Verpackungslexikon · Abfüllung & Technik

Etikettierung: Pflichtangaben, Material und Verfahren im Überblick

Etikettierung bezeichnet das Anbringen von Etiketten auf Packmitteln und zugleich die Gesamtheit der Angaben, die diese Etiketten tragen. Bei Lebensmitteln legt die Verordnung (EU) 1169/2011 fest, welche Pflichtangaben auf Vorverpackung und Umverpackung stehen und wie lesbar sie sein müssen. Material und Verfahren bestimmen, ob das Etikett hält.

  • Pflichtangaben je Verpackungsebene: Auf der Vorverpackung stehen alle Angaben, auf der äußeren Umverpackung mindestens Bezeichnung, Mindesthaltbarkeit, Aufbewahrung und Anschrift (LMIV Art. 8 Abs. 7)
  • Lesbarkeit ist messbar: x-Höhe mindestens 1,2 mm, bei größter Fläche unter 80 cm² mindestens 0,9 mm (LMIV Art. 13)
  • Haftung und Druck gehören zusammen: Etikettenmaterial, Klebstoff, Packmittel und Druckverfahren werden gemeinsam an der echten Packung geprüft

Antwort auf Ihre Anfrage innerhalb von 48 Stunden. NDA auf Wunsch.

Etikettierung von Dosen: Rundumetiketten werden auf einer Abfülllinie aufgebracht
IFS Food · EU-Bio
1,2 mmMindest-x-Höhe der
Pflichtangaben (Art. 13)
0,9 mmMindest-x-Höhe bei größter
Fläche unter 80 cm²
3Schichten eines Haftetiketts:
Obermaterial, Klebstoff, Liner
bis 8.000Dosen und Gläser pro Tag, bedruckt
oder etikettiert, je nach Produkt

01 · Definition

Was ist Etikettierung?

Etikettierung ist mehr als Aufkleben: Sie entscheidet, ob eine Packung rechtlich verkehrsfähig, lesbar und im Handel scannbar ist.

Das Wort hat zwei Bedeutungen, die in der Praxis ineinandergreifen. Gemeint ist erstens der Vorgang: Etiketten werden auf Dosen, Gläser, Beutel oder Kartons aufgebracht, meist nach Abfüllung und Verschluss. Gemeint ist zweitens der Inhalt: die Angaben auf der Packung. Bei Lebensmitteln ist diese Kennzeichnung durch die Verordnung (EU) 1169/2011 (LMIV) geregelt.

Ein Haftetikett besteht aus drei Schichten: dem Obermaterial aus Papier oder Kunststofffolie, das den Druck trägt, dem Haftklebstoff und dem Trägermaterial (Liner), meist mit Silikontrennschicht. Erst beim Spenden wird der Liner abgezogen.

Die Nummern und Datumsangaben auf dem Etikett behandeln die Einträge Chargennummer und GTIN.

Aufbau eines Haftetiketts: Obermaterial, Haftklebstoff und Trägermaterial im Schnitt
Aufbau eines Haftetiketts: Obermaterial, Haftklebstoff und Liner

02 · Pflichtangaben

Etikettierung: Pflichtangaben nach LMIV im Überblick

Welche Angaben auf die Packung gehören, legt der Gesetzgeber fest. Die Verantwortung für die Etikettierung trägt der Inverkehrbringer, nicht der Druckdienstleister.

Auswahl wichtiger Pflichtangaben bei vorverpackten Lebensmitteln
AngabeHinweis
Bezeichnung des LebensmittelsMuss im selben Sichtfeld wie die Nettofüllmenge stehen (Art. 13 Abs. 5)
ZutatenverzeichnisAllergene sind hervorzuheben (Art. 21); Grundlagen im Eintrag Allergene
NettofüllmengeZum Messen und Anzeigen siehe Nettofüllmenge
Mindesthaltbarkeits- oder VerbrauchsdatumForm nach Anhang X, Art. 24; bei Ablauf des Verbrauchsdatums gilt Ware als nicht sicher
Aufbewahrungs- und VerwendungsbedingungenWo nötig, damit das Datum gilt
Name und Anschrift des LebensmittelunternehmersAuch auf der äußeren Umverpackung
Ursprungsland oder HerkunftsortNur, wo vorgeschrieben
NährwertdeklarationArt. 30 ff.
Angabe zum LosEigener Rechtsakt (Richtlinie 2011/91/EU, in Deutschland die Los-Kennzeichnungs-Verordnung), nicht Teil der LMIV

Nicht Gegenstand dieses EintragsNährwert- und gesundheitsbezogene Angaben sowie Produktclaims prüft der Inverkehrbringer; OH!S gibt dazu keine Freigabe. Zum Füllgut siehe Nahrungsergänzungsmittel. Für die Etikettierung von Bio-Ware gelten zusätzliche Vorgaben nach der Verordnung (EU) 2018/848; stimmen Sie sie mit Ihrer Kontrollstelle ab.

