Verpackungslexikon · Logistik & Services
Lohnverpackung bedeutet, dass ein Dienstleister, der Lohnverpacker, fertige Produkte im Auftrag und nach Vorgabe des Auftraggebers verpackt. Produkt und Marke bleiben beim Auftraggeber, der Lohnverpacker stellt Personal, Anlagen und Prozess. Typisch sind Kartonieren, Folieren, Etikettieren, Bündeln und Palettieren. Wird das Füllgut selbst dosiert, spricht man von Lohnabfüllung.
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Tageskapazität je nach Produkt, Füllgewicht und Losgröße; Größenordnung, keine Zusage. Vorlauf: gerechnet ab Auftragsklärung und sobald das Material vorliegt.
01 · Definition
Bei der Lohnverpackung kaufen Sie Verpackungsarbeit ein: Ihre Ware, Ihre Marke, Ihre Vorgaben, der Prozess liegt beim Lohnverpacker.
Der Auftraggeber liefert die fertige Ware und legt fest, wie sie verpackt wird: Packmittel, Stückzahl je Einheit, Etikett und Beilagen. Der Lohnverpacker stellt Personal, Anlagen und Qualitätskontrolle. Das Produkt gehört weiter dem Auftraggeber, das Packen ist die Dienstleistung. Statt Lohnverpackung sagt man auch Auftragsverpackung; am Markt wird der Begriff häufig mit Co-Packing gleichgesetzt.
Typische Auftraggeber sind Hersteller ohne eigene Verpackungslinie, Markeninhaber mit Saisonspitzen und Online-Händler, die versandfertige Ware brauchen. Verbreitet ist Lohnverpackung bei Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, Kosmetik und Konsumgütern.
Welche Leistungen OH!S im Einzelnen übernimmt, steht auf der Seite Lohnverpackung und Fulfillment. Dieser Eintrag erklärt den Begriff und seine Grenzen.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Auch genannt | Auftragsverpackung, am Markt teils Co-Packing |
| Am Anfang | fertige Produkte oder fertig befüllte Einheiten |
| Tätigkeit | Umpacken, Kartonieren, Folieren, Bündeln, Etikettieren, Palettieren |
| Am Ende | verpackte, versandfertige oder regalfertige Ware |
| Beim Auftraggeber | Produkt, Marke, Spezifikation und Freigaben |
| Abzugrenzen von | Lohnabfüllung: das Füllgut wird dosiert; Konfektionierung: aus mehreren Artikeln entsteht eine neue Einheit |
02 · Aufgaben
Sechs Aufgaben prägen die Lohnverpackung. Je nach Projekt kommen eine oder mehrere zum Einsatz.
Fertige Einheiten kommen aus einer Verpackung in eine andere, etwa Einzelpackungen aus Großkartons in handelsübliche Umkartons oder in neue Verpackungen für einen anderen Markt.
Einzelpackungen werden in Faltschachteln, Trays oder Kartons eingelegt, bei Bedarf mit Beilage. Die Faltschachtel ist eine typische Sekundärverpackung.
Folie bündelt Multipacks, schützt beim Versand und kann eine Erstöffnung sichtbar machen. Mehr dazu unter Originalitätssicherung.
Mehrere Einheiten werden zu Aktionsware oder Mehrstückpackungen zusammengefasst. Entsteht aus verschiedenen Artikeln ein Set, spricht man von Konfektionierung.
Etiketten werden aufgebracht oder ausgetauscht, Charge und Mindesthaltbarkeit codiert. Verfahren und Pflichtangaben erklärt Etikettierung.
Umkarton, Palette, Stretchfolie und Versandetikett machen die Ware transportfähig. Hintergrund: Tertiärverpackung und Versandverpackung.

Am Ende eines Auftrags steht verpackte, etikettierte und palettierte Ware, die der Auftraggeber an Lager, Handel oder Endkunden weitergeben kann. Welche Aufgaben ein Auftrag enthält, ergibt sich aus Ware, Packmittel und Ziel.
03 · Abgrenzung
Die Grenze ist nicht gesetzlich definiert. Vier Fragen helfen, einen Auftrag einzuordnen.
| Frage | Wenn ja |
|---|---|
| Wird das Produkt selbst geöffnet, dosiert oder umgefüllt? | Lohnabfüllung |
| Wird fertige Ware in eine oder mehrere weitere Verpackungen gebracht? | Lohnverpackung |
| Entsteht aus mehreren Artikeln und Beilagen eine neue Einheit? | Konfektionierung |
| Liegen mehrere dieser Aufgaben bei einem Partner? | oft „Co-Packing“ genannt |
Die Grenze ist praktisch relevant. Offene Ware verlangt Hygiene- und Allergenmanagement auf Abfüllniveau. Bei fertig verpackter Ware stehen Etikett, Charge und Verwechslungsschutz im Vordergrund. Beides kann in einem Auftrag zusammenkommen, etwa wenn Pulver abgefüllt und im selben Lauf kartoniert wird.
