Verpackungslexikon · Kartonagen & Wellpappe

B-Welle: Maße, Druckeignung und Einsatz der Feinwelle

B-Welle ist die Feinwelle der Wellpappe: Die gewellte Mittellage hat eine Wellenhöhe von 2,2 bis 3,1 mm und eine Wellenteilung von 4,8 bis 6,5 mm, das sind rund 154 bis 208 Wellen je Meter. Sie ergibt flache, gut bedruckbare Platten und ist zugleich Baustein zweiwelliger Aufbauten wie BC und EB.

  • Feinwelle, nicht „mittelgroß“: 2,2–3,1 mm hoch, rund 154–208 Wellen je Meter (Praxis 150–185)
  • Flach und bedruckbar: gleichmäßige Oberfläche, geringe Wanddicke, mehr Kartons je Lagenhöhe
  • Recycling nur differenziert: Wellpappe wird im Altpapierkreislauf verwertet, ein „100 %“-Versprechen gibt der Aufbau nicht her

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B-Welle: gestapelte Wellpappe-Platten im Anschnitt mit eng stehender feiner Welle
2,2–3,1 mmWellenhöhe der B-Welle
2,2–3,1 mmWellenhöhe
(Klassengrenzen)
4,8–6,5 mmWellenteilung
(Klassengrenzen)
154–208Wellen je Meter,
Praxis ca. 150–185
48 hbis zur Antwort
auf Ihre Anfrage

01 · Definition

Was ist die B-Welle?

Sie ist die flache Welle unter den gängigen Wellenarten. Sie liefert glatte, gut bedruckbare Platten und steckt in vielen zweiwelligen Aufbauten.

Die Wellenart beschreibt die gewellte Mittellage durch zwei Maße: die Wellenhöhe, den Abstand von Wellental zu Wellenspitze, und die Wellenteilung, den Abstand zweier Wellenspitzen. Hier liegt die Höhe zwischen 2,2 und 3,1 mm, die Teilung zwischen 4,8 und 6,5 mm. Der Verband der Wellpappen-Industrie führt sie als Feinwelle.

Nach der Höhe lautet die Reihenfolge der Wellenarten A, C, B, E. Sie liegt also zwischen der Mittelwelle C und der Feinstwelle E. Den Überblick über alle Wellenarten gibt der Eintrag Wellpappe.

Muster feiner Wellpappe-Wellen im Vergleich, von der B-Welle bis zu sehr flachen Wellen
Muster feiner Wellpappe-Wellen im Vergleich, links die B-Welle

02 · Steckbrief

Die B-Welle in Zahlen

Diese Werte sind Klassengrenzen der Systematik, keine Garantiewerte eines Herstellers. Praxiswerte liegen innerhalb der Spannen.

Steckbrief Feinwelle (Klassengrenzen nach VDW-Systematik, Praxiswerte nach Fachseiten)
MerkmalWertHinweis
BezeichnungFeinwellenicht mittelgroß: das ist die C-Welle
Wellenhöhe2,2–3,1 mmtypisch ca. 2,4 mm
Wellenteilung4,8–6,5 mmAbstand zweier Wellenspitzen
Wellen je Meterrund 154–208Praxis ca. 150–185
Wellen je Fuß (US-Angabe)ca. 47entspricht ca. 154 je Meter
Aufarbeitungsfaktor1,30–1,35Fläche Wellenstoff je Fläche Wellpappe

Klassengrenzen laut Fachseiten nach VDW-Systematik (Bezug DIN 55468, Ausgabe nicht geprüft). Wellen je Meter = 1.000 ÷ Wellenteilung in mm.

03 · Bezeichnung

Feinwelle statt „mittelgroß“: Namen und Zahlen richtig lesen

Händlerseiten und frühere Fassungen dieses Eintrags nennen die B-Welle „mittelfein“ oder „mittelgroß“. Das stimmt mit der Systematik nicht überein: Mittelgroß ist die C-Welle. Sie ist die Feinwelle. Das ist mehr als Wortklauberei, denn wer „mittel“ liest, erwartet etwa die Polsterung der C-Welle und bekommt sie nicht.

Bei der Zahl je Meter ist sie unauffälliger als A und C. Die US-Angabe von ca. 47 Wellen je Fuß ergibt umgerechnet rund 154 je Meter, die untere Grenze der Klasse. Als Plausibilitätstest taugt das Lineal: Auf 100 mm Länge liegen hier 15 bis 21 Wellenspitzen.