03 · Lesbarkeit

Mindestschriftgröße und Sichtfeld bei der Etikettierung

Pflichtangaben müssen gut lesbar sein. Die LMIV macht das messbar: Die x-Höhe, also die Höhe des Kleinbuchstabens x, muss mindestens 1,2 mm betragen (Art. 13, Anhang IV). Bei Verpackungen, deren größte Oberfläche kleiner als 80 cm² ist, genügen mindestens 0,9 mm.

Gemessen wird nicht der Schriftgrad in Punkt, sondern die tatsächliche Höhe am Druck. Dieselbe Punktgröße ergibt je nach Schriftart unterschiedliche x-Höhen. Messen Sie deshalb am Druckmuster, nicht am Layoutprogramm.

Grenzwerte der Lesbarkeit nach LMIV
FallMindest-x-Höhe
Regelfall1,2 mm
Größte Oberfläche der Verpackung unter 80 cm²0,9 mm

Die Bezeichnung des Lebensmittels und die Nettofüllmenge müssen im selben Sichtfeld stehen. Wer die Etikettierung einer Dose oder eines Glases mit Rundumetikett gestaltet, plant diese beiden Angaben deshalb auf derselben Seite, nicht getrennt auf Vorder- und Rückseite.

04 · Verpackungsebenen

Etikettierung von Primärverpackung und Umverpackung: wo steht was?

Bei der Etikettierung der Vorverpackung stehen alle Pflichtangaben. Für die äußere Umverpackung gilt eine Erleichterung mit einem festen Kern.

Wo die Pflichtangaben stehen müssen
FallWo die Angaben stehen müssen
Vorverpackt, Abgabe an EndverbraucherAuf der Vorverpackung oder auf einem daran befestigten Etikett
Vorverpackt, Vermarktung auf einer Stufe vor dem EndverbraucherPflichtangaben dürfen in den Handelspapieren stehen, wenn diese die Ware begleiten oder vorher oder bei Lieferung übermittelt werden (Art. 8 Abs. 7)
Gleiche Ware, äußere UmverpackungDennoch Bezeichnung, Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum, Aufbewahrungsbedingungen sowie Name und Anschrift auf der Umverpackung (Art. 9 Abs. 1)

Die Charge folgt auf der Umverpackung nicht aus Art. 8 Abs. 7, sondern aus dem Zweck der Rückverfolgbarkeit, siehe Rückverfolgbarkeit. Für den Versand identifiziert die SSCC die Palette, die GTIN die Handelseinheit. Zur Abgrenzung der Ebenen helfen die Einträge Primärverpackung und Umverpackung.

05 · Material

Etikettierung und Lebensmittelkontakt: Material und Klebstoff

Obermaterial

Papier oder Kunststofffolie, matt oder glänzend. Es muss zur Oberfläche des Packmittels, zur Beanspruchung (Feuchte, Fett, Kälte) und zum Druckverfahren passen.

Klebstoff

Üblich sind permanent haftende und ablösbare Klebstoffe sowie Spezialkleber für niedrige oder hohe Temperaturen. Einsatzgrenzen nennt das Herstellerdatenblatt, nicht eine pauschale Tabelle.

Trägermaterial

Der Liner schützt den Klebstoff bis zum Spenden. Für Rolle und Maschine zählen Rollenbreite, Kerndurchmesser, Wickelrichtung und Etikettenabstand.

Bei der Etikettierung kommt es beim Lebensmittelkontakt auf den Ort an. Klebt ein Etikett direkt auf dem Lebensmittel, gelten besonders strenge Migrationsanforderungen. Auf der Außenseite einer Packung ohne zwingenden Direktkontakt spricht man von indirektem Kontakt.

