, Klebstoffen und Etiketten |
| Lieferanteninformation | Art. 16 PPWR | Der Lieferant übergibt dem Erzeuger Materialaufbau, Prüfberichte und Nachweise |
| Technische Dokumentation und EU-Konformitätserklärung | Art. 38 und 39, Anhänge VII und VIII PPWR; § 62 VerpackDG | Aufgabe des Erzeugers; die Erklärung liegt in deutscher oder englischer Sprache vor |
| Bisphenole | Verordnung (EU) 2024/3190 | betrifft auch Druckfarben, Lacke und Klebstoffe; Konformitätserklärung auf allen Stufen außer dem Einzelhandel |
Bei OH!S sollen die Unterlagen vor Produktionsstart vorliegen. Wir fordern sie beim Lieferanten ein und archivieren sie je Artikel. Das ist eine Betriebsregel, kein pauschaler Rechtssatz.
Wer ist Erzeuger der Faltschachtel?Wer eine Faltschachtel beschafft, ist nicht automatisch ihr Erzeuger im Sinne der PPWR. Bei Lohnfertigung unter Ihrer Marke sind nach Auslegung der Zentralen Stelle Verpackungsregister grundsätzlich Sie als Auftraggeber Erzeuger, mit Konformitätserklärung und technischer Dokumentation. Klären Sie die Rolle je Verpackung schriftlich, bevor die erste Auflage gedruckt wird. Mehr im Eintrag Erzeuger und Hersteller nach PPWR.
08 · Regulatorik
Die PPWR gilt seit dem 12. August 2026, in Deutschland ergänzt durch das VerpackDG. Manche Pflichten gelten sofort, andere folgen in Stufen.
| Pflicht oder Wert | Grundlage | Gilt |
|---|---|---|
| PFAS in Lebensmittelkontaktverpackungen: unter 25 ppb je Stoff, unter 250 ppb in Summe, unter 50 ppm einschließlich Polymere | Art. 5 PPWR | seit 12.08.2026 |
| Schwermetalle: Blei, Cadmium, Quecksilber und Chrom VI zusammen höchstens 100 mg/kg | Art. 5 PPWR | seit 12.08.2026 |
| Technische Dokumentation und EU-Konformitätserklärung | Anhänge VII und VIII PPWR | seit 12.08.2026 |
| Leerraum bei Verkaufsverpackungen auf das notwendige Mindestmaß begrenzen | Art. 24 PPWR | bis 12.02.2028 |
| Harmonisierte Kennzeichnung der Materialzusammensetzung | Art. 12 PPWR | frühestens 12.08.2028 |
| Recyclingleistungsstufen A, B und C; darunter Marktverbot | Art. 6 PPWR | ab 01.01.2030 oder 24 Monate nach dem delegierten Rechtsakt, je nachdem, was später liegt |
| Leerraum höchstens 50 Prozent bei Sammel-, Transport- und E-Commerce-Verpackungen | Art. 24 PPWR | ab 01.01.2030 oder drei Jahre nach dem Durchführungsrechtsakt, je nachdem, was später liegt |
| Nachweis „recycled at scale“ zusätzlich zur Leistungsstufe | Art. 6 PPWR | ab 01.01.2035 |
| Nur noch Leistungsstufen A und B | Art. 6 PPWR | ab 01.01.2038 |
Das VerpackDG (BGBl. 2026 I Nr. 207, in Kraft seit 12.08.2026) lässt Registrierung bei LUCID und Systembeteiligung bestehen. Sie bleiben Pflicht des Herstellers im Sinne der erweiterten Herstellerverantwortung. Mehr dazu im Eintrag LUCID.
Zusätzlich verbietet § 43 Abs. 2 Mess- und Eichgesetz Fertigpackungen, die eine größere Füllmenge vortäuschen, als sie enthalten. Eine überdimensionierte Schachtel um eine kleine Füllmenge ist deshalb nicht nur ein Leerraumthema; Grundlagen im Eintrag Nettofüllmenge.
Recyclingklassen und UmweltaussagenEine Leistungsstufe A, B oder C wird erst nach den delegierten Rechtsakten bewertet, deren Methode die EU bis zum 1. Januar 2028 festlegt. Seit dem 27. September 2026 ist außerdem die Richtlinie (EU) 2024/825 anwendbar: Pauschale Aussagen wie „umweltfreundliche Verpackung“ sind ohne anerkannten Nachweis nicht zulässig. Mehr: Umweltaussagen.
