Verpackungslexikon · Recht & Nachhaltigkeit

Recyclingfähigkeit: Klassen, Design und Aussagen bei Verpackungen

Recyclingfähigkeit beschreibt, ob eine Verpackung nach Gebrauch getrennt gesammelt, sortiert und so stofflich verwertet werden kann, dass der Sekundärrohstoff Neuware ersetzt. Sie ist eine Eigenschaft der konkreten Verpackung samt Verschluss, Etikett und Druck, nicht des Werkstoffnamens. Die PPWR stuft sie frühestens ab 2030 in die Leistungsstufen A bis C ein.

  • Recyclingfähigkeit hängt am Gesamtaufbau: Bewertet wird die ganze Verpackung mit Barriere, Verschluss, Etikett, Farbe und Druck, nicht der Werkstoffname
  • Klassen A bis C frühestens ab 2030: Kriterien und Methode liefert erst der delegierte Rechtsakt; eine Klasse für einen konkreten Aufbau ist heute nicht zusagbar
  • Gelbe Tonne ist kein Beleg: Wohin eine Verpackung gehört, sagt nichts darüber, ob daraus Sekundärrohstoff entsteht

Antwort auf Ihre Anfrage innerhalb von 48 Stunden. NDA auf Wunsch.

Recyclingfähigkeit – Titelbild zu Design for Recycling und PPWR-Leistungsstufen im OH!S Verpackungslexikon
2030Klassen A bis C, frühestens
A, B, CLeistungsstufen nach Art. 6
ab 01.01.2030 oder später
01.01.2028Zielvorgabe für den delegierten
Rechtsakt zu Kriterien und Methode
95 %Massenanteil: darunter gilt eine Verpackung
im ZSVR-Mindeststandard als Verbund
48 hbis zur Antwort
auf Ihre Anfrage

01 · Definition

Was bedeutet Recyclingfähigkeit bei Verpackungen?

Recyclingfähigkeit beantwortet eine praktische Frage: Kann aus dieser Verpackung nach Gebrauch wieder Rohstoff werden? Die Antwort hängt am Gesamtaufbau, nicht am Namen des Werkstoffs.

Bewertet wird die Verpackung als Ganzes. Folie, Barriereschicht, Druckfarbe, Kleber, Zipper, Ausgießer, Verschluss und Etikett zählen mit. Nach Fachquellen zu Art. 6 der Verordnung (EU) 2025/40 gilt eine Verpackung als recyclingfähig, wenn sie für das stoffliche Recycling gestaltet ist, getrennt gesammelt und in definierte Abfallströme sortiert werden kann, andere Ströme nicht stört und so recycelt werden kann, dass der Sekundärrohstoff Neuware ersetzt. Ab 2035 kommt hinzu, dass dies in großem Maßstab geschieht.

Als Markeninhaber steuern Sie die Gestaltung. Sammlung, Sortierung und Verwertung liegen außerhalb Ihrer Hand, fließen aber in die Bewertung der Recyclingfähigkeit ein.

Recyclingfähigkeit auf einen Blick (Stand 05.10.2026)
MerkmalAngabe
RechtsgrundlageArt. 6 und Anhang II der Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR)
LeistungsstufenA, B und C; unter C gilt eine Verpackung als nicht recyclingfähig
Beginnfrühestens 01.01.2030 oder 24 Monate nach Inkrafttreten des delegierten Rechtsakts, je nachdem, was später ist
Kriterien und Methodedelegierter Rechtsakt der Kommission, Zielvorgabe 01.01.2028
Später2035 zusätzlich „in großem Maßstab“; ab 01.01.2038 nur noch A und B
DeutschlandZSVR-Mindeststandard als Grundlage der Entgeltstaffelung, keine PPWR-Stufe

02 · Abgrenzung

Recyclingfähigkeit, Sortierbarkeit, Gelbe Tonne und Werbeaussage

Im Einkauf und im Marketing werden fünf Begriffe zur Recyclingfähigkeit gleichgesetzt, obwohl sie Verschiedenes messen. Die Tabelle trennt sie.