Rechtsrahmen sind die Verordnung (EG) 1935/2004 (Art. 3) und die Verordnung (EG) 2023/2006 zur guten Herstellungspraxis, die auch Druckfarben einbezieht. Für Papieretiketten gelten außerdem die BfR-Empfehlungen; sie sind keine Rechtsnormen, der Hersteller muss ihre Einhaltung aber nachweisen können. Die Nachweise erklärt der Eintrag Lebensmittelkontaktmaterialien.

Etiketten gehören zur VerpackungMaterial, Klebstoff und Farbe von Etiketten zählen bei Schwermetallgrenzen und Recyclingfähigkeit mit. Eine Recyclingklasse oder Umweltaussage für einen konkreten Aufbau sagen wir nicht zu; Hintergrund im Eintrag Umweltaussagen.

06 · Verfahren

Etikettierung in der Linie: Etiketten anbringen und Angaben drucken

Bei der Etikettierung werden zwei Fragen oft vermischt: Wie kommt das Etikett auf die Packung, und wie kommen Charge und Datum darauf?

Applikationsverfahren für Haftetiketten
VerfahrenSo läuft es abPasst bei
AnrollenDas Etikett wird beim Vorbeilauf des Produkts abgespendet und angebürstet oder angerolltRundlaufende Packungen wie Dosen und Gläser
AufstempelnEin Stempel drückt das Etikett aus dem Spender auf die FlächeFlache Packungen, Kartons
AnblasenDruckluft bringt das Etikett berührungslos an die OberflächeEmpfindliche Oberflächen
Inkjet-Codierer an einer Schlauchbeutelmaschine druckt Losnummer und Datum auf die Folienbahn
Inkjet-Codierer druckt Losnummer und Datum direkt auf die Folienbahn

Charge und Mindesthaltbarkeit werden meist getrennt von der übrigen Etikettierung aufgebracht, weil sie sich je Charge ändern. Nach Herstellerangaben stehen vier Wege zur Wahl, die sich qualitativ so unterscheiden:

  • Continuous Inkjet druckt berührungslos auf Folien, Glas und Weißblech.
  • Thermal Inkjet eignet sich für saugende Flächen wie Karton und Kraftpapier.
  • Thermotransferdruck bringt Farbband in die laufende Folienbahn.
  • Laser verändert die Oberfläche und braucht kein Verbrauchsmaterial, aber ein geeignetes Material.

Bei einer Schlauchbeutelmaschine oder einem Bandversiegler kann die Codierung im selben Arbeitsschritt wie das Siegeln erfolgen. Rechtlich muss die Losangabe gut sichtbar, deutlich lesbar und unverwischbar sein. Prüfen Sie jedes Verfahren am echten Packmittel: Lesbarkeit, Wischfestigkeit und Kontrast, auch nach Lagerung. Wer das Etikett zugleich als Verschlusssiegel nutzt, findet Hinweise im Eintrag Originalitätssicherung.

07 · Fehler

Typische Fehler der Etikettierung und ihre Gegenmittel

Häufige Fehler bei der Etikettierung
FehlerFolgeGegenmittel
Schrift unter der Mindest-x-HöheBeanstandung, NeudruckAm Druckmuster messen, nicht am Layout
Allergene nicht hervorgehobenKennzeichnungsmangelHervorhebung im Zutatenverzeichnis prüfen
Bezeichnung und Nettofüllmenge auf verschiedenen SeitenVerstoß gegen das SichtfeldBeide Angaben im selben Feld planen
Umverpackung ohne Bezeichnung, Datum, Aufbewahrung, AnschriftWare nicht verkehrsfähigUmverpackungsetikett separat freigeben
Datum ohne Tag und Monat bei kurzer HaltbarkeitForm nach Anhang X nicht erfülltFormatvorgabe vor dem Druck abstimmen
Etikett löst sich oder wirft FaltenReklamation, NacharbeitHaftversuch am echten Packmittel unter Lager- und Transportbedingungen
Code verwischt oder blassRückverfolgung gefährdetWischtest, passender Untergrund und passende Tinte
Altetiketten nach Änderung im UmlaufFalsche Angaben auf der WareVersionsnummer je Etikett, Altbestand sperren

Viele dieser Fehler der Etikettierung entstehen an der Schnittstelle zwischen Gestaltung, Etikettendruck und Abfüllung. Eine schriftliche Freigabe des Korrekturabzugs durch den Inverkehrbringer vermeidet sie am zuverlässigsten.