Plausibilitätsprüfung der Wellenzahl (Feinwelle)
AngabeRechnungErgebnisPlausibel?
47 je Meter (falsch gelesen)1.000 mm ÷ 47Teilung ca. 21 mmNein, Klasse B hat 4,8–6,5 mm
47 je Fuß (US)47 ÷ 0,3048ca. 154 je MeterJa, untere Grenze
Teilung 5,5 mm (Beispiel)1.000 ÷ 5,5ca. 182 je MeterJa
Teilung 4,8 mm1.000 ÷ 4,8ca. 208 je MeterJa, obere Grenze

04 · Aufbau

B-Welle einwellig und als Baustein von BC und EB

Allein ergibt sie eine dreilagige Platte. Kombiniert mit einer zweiten Welle entsteht zweiwellige Wellpappe mit fünf Papierlagen.

Aufbauvarianten mit Feinwelle
AufbauPapierlagenWellenRolle von B
einwellig3Bflache Platte für leichte bis mittelschwere Ware und Druck
BC-Welle5B und CKombination mit der Mittelwelle für mehr Tragfähigkeit und Polsterung, Dicke ca. 6–7 mm
EB-Welle5E und BKombination mit der Feinstwelle für feinere Oberfläche bei höherer Stabilität

Rollen und Dicken nach Händler- und Ratgeberseiten (TIS/GDV, Transpack, packweiser). Die Zahl vor dem Punkt der VDW-Sorte nennt die Wellenbahnen, die Buchstaben die Wellenarten, die Zahl danach die Güteklasse.

Die Decken sind Kraftliner (laut Fachseiten mindestens 80 % Frischfasern) oder Testliner aus Altpapier, den Wellenstoff liefern meist Recyclingfasern. Eine Angabe wie KL135 / Ws90 / TL120 nennt die Flächengewichte der Lagen in g/m². Die Welle formt die Wellpappenanlage unter Wärme, Dampf und Druck, die Wellenspitzen werden mit Stärkeleim an die Decke geklebt. Die Kartonform folgt dem FEFCO-Code.

05 · Eigenschaften

Druckbild, Planlage und Stapelfestigkeit

Die Feinwelle punktet bei Oberfläche und Dicke. Bei Polsterung gibt sie Stärke ab.

Eigenschaften der Feinwelle (Einordnung nach Fachseiten, qualitativ)
EigenschaftEinordnungWas Sie prüfen sollten
Bedruckbarkeitgut, glatter als C- und A-WelleDruckverfahren, Deckenpapier, Farbaufbau
Planlage und Wanddickeflach, geringe WanddickeAußenmaß, Lagenhöhe auf der Palette
Stapeldruckfestigkeitgut im Verhältnis zur DickeBCT des fertigen Kartons
Durchstoßwiderstandtendenziell höher bei flacher WellePrüfwert mit Norm und Einheit
Polsterunggeringer als bei C- und A-WelleEinleger, Trennstege, Füllung
Verarbeitungfür maßgenaue Kartons und Stanzformen verbreitetBauform nach FEFCO-Code

Der Kantenstauchwiderstand ECT misst die Tragkraft der Platte in Wellenrichtung (ISO 3037), der Stapelstauchwiderstand BCT die Kraft am fertigen Karton (ISO 12048). Aus der Platte allein folgt kein Kartonwert: Er hängt von Form, Maßen und Klima ab. Fachliteratur beschreibt, dass eine flachere Welle den Flachstauchwiderstand senkt, Kantenstauch- und Durchstoßwiderstand aber tendenziell erhöht. Welche Wirkung im Einzelfall überwiegt, zeigt die Prüfung am fertigen Karton.

Flacher, bedruckter Versandkarton aus Wellpappe mit glatter Oberfläche auf einem Packtisch
Flacher, bedruckter Versandkarton aus Wellpappe mit glatter Oberfläche

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Keine Werte ohne BedingungenDieser Eintrag nennt keine Beispielwerte für ECT oder BCT. Sie hängen von Papier, Hersteller, Kartonform und Prüfklima ab. Lassen Sie sich Werte vom Kartonhersteller mit Norm, Einheit und Prüfbedingungen bestätigen.

06 · Feinere Wellen

Unterhalb der B-Welle: D-, E-, F- und G-Welle

Wer zur Feinwelle recherchiert, trifft schnell auf noch feinere Wellen. Die Tabelle zeigt, wo sie in der Systematik liegen.