Fünf Begriffe, fünf Maßstäbe (Stand 05.10.2026)
BegriffGemeint istMaßstabDaraus folgt nicht
Stofflich recyclingfähig (PPWR)Verpackung wird gestaltet, gesammelt, sortiert und verwertet, sodass Sekundärrohstoff entstehtArt. 6 PPWR, Leistungsstufen A bis Ceine Klasse, solange der delegierte Rechtsakt fehlt
SortierbarkeitSortieranlage erkennt das Material und ordnet es dem richtigen Strom zuBestandteil der Bewertung, etwa im ZSVR-MindeststandardGut erkennbar heißt nicht gut verwertbar
Erfassungsweg „Gelbe Tonne“Entsorgungsregel für Verbraucher, wohin die leere Verpackung gehörtkommunale und verbandliche HinweiseAuch Verbunde gehören hinein; Recycling ist damit nicht belegt
ZSVR-MindeststandardProzentwert, wie viel einer Verpackung real als Wertstoff gewonnen wirdZSVR und Umweltbundesamt, Ausgabe 2026eine PPWR-Stufe; er dient der Entgeltstaffelung
Werbeaussage „recyclingfähig“Umweltaussage gegenüber VerbrauchernEmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825 und UWGSie braucht Bezugsgegenstand, Methode, Ergebnis und Datum; siehe Umweltaussagen

Der Mindeststandard bemisst die unbefüllte Verpackung als Ganzes einschließlich Verschluss und Etikett. Wird ein Bestandteil als unverträglich eingestuft, setzt er die Recyclingfähigkeit auf null Prozent, unabhängig vom Gewichtsanteil: Ein kleiner, falsch gewählter Bestandteil kann den ganzen Aufbau entwerten. Als Verbund gilt eine Verpackung, wenn keine Materialart mehr als 95 Prozent der Masse ausmacht; das ist eine Rechenregel dieses Standards, keine PPWR-Stufe.

03 · Design for Recycling

Design for Recycling: Was die Recyclingfähigkeit bei Material, Barriere, Etikett und Farbe bestimmt

Nahinfrarot-Sortieranlage trennt Kunststoffverpackungen in einer Recyclinganlage
In der Sortieranlage entscheidet das Signal des Sensors, ob eine Verpackung im richtigen Strom landet

Design for Recycling heißt, die Verpackung so zu gestalten, dass sie in den vorhandenen Sammel-, Sortier- und Recyclingsystemen funktioniert. Die verbindlichen Kriterien legt die Kommission erst fest; bis dahin sind Branchenleitfäden und Normen Orientierung, keine Grenzwerte der PPWR. Die 2026 veröffentlichte Normenreihe EN 18120 des CEN (14 Teile) soll nach Fachquellen in die Kriterien der Kommission einfließen, ersetzt den Rechtsakt aber nicht.

Gestaltungsmerkmale, Leitfadenstand und Klärungsbedarf (Stand 05.10.2026)
MerkmalWas Leitfäden und Standards sagenDas klären Sie vorab
MaterialfamilieCEFLEX bevorzugt Mono-PE und Mono-PP. Verbunde aus verschiedenen Polymeren, etwa PET mit PE, sind im Recyclingstrom meist nicht verwertbar.Besteht der Aufbau überwiegend aus einer Familie? Siehe Monomaterial und Verbundfolie
BarriereBarriereschichten wie EVOH, PVOH, AlOx und SiOx gelten nach CEFLEX bis etwa 5 % des Gesamtgewichts als vertretbar. RecyClass lässt in PE-Folien bis 5 Gew.-% EVOH zu, wenn das Verhältnis zur Haftvermittlerschicht stimmt (Stand 07/2025). Metallisierte Folien sind nur eingeschränkt verträglich.Welche Barriere braucht das Füllgut wirklich? Siehe Barriereeigenschaften OTR und WVTR
Zipper, Ventil, Ausgießer, VerschlussDas Bauteil sollte zur Polymerfamilie des Beutels passen. Nach RecyClass sind PE-Verschlüsse mit PE-Folien kompatibel, ein PP-Ausgießer nur eingeschränkt (Abwertung um eine RecyClass-Stufe), Metall, PVC, PET und PS nicht.Material jedes Bauteils im Datenblatt; siehe Spout
Etikett, Kleber, BeschichtungSie gehen in die Bewertung ein. Material, Flächenanteil und Ablösbarkeit zählen; für Klebstoffe und Beschichtungen nennt CEFLEX höchstens etwa 5 %.Etikettenmaterial, Fläche und Kleber; siehe Etikettierung
Farbe und DruckMit Ruß schwarz eingefärbte Kunststoffe absorbieren das Nahinfrarot-Signal; die Sortieranlage erkennt sie nicht. Druckfarben sind Teil der Bewertung.Ist eine dunkle Einfärbung nötig? Druckfläche und Farbsystem
Papier, Karton, WellpappeWellpappe wird im Altpapierkreislauf verwertet; Beschichtungen aus Kunststoff, Wachs oder Fluorverbindungen schränken das ein. Faserbasierte Packmittel mit Kaschierung gelten als Verbund; Barriereart und Metallanteil in Boden, Deckel und Membran entscheiden.Beschichtungsart, Metallanteil und Barrierekonzept; siehe Wellpappe