08 · Entscheidung

Etikettierung, Direktdruck oder Codierung: was passt?

Wann welche Lösung? (Faustregel, keine Norm)
SituationNaheliegende LösungWorauf Sie achten
Kleine Auflagen, viele SortenNeutrales Packmittel mit EtikettEtikettenwechsel je Sorte, Versionskontrolle
Große Auflage einer SorteDirektdruck auf dem PackmittelVorlauf beim Packmittellieferanten, Änderungen kaum möglich
Charge und Datum je AuftragCodierung im Prozess oder Etikett mit variablem DruckUntergrund, Takt, Lesbarkeit
Saugender Untergrund wie KartonThermal Inkjet oder EtikettProbedruck auf dem echten Material
Fett- oder feuchtigkeitsempfindliche OberflächeKlebstoff und Obermaterial darauf abstimmenHaftversuch unter Betriebsbedingungen
Umverpackung für den HandelEigenes UmverpackungsetikettPflichtkern nach Art. 8 Abs. 7, Charge, GTIN oder SSCC

Etikettierung geplant?

Dosen, Gläser und Beutel abfüllen und kennzeichnen lassen

Nennen Sie uns Packmittel, Etikettenart und Auflage. Innerhalb von 48 Stunden wissen Sie, wie wir Ihr Projekt einordnen.

  • Antwort in 48 Stunden
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  • Bis zu 8.000 Dosen und Gläser pro Tag

09 · Bei OH!S

Etikettierung und Abfüllung bei OH!S

Bei OH!S laufen Dosen und Gläser bedruckt oder etikettiert durch die Abfüllung, je nach Produkt, Füllgewicht und Losgröße bis zu 8.000 Stück pro Tag. Mehr zu den Formaten finden Sie in den Einträgen Lohnabfüllung von Dosen, Glasverpackung und Matcha-Dosen.

Wie die Etikettierung gelöst wird und ob Etiketten von Ihnen beigestellt oder von uns beschafft werden, klären wir im Angebot. Zur Abfüllung selbst siehe Lohnabfüllung bei OH!S, zu Sets und Aktionsware die Konfektionierung.

Weißes Etikett auf einem Kraftpapier-Standbodenbeutel für Chargencode und Mindesthaltbarkeitsdatum
Etikett mit Chargencode und Mindesthaltbarkeit auf einem Kraftpapier-Doypack

Diese Angaben beschleunigen Ihr Angebot

Mit diesen Punkten können wir Etikettierung und Abfüllung in der Regel ohne Rückfragen einordnen.

  • Packmittel und Oberfläche: Dose, Glas oder Beutel, Maße, glatt, lackiert oder gewölbt
  • Etikettenart und Anzahl je Einheit: Rundum-, Front- und Rückenetikett oder Siegeletikett
  • Etiketten von Ihnen beigestellt oder von uns beschafft; auf Rolle oder als Bogen, mit Wickelrichtung und Kerndurchmesser
  • Druckdaten und Freigabe: Korrekturabzug, Ansprechperson, Zielland und Sprache
  • Codierung: Charge, Mindesthaltbarkeit, gegebenenfalls GS1-Code; im Etikett oder direkt auf der Packung
  • Füllgut und Lagerbedingungen (Fett, Feuchte, Kälte) für die Klebstoffwahl
  • Bio ja oder nein, Allergene
  • Auflage, Sorten, Wunschtermin und Lieferziel

10 · Anfrage

So gelingt Ihre Anfrage in einem Schritt

Die rechtliche Prüfung Ihrer Etikettierung leisten wir nicht; diese Verantwortung bleibt beim Inverkehrbringer. Wir klären, ob Etikett, Klebstoff und Codierung auf Ihrer Packung technisch zusammenpassen.

Preise nennen wir verbindlich erst im Angebot.

11 · FAQ

Häufige Fragen zur Etikettierung

Was ist Etikettierung?

Etikettierung meint zweierlei: das Anbringen von Etiketten auf einem Packmittel und die Angaben, die darauf stehen. Im industriellen Ablauf folgt sie auf die Abfüllung und den Verschluss. Bei Lebensmitteln ist sie zugleich Kennzeichnung: Die Verordnung (EU) 1169/2011 bestimmt, welche Pflichtangaben auf der Verpackung erscheinen und wie lesbar sie sein müssen.