04 · Projekte
Diese vier Aufgaben begegnen Lohnverpackern am häufigsten.
Etiketten werden getauscht, Angaben korrigiert, Chargen neu codiert oder Ware für einen anderen Markt neu aufgemacht.
Einzelpackungen werden in Trays oder Displays gestellt, die direkt ins Regal gehen. Hintergrund: Verkaufstray.
Fertige Produkte werden in Versandkartons verpackt, etikettiert und eingelagert. Mehr dazu unter E-Commerce-Verpackung.
Multipacks, Aktionsware und Spitzen vor Feiertagen lassen sich beim Partner abfangen, ohne die eigene Linie zu erweitern.

Gemeinsam ist allen Projekten, dass die Ware fertig ist und die Marke beim Auftraggeber bleibt. Der Lohnverpacker bringt Ablauf, Personal und Kontrolle mit, der Auftraggeber liefert Spezifikation, Packmittel und Freigabe. Je klarer das Packbild vorab beschrieben ist, desto weniger Schleifen entstehen in der Bemusterung.
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05 · Auswahl
Lohnverpackung ist Prozessarbeit. Mit diesen Kriterien vergleichen Sie Anbieter auf gleicher Grundlage.
Den Aufwand bestimmen Zahl der Arbeitsschritte, Handarbeitsanteil, Packmittel, Etiketten, Lagerdauer und Variantenvielfalt. Preise nennen wir verbindlich erst im Angebot.
06 · Regulatorik
Der Lohnverpacker führt aus, die Verantwortung für Produkt und Kennzeichnung liegt in der Regel beim Auftraggeber. Drei Punkte gehören in den Vertrag.
Wer Lebensmittel handhabt, arbeitet als Lebensmittelunternehmer nach HACCP-Grundsätzen (Art. 5 VO (EG) 852/2004). Verpackungsmaterial darf keine Kontaminationsquelle sein (Anhang II Kapitel X). Außerdem müssen Bezug und Abgabe nachweisbar sein (Art. 18 VO (EG) 178/2002). Mehr zur Chargennummer.
Verantwortlich für die Lebensmittelinformation ist der Unternehmer, unter dessen Namen das Lebensmittel vermarktet wird (Art. 8 LMIV). Das ist in der Regel der Auftraggeber; sein Name und seine Anschrift stehen auf der Verpackung (Art. 9). Der Lohnverpacker bringt die Angaben so an, wie Sie sie freigeben.
Die PPWR gilt seit 12.08.2026. Bei Auftragsfertigung unter Kundenmarke ist nach der ZSVR-Auslegung grundsätzlich der Auftraggeber Erzeuger. Reines Fulfillment, Lagern oder Versenden fertiger Ware begründet allein meist keine Erzeugerrolle. Mehr in Erzeuger und Hersteller nach PPWR.
Wird eine Verkaufsverpackung erst beim Dienstleister vollständig und liegt keine Auftragsfertigung vor, kann der Befüller Erzeuger sein. Solche Fälle werden je Projekt geprüft und dokumentiert. Vertragliche Regeln organisieren die Zusammenarbeit, ändern eine gesetzliche Rolle aber nicht beliebig. Umweltaussagen auf Verpackungen sind seit dem 27. September 2026 nach der Richtlinie (EU) 2024/825 nur mit Beleg zulässig; Hintergrund: Umweltaussagen.
Mit diesen Punkten können wir Ihren Verpackungsauftrag in der Regel ohne Rückfragen einordnen.
07 · Anfrage
Wird die Ware zuvor bei OH!S abgefüllt, gelten dafür die Mindestmengen des jeweiligen Formats, etwa 500 Stück bei Gläsern und Dosen oder mindestens 10.000 Stück je Auftrag bei Sachets und Stickpacks. Für reines Verpacken legen wir die Eckdaten gemeinsam fest.
Planen Sie vom Auftrag bis zur Produktion 4 bis 8 Wochen ein, gerechnet ab der Auftragsklärung und sobald das Material vorliegt.
08 · FAQ
Lohnverpackung ist das Verpacken fertiger Produkte im Auftrag. Der Auftraggeber liefert die Ware und legt fest, wie sie verpackt wird; der Lohnverpacker übernimmt Personal, Anlagen und Qualitätskontrolle. Typische Tätigkeiten sind Umpacken, Kartonieren, Folieren, Bündeln, Etikettieren und Palettieren. Ein anderes Wort dafür ist Auftragsverpackung, am Markt wird der Begriff oft mit Co-Packing gleichgesetzt.
Ein Lohnverpacker bringt fertige Ware nach Ihrer Vorgabe in die gewünschte Verpackung. Dazu gehören je nach Auftrag das Einlegen in Faltschachteln oder Trays, Schrumpfen und Bündeln, Etikettieren und Codieren, das Bilden von Multipacks sowie Palettieren und Versandvorbereitung. Er dokumentiert Chargen und prüft Stichproben. Produkt, Marke und Freigaben bleiben beim Auftraggeber.