04 · Abfüllung

Was Design for Recycling an der Abfüllanlage bedeutet

Der Wechsel auf einen recyclinggerechten Aufbau ist keine reine Einkaufsentscheidung, sondern eine Maschinenfrage. Bei Mono-PE bestehen Außen- und Siegelschicht aus Polyethylen, und ihre Schmelzbereiche liegen oft nur 15 bis 20 °C auseinander. Sind die Siegelbacken schon wenige Grad zu heiß, schmilzt der Beutel durch; sind sie zu kalt, hält die Naht nicht. Bei Verbunden mit unterschiedlichen Polymeren ist das Verarbeitungsfenster breiter.

Planen Sie einen Siegelversuch auf der Abfüllanlage ein, bevor eine Folie freigegeben wird, und prüfen Sie Zipper, Ventil und Ausgießer als Teil derselben Spezifikation. Bei OH!S liegen Materialaufbau sowie Konformitäts- und Stoffnachweise vor Produktionsstart vor und werden je Artikel archiviert. Was in eine Spezifikation gehört, beschreibt der Eintrag Verpackungsspezifikation.

05 · Entscheidungshilfe

Welche Bewertung passt zu welcher Ausgangslage?

Ausgangslage und nächster Schritt bei der Recyclingfähigkeit
AusgangslageDas ist zu tunDas ist nicht möglich
Sie wollen heute „recyclingfähig“ kommunizierenAufbau bewerten lassen, etwa nach dem ZSVR-Mindeststandard, und Bezugsgegenstand, Ergebnis und Datum festhalteneine Aussage „PPWR-Klasse A“ ohne Rechtsakt
Sie planen den Marktzugang für 2030 und späterAufbau mit Lagen, Materialien und Gewichtsanteilen dokumentieren, Lieferanten um Datenblatt und Bewertung bitteneine Klasse für einen konkreten Aufbau zusagen
Sie nutzen einen Verbund mit BarriereBarrierebedarf des Füllguts messen, Alternativen testen, Zeit für Maschinentest einplanenden Materialwechsel kurz vor 2030 beginnen
Sie stellen auf Mono-PE oder Mono-PP umSiegelversuch, Bauteile derselben Polymerfamilie, Etikett und Druck mitbewertenaus der Materialfamilie auf Recyclingfähigkeit schließen
Sie verkaufen in mehreren LändernZielmärkte nennen, Pflichten zur Systembeteiligung je Land klären; siehe Systembeteiligungeine einheitliche Bewertung für alle Länder annehmen

Aufbau unklar?

Wir klären Material und Nachweise vor der Spezifikation

Nennen Sie uns Packmittel, Bauteile und geplante Aussagen. Wir melden uns innerhalb von 48 Stunden mit einer ersten Einschätzung, welche Angaben für die Bewertung fehlen. Eine Klasse oder eine Rechtsprüfung ersetzt das nicht.

  • Antwort in 48 Stunden
  • NDA auf Wunsch
  • Keine Klassenzusage

06 · Regulatorik

Recht und Fristen: Was die PPWR verlangt und was noch offen ist

Querschnitt einer Verbundfolie mit Aluminiumschicht unter der Lupe
Der Schichtaufbau eines Verbunds entscheidet mit, ob eine Verpackung später recycelt werden kann

Art. 6 PPWR verlangt, dass Verpackungen recyclinggerecht gestaltet und nach ihrer Recyclingfähigkeit in Leistungsstufen eingeordnet werden. Zulässig sind frühestens ab dem 01.01.2030 nur noch die Stufen A, B oder C, oder erst 24 Monate nach Inkrafttreten des delegierten Rechtsakts, falls dieser später kommt. Den Rechtsakt mit Kriterien und Methode soll die Kommission bis zum 01.01.2028 vorlegen. Ab dem 01.01.2035 muss zusätzlich in großem Maßstab recycelt werden, ab dem 01.01.2038 sind nur noch A und B zulässig.