Was muss auf dem Etikett eines vorverpackten Lebensmittels stehen?

Zur Etikettierung vorverpackter Lebensmittel zählen unter anderem die Bezeichnung des Lebensmittels, das Zutatenverzeichnis, Allergene mit Hervorhebung, die Nettofüllmenge, das Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum, Aufbewahrungs- und Verwendungsbedingungen, Name und Anschrift des Lebensmittelunternehmers, bei Bedarf Ursprungsland und die Nährwertdeklaration. Die Angabe zum Los kommt aus einem eigenen Rechtsakt. Welche Angaben für Ihr Produkt gelten, prüft der Inverkehrbringer.

Wie groß muss die Schrift auf dem Etikett sein?

Die Pflichtangaben müssen gut lesbar sein; die x-Höhe, also die Höhe des Kleinbuchstabens x, muss mindestens 1,2 mm betragen. Bei Verpackungen, deren größte Oberfläche kleiner als 80 cm² ist, genügen mindestens 0,9 mm (Art. 13 der Verordnung (EU) 1169/2011, Anhang IV). Die Schriftgröße in Punkt hängt von der Schriftart ab; messen Sie deshalb am Druckmuster.

Was muss auf der Umverpackung stehen?

Vorverpackte Lebensmittel, die vor dem Verkauf an Endverbraucher auf einer Stufe vermarktet werden, dürfen ihre Pflichtangaben in den Handelspapieren führen, sofern diese die Ware begleiten oder vorher oder bei Lieferung übermittelt werden. Unabhängig davon müssen Bezeichnung, Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum, Aufbewahrungsbedingungen sowie Name und Anschrift auch auf der äußeren Umverpackung stehen (Art. 8 Abs. 7, Art. 9 Abs. 1 der Verordnung (EU) 1169/2011).

Muss die Charge auf dem Etikett stehen?

Lebensmittel dürfen nur mit einer Angabe zum Los in Verkehr gebracht werden. Sie besteht aus Buchstaben, Ziffern oder beidem; ihr wird der Buchstabe L vorangestellt, wenn sie sich nicht deutlich von den übrigen Angaben abhebt. Ausnahmen gelten laut Los-Kennzeichnungs-Verordnung unter anderem für Packungen mit einer größten Einzelfläche unter 10 cm² und für Fälle, in denen das Datum unverschlüsselt mindestens Tag und Monat nennt. Details im Eintrag Chargennummer.

Welches Druckverfahren eignet sich für Charge und Mindesthaltbarkeit?

Das hängt bei der Etikettierung vom Untergrund und vom Takt ab. Continuous Inkjet druckt berührungslos auf Folien, Glas und Weißblech, Thermal Inkjet eignet sich für saugende Flächen wie Karton und Papier, Thermotransferdruck druckt mit Farbband in die laufende Folienbahn, Laser verändert die Oberfläche ohne Verbrauchsmaterial. Verlangen Sie Probedrucke auf dem echten Packmittel und prüfen Sie Lesbarkeit und Wischfestigkeit.

Dürfen Etiketten und Klebstoff mit Lebensmitteln in Berührung kommen?

Klebt ein Etikett direkt auf dem Lebensmittel, gelten besonders strenge Migrationsanforderungen. Auf der Außenseite einer Verpackung spricht man von indirektem Kontakt. Rechtsrahmen sind die Verordnung (EG) 1935/2004 und die Verordnung (EG) 2023/2006 zur guten Herstellungspraxis, einschließlich Druckfarben. Für Papieretiketten gelten zudem die Empfehlungen des BfR. Der Hersteller muss die Eignung nachweisen können.

12 · Fazit

Fazit: Pflichtangaben, Haftung und Druck gemeinsam planen

Etikettierung ist Recht und Technik zugleich. Rechtlich zählen die Pflichtangaben, die Mindest-x-Höhe von 1,2 mm beziehungsweise 0,9 mm bei kleinen Packungen und die Aufteilung zwischen Vorverpackung und Umverpackung. Technisch zählen Material, Klebstoff, Packmitteloberfläche und Druckverfahren, die erst am echten Muster zusammen geprüft sind.

Die meisten Fehler der Etikettierung lassen sich vermeiden, wenn Korrekturabzug, Haftversuch und Wischtest vor der Serie stehen und jede Etikettenversion eine Nummer trägt.