Feinere Wellen nach VDW-Systematik (Klassengrenzen, Wellen je Meter gerechnet)
WellenartWellenhöheWellenteilungWellen je Meter
B-Welle (Vergleich)2,2–3,1 mm4,8–6,5 mmrund 154–208
D-Welle1,9–2,2 mm3,5–4,8 mmrund 208–286
E-Welle1,0–1,9 mm2,6–3,5 mmrund 286–385
F-Welle0,6–1,0 mm1,8–2,6 mmrund 385–556
G-Welleunter 0,6 mmbis 1,8 mmüber 556

Klassengrenzen laut Fachseiten nach VDW-Systematik. Wellen je Meter = 1.000 ÷ Wellenteilung in mm. Die N-Welle mit etwa 0,4 mm Höhe ist hier nicht aufgeführt.

Die G-Welle ist die flachste Welle der Tabelle und ergibt sehr dünne, gut bedruckbare Wellpappe. Für den Versand von Beuteln, Dosen und Sets spielt sie in der Regel keine Rolle, weil sie kaum Polsterung bietet. Die E-Welle behandelt der Eintrag E-Welle.

07 · Wellenwahl

Wann die B-Welle, wann nicht?

Die Tabelle ordnet die häufigsten Fälle ein. Sie ist eine Orientierung, keine Freigabe.

Wann die Feinwelle passt und welche Alternative naheliegt (Orientierung)
SituationB einwellig?Naheliegende Alternative
Bedruckter Versandkarton für leichte bis mittelschwere WareJa, häufige WahlC-Welle, wenn mehr Pufferwirkung zählt
Flacher Karton, der wenig Volumen belegen sollJa, geringe Wanddicke—
Maßgenauer Karton für Automatenverpackung oder StanzformJa, verbreitet—
Stoßempfindliche Ware ohne EinlegerEher nein, geringe PolsterungC-Welle, A-Welle oder Einleger
Schwere Ware, hohe Stapelhöhe, lange LagerungEinwellig meist zu schwachzweiwellig, etwa BC
Display oder Verkaufsschachtel mit feinem DruckEher neinE-Welle, bei mehr Last EB

Typische FehlwahlZwei Fehler kommen häufig vor. Der erste: B-Welle nach „mittel“ bestellen und die Polsterung der C-Welle erwarten. Der zweite: eine einwellige Feinwelle für schwere Dosen- oder Glassets wählen, weil sie dünn und ausreichend wirkt, ohne den Stapelstauchwiderstand des fertigen Kartons zu prüfen.

Versandkarton für Ihr Set offen?

Wir ordnen Ihr Projekt ein: Einheit, Gewicht, Stückzahl je Karton

Schicken Sie uns Produkt, Stückzahl je Karton und Gewicht. Innerhalb von 48 Stunden wissen Sie, wie wir Ihr Projekt einordnen.

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  • Sets, Displays und Transportverpackung

08 · Gewicht und Palette

Flache Wand: Palettenhöhe und Plattengewicht

Der Aufarbeitungsfaktor der B-Welle liegt bei 1,30 bis 1,35, bei der C-Welle bei 1,40 bis 1,45. Je Quadratmeter Platte braucht sie daher weniger Wellenstoff. Das Rechenbeispiel im Eintrag Wellpappe zeigt, dass der Unterschied kleiner ist als der Einfluss des Deckenpapiers.

Mehr zählt die Wanddicke. Ein Karton hat in jedem Außenmaß zwei Wände. Bei gleichem Innenmaß wächst das Außenmaß also doppelt so stark wie der Unterschied der Wellenhöhe, und auf der Palette summiert sich das über jede Lage.

Rechenbeispiel Außenmaß Mittelwelle gegenüber Feinwelle (gleiches Innenmaß, nur Wellenhöhe berücksichtigt)
RechengrößeWertRechnung
Typische Wellenhöhe C-Welle3,6 mmFachseiten
Typische Wellenhöhe B-Welle2,4 mmFachseiten
Unterschied je Wand1,2 mm3,6 − 2,4
Weniger je Außenmaß (zwei Wände)2,4 mm2 × 1,2
Weniger Palettenhöhe bei 10 Lagen24 mm10 × 2,4

Rechenbeispiel zur Veranschaulichung, keine Herstellerwerte. Deckenpapiere, Rillzugaben und Bauform kommen je Hersteller hinzu.

Die Ersparnis gilt nur bei gleicher Tragfähigkeit. Reicht die einwellige Platte für die Stapellast nicht, folgt der Wechsel auf zweiwellige Sorten und damit mehr Wanddicke. Legen Sie das Innenmaß fest und lassen Sie das Außenmaß vom Kartonhersteller ausweisen. Gehen Ihre Produkte als Set oder Multipack in einen Versandkarton, gehört das zur Konfektionierung und zum Co-Packing. Dazu zählt laut unserer Leistungsbeschreibung auch die zusätzliche Sammel- und Transportverpackung.