Für Verpackungen gewöhnlicher Lebensmittel und von Nahrungsergänzungsmitteln ist nach den vorliegenden Quellen keine Ausnahme genannt. Alle Termine im Überblick stehen im Eintrag PPWR Fristen, die Einordnung der Verordnung im Eintrag PPWR.

Keine Klasse zusagbar, solange der Rechtsakt fehltDie Stufen A bis C sind definiert, aber nicht prüfbar, solange der delegierte Rechtsakt nicht vorliegt. Bewertungen nach Branchenleitfäden oder nach dem ZSVR-Mindeststandard sind Orientierung und keine Einstufung nach PPWR. Das gilt auch für Aussagen von Lieferanten. Die verbindliche Bewertung liegt beim Verantwortlichen und dessen Rechtsberatung.

Die Entgelte der dualen Systeme sollen künftig nach Recyclingfähigkeit gestaffelt werden; Hintergrund im Eintrag Systembeteiligung. Wer „recyclingfähig“ nach außen kommuniziert, unterliegt zusätzlich seit dem 27.09.2026 der EmpCo-Richtlinie; die Folgen zeigt der Eintrag Umweltaussagen.

07 · Praxis

So gehen wir bei der Recyclingfähigkeit im Projekt vor

Siegelbacken verschließen einen Monomaterial-Beutel aus Polyethylen an der Abfüllanlage
Siegelversuche zeigen, ob ein recyclinggerechter Aufbau auf der Anlage prozesssicher läuft

Wir sagen zur Recyclingfähigkeit weder eine Klasse noch PPWR-Konformität zu. Nach heutigem Stand haben Monomaterial-Aufbauten wie Mono-PE oder Mono-PP die besten Aussichten auf eine gute Einstufung; die genaue Methode legt die EU bis 2028 fest. Neue Materialstrukturen, Aluminiumverbunde, Beschichtungen und Barriereschichten werden bei uns zusätzlich fachlich geprüft.

Bei Verpackungen mit Lebensmittelkontakt dokumentieren wir Materialaufbau, Konformität nach Lebensmittelkontaktrecht sowie PFAS- und Schwermetallnachweise. Welche Aussagen Sie daraus auf der Verpackung ableiten, entscheiden Sie als Verantwortlicher. Orientierung zu Materialalternativen bietet unsere Verpackungsberatung zu Material und Nachweisen; Beispiele für Beutelformate zeigen die Doypacks und Standbodenbeutel.

Angaben, die wir für Ihr Projekt brauchen

Mit diesen Punkten können wir einschätzen, welche Unterlagen Ihre Bewertung der Recyclingfähigkeit braucht, in der Regel ohne Rückfragen.

  • Spezifikation: Lagen, Materialien und Gewichtsanteile laut Datenblatt, falls vorhanden
  • Bauteile: Zipper, Ventil, Ausgießer, Verschluss, Etikett mit Material und Fläche
  • Vorhandener Nachweis: Bewertung nach Mindeststandard oder Leitfaden, mit Datum
  • Füllgut und Barrierebedarf: Haltbarkeit, Sauerstoff- und Aromaempfindlichkeit
  • Zielmärkte und Vertriebsweg: Länder, Handel oder Direktvertrieb
  • Aussageabsicht: Wortlaut geplanter Umweltaussagen und Bezugsgegenstand
  • Prozess, Format, Auflage und Wunschtermin

08 · Anfrage

Diese Angaben brauchen wir für Ihr Projekt

Nennen Sie zuerst, was schon feststeht. Material und Bauteile bestimmen, welche Bewertung der Recyclingfähigkeit möglich ist, und die Aussageabsicht bestimmt, welcher Nachweis gebraucht wird.

Die rechtliche Beurteilung Ihrer Aussagen bleibt Sache des Verantwortlichen und seiner Rechtsberatung. Wir helfen, Aufbau und Nachweise zu klären, bevor die Spezifikation und der Druck freigegeben werden.

09 · FAQ

Häufige Fragen zur Recyclingfähigkeit

Was bedeutet Recyclingfähigkeit bei Verpackungen?