09 · Nachhaltigkeit
Papier, Pappe und Karton haben in Deutschland einen etablierten Sammel- und Recyclingkreislauf. Eine unveredelte Faltschachtel aus Karton hat deshalb gute Voraussetzungen. Die Recyclingfähigkeit sinkt, sobald Fremdmaterialien hinzukommen: Kunststofffenster, Folienkaschierung, großflächige Heißfolie oder fest verklebte Kunststoffeinlagen.
Ob ein konkreter Aufbau später eine bestimmte Leistungsstufe erreicht, entscheidet erst die Bewertung nach Art. 6 PPWR. Rezyklatquoten der PPWR betreffen Kunststoffverpackungen, nicht Karton.
10 · Einkauf
Diese Kriterien entscheiden, ob eine Faltschachtel im Handel, in der Konfektionierung und vor der Behörde besteht.
Kartondicke und Rillung nehmen Millimeter weg; das Füllgut klemmt. Innenmaße plus Zugabe angeben und einen Musterzuschnitt freigeben.
Trockene Lebensmittel direkt im Kontakt mit Recyclingkarton sind ein Risiko für Mineralölübergänge. Innenbeutel oder Frischfaser einplanen.
Wer Erzeuger ist, bestimmt, wer Dokumentation und Konformitätserklärung verantwortet. Das gehört vor die erste Auflage.
Mit diesen Punkten können wir Ihr Faltschachtel-Projekt in der Regel ohne Rückfragen einordnen.
11 · Anfrage
Wir konfektionieren Ihre Faltschachteln mit Sachets, Stickpacks, Beuteln oder Dosen. Je vollständiger die Angaben, desto belastbarer das Angebot.
Preise nennen wir verbindlich erst im Angebot, weil sie an Konstruktion, Veredelung und Auflage hängen. Mehr zum Leistungsumfang: Konfektionierung und Co-Packing.
12 · FAQ
Eine Faltschachtel besteht aus Vollkarton, also einer kompakten, mehrlagigen Kartonbahn ohne Hohlräume. Wellpappe besteht aus glatten Decken mit gewellten Zwischenlagen. Die Faltschachtel ist deshalb dünner, glatter und hochwertig bedruckbar und dient meist als Verkaufsverpackung. Wellpappe ist stabiler gegen Stapeldruck und wird überwiegend für Transport- und Versandkartons eingesetzt. Feine Wellpappe wie die E-Welle ist ein Grenzfall und wird ebenfalls zu faltbaren Schachteln verarbeitet.
Für lebensmittelnahe Anwendungen wird in der Regel Frischfaserkarton verwendet, etwa der Sorten GC1 oder GC2 nach dem Sortenverzeichnis des Fachverbands Faltschachtel-Industrie. Recyclingkarton kann Mineralölrückstände aus Druckfarben enthalten, die auf trockene Lebensmittel übergehen können. Wer ihn einsetzt, plant einen Innenbeutel oder eine Beschichtung mit nachgewiesener funktioneller Barriere ein und lässt sich die Eignung vom Kartonhersteller schriftlich belegen.
Beim Automatikboden, auch Crash-Lock genannt, sind die Bodenlaschen bereits beim Kartonhersteller vorgeklebt. Wird die flache Hülse aufgezogen, entfaltet sich der Boden von selbst und rastet ein. Das spart beim Abpacken mehrere Handgriffe und macht den Boden belastbarer. Im Einkauf ist der Zuschnitt wegen der zusätzlichen Klebung aufwendiger als eine einfache Steckschachtel.
Meistens ja. Eine Faltschachtel, die dem Endverbraucher als Verkaufseinheit angeboten wird, ist nach der Verordnung (EU) 2025/40 eine Verkaufsverpackung. Fasst sie mehrere Verkaufseinheiten zusammen, kann sie auch eine Sammelverpackung sein (in anderen Quellen Umverpackung), im Englischen grouped packaging. Die Einordnung entscheidet unter anderem über die Leerraumregeln und über die Systembeteiligung nach dem VerpackDG.
Faltschachteln aus Karton gehen in Deutschland in einen etablierten Papierkreislauf. Kunststofffenster, Folienkaschierungen und fest verklebte Kunststoffeinlagen verschlechtern die Recyclingfähigkeit. Ob ein konkreter Aufbau später als recyclingfähig eingestuft wird, klärt erst die Bewertung nach Art. 6 PPWR; die Methode legt die EU bis zum 1. Januar 2028 fest. Eine Recyclingklasse sagen wir für keinen Aufbau zu.