Wenn Sie so weit sind, schicken Sie uns die Angaben aus der Checkliste. Zum Weiterlesen eignet sich der Eintrag zur Chargennummer.

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Etikettierung anfragen – mit Format, Menge und Zeitrahmen

Schicken Sie uns Produkt, Format und Menge. Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden eine Antwort.

  1. Anfrage sendenProdukt, Format, Menge und Zeitrahmen genügen für den Start. NDA auf Wunsch.
  2. Antwort in 48 StundenWir melden uns mit einer ersten Einschätzung.
  3. Angebot nach Klärung der EckdatenPreise und Termine nennen wir verbindlich im Angebot.

Rechtlicher HinweisDie hier bereitgestellten Informationen dienen als fachliche Orientierung für Produktentwickler, Einkauf und Geschäftskunden der OH!S GmbH. Sie ersetzen keine Rechtsberatung und keine rechtliche Einzelfallprüfung; maßgeblich ist der amtliche Wortlaut der genannten Rechtsakte und Normen. Für Produktkonformität, Kennzeichnung und Umweltaussagen ist die jeweils nach Gesetz verantwortliche Partei zuständig, in der Regel der Inverkehrbringer. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen auf Basis der genannten Quellen zusammengestellt; eine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit wird nicht übernommen.

Quellen

  1. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, Art. 8 Abs. 7, Art. 9 Abs. 1, Art. 13, Art. 21, Anhang IV und X. Stand: 05.10.2026. EUR-Lex: LMIV (öffnet in neuem Tab)
  2. Landkreis Mittelsachsen, Lebensmittelüberwachung: Kennzeichnungsfragen, Mindestschriftgröße laut LMIV (Behördenmerkblatt). Stand: abgerufen 05.10.2026. Landkreis Mittelsachsen (öffnet in neuem Tab)
  3. Lebensmittelklarheit (Verbraucherzentralen): Worauf bezieht sich die Schriftgröße? Stand: abgerufen 05.10.2026. Lebensmittelklarheit (öffnet in neuem Tab)
  4. LMIV Art. 8 (Verantwortlichkeiten, Handelspapiere, Umverpackung), Textwiedergabe. Stand: abgerufen 05.10.2026. gesetze.legal zu LMIV Art. 8 (öffnet in neuem Tab)
  5. Richtlinie 2011/91/EU über Angaben oder Marken, mit denen sich das Los feststellen lässt, zu dem ein Lebensmittel gehört. Fassung vom 13.12.2011. EUR-Lex: Richtlinie 2011/91/EU (öffnet in neuem Tab)
  6. Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 über Materialien und Gegenstände mit Lebensmittelkontakt, Art. 3. Stand: 05.10.2026. EUR-Lex: VO (EG) 1935/2004 (öffnet in neuem Tab)
  7. Verordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR), Art. 5 (Stoffe in Verpackungen, Schwermetallsumme inklusive Farben, Etiketten und Klebstoffe). Stand: gilt seit 12.08.2026. EUR-Lex: PPWR (öffnet in neuem Tab)
  8. LabelPack: Lebensmittelkennzeichnung, der Migration auf der Spur (Etiketten, Klebstoffe, BfR-Empfehlungen). Stand: abgerufen 05.10.2026. LabelPack (öffnet in neuem Tab)
  9. Wellstar Packaging: Lexikon Haftetiketten (Aufbau, Klebstoffe). Stand: abgerufen 05.10.2026. Wellstar zu Haftetiketten (öffnet in neuem Tab)
  10. Keyence: Inkjet, Laser oder Etikett für Mindesthaltbarkeits- und Chargencodierung (Herstellerangaben). Stand: abgerufen 05.10.2026. Keyence zur Codierung (öffnet in neuem Tab)
  11. Bluhm Systeme: Automatische Etikettierung, Applikationsverfahren (Herstellerangaben). Stand: abgerufen 05.10.2026. Bluhm Systeme (öffnet in neuem Tab)

Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 04.02.2025 Erstveröffentlichung · 05.10.2026 vollständig überarbeitet: Pflichtangaben nach LMIV, Mindestschriftgröße, Primär- und Umverpackung, Klebstoff und Lebensmittelkontakt, Druckverfahren, Fehlerliste und Anfrage-Checkliste ergänzt; unbelegte Effizienz-, Zukunfts- und Umweltaussagen entfernt.

Sam W. Pack · Fach- und Blogstimme der OH!S GmbH

Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.

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