Eine Verpackung ist recyclingfähig, wenn sie nach Gebrauch getrennt gesammelt, in einen passenden Strom sortiert und so stofflich verwertet werden kann, dass der gewonnene Sekundärrohstoff Neuware ersetzt. Bewertet wird die konkrete Verpackung mit allen Bestandteilen, also auch Verschluss, Etikett, Druckfarbe und Barriere. Der Werkstoffname auf dem Datenblatt allein sagt darüber nichts aus.

Welche Recyclingklassen gibt es nach der PPWR?

Art. 6 der Verordnung (EU) 2025/40 kennt die Leistungsstufen A, B und C; unter C gilt eine Verpackung als nicht recyclingfähig. Gefordert sind sie frühestens ab dem 1. Januar 2030 oder 24 Monate nach Inkrafttreten des delegierten Rechtsakts, je nachdem, was später liegt. Ab 2038 sind nur noch A und B zulässig. Bezeichnungen wie D oder E sind nicht amtlich. Welche Stufe die Recyclingfähigkeit eines Aufbaus erreicht, steht erst nach dem Rechtsakt fest.

Ist eine Verpackung recyclingfähig, wenn sie in die Gelbe Tonne gehört?

Nein. Die Gelbe Tonne ist eine Erfassungsregel für Verbraucher: Sie sagt, wohin die leere Verpackung gehört. Auch Verbunde, etwa Blister aus Kunststoff und Aluminium, gehören dorthin. Ob daraus am Ende Sekundärrohstoff entsteht, hängt von Sortierung und Verwertung ab und wird mit der Recyclingfähigkeit nach einer anerkannten Methode bewertet.

Sind Monomaterial-Beutel automatisch recyclingfähig?

Nein. Mono-PE und Mono-PP haben nach den Branchenleitfäden die besten Ausgangsbedingungen, belegen aber weder eine Klasse noch Recyclingfähigkeit. Barriereschicht, Druckfarbe, Kleber, Zipper, Ausgießer und Etikett gehen in die Bewertung ein, und im ZSVR-Mindeststandard kann ein einzelner unverträglicher Bestandteil das Ergebnis auf null Prozent setzen. Entscheidend ist die geprüfte Gesamtstruktur.

Darf ich „recyclingfähig“ auf die Verpackung schreiben?

Nur mit belegbarem Bezug. „Recyclingfähig“ ist eine Umweltaussage und seit dem 27. September 2026 an der EmpCo-Richtlinie zu messen. Sie brauchen den genau benannten Bezugsgegenstand, die Bewertungsmethode, das Ergebnis mit Datum und die Klarheit, ob Verschluss und Etikett eingeschlossen sind. Eine PPWR-Stufe lässt sich vor dem delegierten Rechtsakt nicht belegen. Absolutaussagen wie „100 %“ sind besonders riskant.

Ist der deutsche Mindeststandard dasselbe wie die PPWR-Stufe?

Nein. Der Mindeststandard der Zentralen Stelle Verpackungsregister und des Umweltbundesamts bemisst einen Prozentwert für die ökologische Staffelung der Systementgelte in Deutschland. Die Ausgabe 2026 soll für Verpackungen gelten, die im Jahr 2027 in Verkehr gebracht werden. Die PPWR-Leistungsstufen beruhen auf eigenen Kriterien, die die Kommission noch festlegt. Beide Bewertungen dürfen nicht gleichgesetzt werden.

Gilt die Recyclingpflicht auch für Verpackungen von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln?

Nach den vorliegenden Quellen ist für Verpackungen gewöhnlicher Lebensmittel und von Nahrungsergänzungsmitteln keine Ausnahme genannt. Ausnahmen betreffen laut Fachquellen unter anderem bestimmte Verpackungen für Arzneimittel und Medizinprodukte sowie leichte Verpackungen aus Holz, Kork, Textil, Keramik und Wachs. Für innovative Verpackungen gilt eine Übergangszeit. Einzelheiten und Absätze sind am Amtstext zu prüfen.

10 · Fazit

Fazit: Recyclingfähigkeit belegen, nicht behaupten

Recyclingfähigkeit ist eine Eigenschaft des Gesamtaufbaus. Die PPWR stuft sie frühestens ab 2030 in die Stufen A bis C ein, aber erst der delegierte Rechtsakt macht diese Stufen prüfbar. Bis dahin sind Mindeststandard und Branchenleitfäden Orientierung. Die Gelbe Tonne, ein Monomaterial-Name oder ein Lieferantenversprechen ersetzen die Bewertung nicht.