Üblich sind Nachweisunterlagen zur Eignung für den Lebensmittelkontakt nach Verordnung (EG) 1935/2004, Angaben zur guten Herstellungspraxis und zu den Druckfarben, ein PFAS- und ein Schwermetallnachweis nach Art. 5 PPWR sowie die Lieferanteninformation nach Art. 16. Auf dieser Basis erstellt der Erzeuger technische Dokumentation und EU-Konformitätserklärung. Alle Unterlagen sollten vor dem ersten Druck vorliegen.
Das wird je Projekt bestimmt. Bei Lohnfertigung unter Ihrer Marke ist nach der Auslegung der Zentralen Stelle Verpackungsregister grundsätzlich der Auftraggeber Erzeuger, also zuständig für Konformitätsbewertung, technische Dokumentation und EU-Konformitätserklärung. Wer die Faltschachtel beschafft, ist dadurch nicht automatisch Erzeuger. Die Rolle des Herstellers im Sinne von Registrierung und Lizenzierung ist davon getrennt zu prüfen.
Wir benötigen das Innenprodukt und die Stückzahl je Schachtel, die Abmessungen oder den ECMA-Code der Konstruktion, die gewünschte Kartonqualität, die Veredelung, die Auflage und die Information, ob manuell oder automatisiert gepackt werden soll. Liegt die Schachtel bereits vor, hilft ein Muster. Mit diesen Angaben erstellen wir ein belastbares Angebot.
13 · Fazit
Die Faltschachtel ist mehr als ein bedruckter Karton. Kartonsorte, Konstruktion, Veredelung und Nachweise entscheiden darüber, ob sie im Handel überzeugt, sich effizient konfektionieren lässt und nach PPWR und Lebensmittelkontaktrecht dokumentierbar bleibt. Frischfaserkarton und eine schlanke Veredelung sind für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel die sichere Standardwahl.
Klären Sie drei Dinge früh: die Erzeugerrolle nach PPWR, den Barrierebedarf des Inhalts und den Packprozess. Wer das vor dem Druck festlegt, spart Nachbesserungen an Zuschnitt, Nachweisen und Konfektionierung.
Wenn Sie so weit sind, schicken Sie uns die Angaben aus der Checkliste. Zum Weiterlesen eignet sich der Eintrag zur Konfektionierung.
Weiterlesen
Service
Sets bilden, bestücken, etikettieren: der Ablauf der Konfektionierung.
Grundlagen
Gruppiert Primärverpackungen: Funktion, Beispiele und Abgrenzung zur rechtlichen Verpackungsart.
Grundlagen
Zusätzliche Hülle um die Verkaufseinheit: Zweck, Leerraum und rechtlicher Rahmen.
Grundlagen
Regalfertige Tray-Lösungen: Bestückung, Traglast und Materialien.
Recht
Mineralölkohlenwasserstoffe aus Karton und Druckfarben: Empfehlungen und Grenzen.
Leistung
Ablauf, Formate und Anfrage
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Schicken Sie uns Produkt, Format und Menge. Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden eine Antwort.
Rechtlicher HinweisDie hier bereitgestellten Informationen dienen als fachliche Orientierung für Produktentwickler, Einkauf und Geschäftskunden der OH!S GmbH. Sie ersetzen keine Rechtsberatung und keine rechtliche Einzelfallprüfung; maßgeblich ist der amtliche Wortlaut der genannten Rechtsakte und Normen. Für Produktkonformität, Kennzeichnung und Umweltaussagen ist die jeweils nach Gesetz verantwortliche Partei zuständig, in der Regel der Inverkehrbringer. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen auf Basis der genannten Quellen zusammengestellt; eine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit wird nicht übernommen.
Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 27.09.2026 Neuaufbau · 05.10.2026 in das Relaunch-Format überführt: Nachweise-Tabelle (Lebensmittelkontakt, Druckfarben, PFAS, Schwermetalle, Konformitätserklärung), Kartonsorten nach FFI-Sortenverzeichnis, Verbindung zur Konfektionierung, Entscheidungshilfen, Checkliste und Leads ergänzt. Unbelegte Angaben entfernt (DIN-Ausgabe, Flächengewicht, Recyclingquote, Sorte GT), Fristen mit „oder später“ korrigiert.
Sam W. Pack · Fach- und Blogstimme der OH!S GmbH
Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.
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