Bei der Lohnabfüllung wird das Füllgut selbst gehandhabt: dosiert, eingefüllt und verschlossen, zum Beispiel Pulver in einen Beutel oder eine Dose. Bei der Lohnverpackung liegt die Ware bereits fertig vor und wird verpackt. Die Grenze ist praktisch wichtig, weil offene Ware andere Anforderungen an Hygiene und Allergenmanagement stellt als fertig verpackte Ware.
Im Alltag werden beide Begriffe oft gleichgesetzt. Genau genommen meint Lohnverpackung das Verpacken fertiger Ware, während Co-Packing am Markt je nach Anbieter auch das Konfektionieren zu Sets oder sogar das Abfüllen einschließt. Entscheidend ist der Prozess: Was liegt am Anfang vor, was am Ende? Der Eintrag zum Co-Packing stellt die Begriffe gegenüber.
Lohnverpackung lohnt sich für Unternehmen, die keine eigene Verpackungslinie betreiben oder auslasten können, Saisonspitzen und Aktionen abfangen wollen oder neue Formate ohne Investition testen. Auch Online-Händler nutzen sie, um Ware versandfertig machen zu lassen. Bei hoher, gleichmäßiger Auslastung kann eine eigene Linie die bessere Lösung sein.
Für die Lebensmittelinformation ist der Unternehmer verantwortlich, unter dessen Namen das Lebensmittel vermarktet wird, in der Regel der Auftraggeber (Art. 8 LMIV). Bei der PPWR ist bei Auftragsfertigung unter Kundenmarke nach der Auslegung der Zentralen Stelle Verpackungsregister grundsätzlich der Auftraggeber Erzeuger. Wer für Ausführungsfehler haftet, regelt der Vertrag.
Für Arzneimittel gelten eigene Regelwerke wie der EU-GMP-Leitfaden und nationale Vorschriften; eine Herstellungserlaubnis und behördliche Inspektionen sind Voraussetzung. Auch für Medizinprodukte gibt es besondere Anforderungen. Bei OH!S ist GMP nicht Standard und wird auf Anfrage geklärt. Solche Aufträge sollten Sie deshalb vorab anfragen, bevor Sie Mengen planen.
09 · Fazit
Lohnverpackung ist die Dienstleistung, fertige Ware nach Ihrer Vorgabe zu verpacken. Sie lohnt sich, wenn eine eigene Linie fehlt, nicht ausgelastet wäre oder Spitzen abfangen soll. Wer Packbild, Etiketten und Beilagen vorab festlegt, ein Muster freigibt und Chargen dokumentieren lässt, bekommt verlässliche Ergebnisse.
Rechtlich bleibt die Verantwortung für Kennzeichnung und Konformität in der Regel beim Auftraggeber; die Rolle nach PPWR wird je Projekt geprüft. Wie sich der Begriff vom Marktausdruck Co-Packing und von der Konfektionierung abgrenzt, erklären die Nachbareinträge. Wenn Ihre Vorgabe steht, schicken Sie uns die Angaben aus der Checkliste.
Weiterlesen
Service
Co-Packing abgegrenzt von Lohnabfüllung, Lohnverpackung und Konfektionierung.
Service
Sets bilden, bestücken, etikettieren: der Ablauf der Konfektionierung.
Grundlagen
Zusätzliche Hülle um die Verkaufseinheit: Zweck, Leerraum und rechtlicher Rahmen.
Technik
Verfahren, Materialien und Pflichtangaben: was beim Etikettieren zählt.
Recht
Zwei Rollen, zwei Pflichtenpakete: Markeninhaber, Lohnabfüller und Importeur im Vergleich.
Leistung
Ablauf, Formate und Anfrage
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Schicken Sie uns Produkt, Format und Menge. Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden eine Antwort.
Rechtlicher HinweisDie hier bereitgestellten Informationen dienen als fachliche Orientierung für Produktentwickler, Einkauf und Geschäftskunden der OH!S GmbH. Sie ersetzen keine Rechtsberatung und keine rechtliche Einzelfallprüfung; maßgeblich ist der amtliche Wortlaut der genannten Rechtsakte und Normen. Für Produktkonformität, Kennzeichnung und Umweltaussagen ist die jeweils nach Gesetz verantwortliche Partei zuständig, in der Regel der Inverkehrbringer. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen auf Basis der genannten Quellen zusammengestellt; eine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit wird nicht übernommen.
Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 05.10.2024 Erstveröffentlichung · 05.10.2026 vollständig überarbeitet: Definition von der Leistungsseite getrennt, sechs Aufgaben und Abgrenzung zu Lohnabfüllung, Co-Packing und Konfektionierung nach Prozessen, typische Projekte, Auswahlkriterien, Rollen nach PPWR und Anfrage-Checkliste neu.
Sam W. Pack · Fach- und Blogstimme der OH!S GmbH
Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.
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