Praktisch heißt das: Aufbau und Bauteile dokumentieren, Barriere und Etikett bewusst wählen, Siegelversuche früh einplanen und Aussagen nur mit Bezugsgegenstand, Methode, Ergebnis und Datum formulieren. Wer so vorgeht, kann nach dem Rechtsakt von 2028 schnell einstufen, ohne eine Zusage vorweggenommen zu haben.

Für die Materialfrage lesen Sie als Nächstes Monomaterial, für den Rezyklatanteil den Eintrag Rezyklat.

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Nennen Sie uns Packmittel, Bauteile und geplante Aussagen. Innerhalb von 48 Stunden erhalten Sie eine erste Einschätzung, welche Angaben für die Bewertung fehlen. Eine Klasse oder eine Rechtsprüfung ersetzt das nicht.

  1. Anfrage sendenProdukt, Format, Menge und Zeitrahmen genügen für den Start. NDA auf Wunsch.
  2. Antwort in 48 StundenWir melden uns mit einer ersten Einschätzung.
  3. Angebot nach Klärung der EckdatenPreise und Termine nennen wir verbindlich im Angebot.

Rechtlicher HinweisDie hier bereitgestellten Informationen dienen als fachliche Orientierung für Produktentwickler, Einkauf und Geschäftskunden der OH!S GmbH. Sie ersetzen keine Rechtsberatung und keine rechtliche Einzelfallprüfung; maßgeblich ist der amtliche Wortlaut der genannten Rechtsakte und Normen. Für Produktkonformität, Kennzeichnung und Umweltaussagen ist die jeweils nach Gesetz verantwortliche Partei zuständig, in der Regel der Inverkehrbringer. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen auf Basis der genannten Quellen zusammengestellt; eine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit wird nicht übernommen.

Quellen

  1. Verordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR), Art. 6 und Anhang II. Stand: gilt seit 12.08.2026. EUR-Lex: PPWR (öffnet in neuem Tab)
  2. ZSVR und Umweltbundesamt: Mindeststandard 2026 zur Bemessung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen (Meldung vom 01.09.2026). Stand: 05.10.2026. Fachmeldung: Mindeststandard 2026 (öffnet in neuem Tab)
  3. Umweltbundesamt: Recyclingfähigkeit von Verpackungen, Mindeststandard. Stand: 05.10.2026. Umweltbundesamt: Mindeststandard (öffnet in neuem Tab)
  4. Zentrale Stelle Verpackungsregister: Mindeststandard für die Bemessung der Recyclingfähigkeit, Ausgabe 2025 (Verbunddefinition, Bemessung der gesamten Verpackung). Stand: 05.10.2026. ZSVR: Mindeststandard 2025 (öffnet in neuem Tab)
  5. CEFLEX: Designing for a Circular Economy (D4ACE), Leitlinien für flexible Verpackungen, Executive Summary 09/2025. Stand: 05.10.2026. CEFLEX: D4ACE (öffnet in neuem Tab)
  6. RecyClass: PE flexible films, neue Erkenntnisse zu funktionellen Barrieren (Update 07/2025). Stand: 05.10.2026. RecyClass: PE-Folien (öffnet in neuem Tab)
  7. CEN-CENELEC: EN 18120 zu recyclinggerechten Kunststoffverpackungen (Meldung vom 24.06.2026). Stand: 05.10.2026. CEN-CENELEC: EN 18120 (öffnet in neuem Tab)
  8. Richtlinie (EU) 2024/825 zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel (EmpCo), anwendbar seit 27.09.2026. Stand: 05.10.2026. EUR-Lex: EmpCo-Richtlinie (öffnet in neuem Tab)

Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 05.10.2026 vollständig überarbeitet: Abgrenzung von Recyclingfähigkeit, Sortierbarkeit, Gelber Tonne, Mindeststandard und Werbeaussage; Design-for-Recycling-Tabelle mit Quellenhinweisen; Entscheidungshilfe, Rechtsstand mit „oder später“ und Anfrage-Checkliste; unbelegte Zahlenangaben, Einzelausnahmen und die Kleinserien-Zusage aus dem Bestand entfernt.

Sam W. Pack · Fach- und Blogstimme der OH!S GmbH

Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.

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