09 · Recycling

Recyclingfähigkeit der B-Welle: differenziert statt „100 %“

Der frühere Satz „zu 100 % recyclingfähig“ ist nicht belegbar. Richtig ist: Wellpappe wird überwiegend im Altpapierkreislauf verwertet, und der konkrete Aufbau entscheidet.

Was die Recyclingfähigkeit eines Wellpappkartons beeinflusst
FaktorWirkungWas Sie tun können
Wachs-, Paraffin-, Bitumen- und Ölpapieregehören nach Fachseiten nicht ins Altpapierim Karton vermeiden
Kunststoffbeschichtungen, etwa PEverhindern die Trennung der Fasern, werden als Reject abgetrenntbeschichtungsfreie Varianten anfragen
Klebebänder und Fremdstoffestören die Verwertungvor der Entsorgung entfernen, papierbasierte Bänder prüfen
Druckfarben, Lacke, Klebstoffezählen zur Schwermetallsumme und zum AufbauNachweise des Herstellers anfordern
Verschmutzungweitgehend saubere Ware gehört in die AltpapiersammlungVerunreinigung im Versandweg vermeiden

Gebrauchte Wellpappe ist als Altpapiersorte 1.05 nach EN 643 geführt, der Code PAP 20 nach Entscheidung 97/129/EG kennzeichnet Wellpappe und ist in Deutschland freiwillig. Der VDW nennt für das Material Wellpappe eine Recyclingquote von über 95 %, erstmals 2023 ermittelt. Das ist eine Branchenzahl und keine Aussage über einen einzelnen Karton. Welche Wellenart verbaut ist, spielt für diese Frage keine Rolle.

Keine PauschalaussagenAussagen wie „100 % recyclingfähig“, „umweltfreundlich“ oder „biologisch abbaubar“ sind für Wellpappe nicht belegbar und seit dem 27. September 2026 nach der Richtlinie (EU) 2024/825 problematisch. Eine Recyclingklasse sagen wir für keinen Karton zu: Die Leistungsstufen A bis C der PPWR gelten frühestens ab dem 1. Januar 2030. Mehr im Eintrag Recyclingfähigkeit.

10 · Regulatorik

Recht: Einordnung, Lebensmittelkontakt und Nachweise

Einordnung

Ein Versandkarton ist rechtlich eine Transport- oder E-Commerce-Verpackung, eine bedruckte Schachtel, die der Kunde mit dem Produkt kauft, eine Verkaufsverpackung. Mehr in den Einträgen Versandverpackung und Verpackungsarten.

Lebensmittelkontakt

Ein Umkarton berührt Lebensmittel in der Regel nicht unmittelbar. Ist Kontakt möglich, gilt die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004; für Papier und Karton gibt es kein EU-Einzelrecht, in Deutschland dient die BfR-Empfehlung XXXVI als Beurteilungsgrundlage. Mehr im Eintrag MOSH und MOAH.

Nachweise

Der Kartonhersteller liefert Materialaufbau und Nachweise. Die Summe aus Blei, Cadmium, Quecksilber und sechswertigem Chrom darf nach Art. 5 PPWR 100 mg/kg nicht überschreiten, einschließlich Druckfarben, Lacken und Klebstoffen.

Diese Angaben beschleunigen Ihr Angebot

Mit diesen Punkten können wir Ihr Projekt in der Regel ohne Rückfragen einordnen.

  • Produkt und Einheit: Beutel, Dose, Faltschachtel oder Set, mit Außenmaßen
  • Stückzahl und Gewicht je Versandkarton
  • Vorhandener Karton (Sorte, Wellenart, Innenmaß, FEFCO-Code) oder Bedarf an einer Empfehlung
  • Bedruckung am Karton: ja oder nein, Verfahren, Farbaufbau
  • Stapelhöhe auf der Palette, Lagerdauer und Lagerklima
  • Auflage und Wunschtermin
  • Lieferziel: Deutschland, Österreich oder weitere EU-Länder
  • Beigestellter Karton: Materialaufbau und Nachweise vor Produktionsstart

11 · Anfrage

So gelingt Ihre Anfrage in einem Schritt

Nennen Sie uns, was Sie über Ihren Karton wissen und was noch offen ist. Das gilt auch, wenn Sie nur die Sorte kennen, etwa 1.30 B oder 2.30 BC, und noch keine Maße haben.

Beigestellte Verpackungen sollten mit Materialaufbau und Nachweisen vor Produktionsstart vorliegen. Dann lassen sich Wellenwahl, Außenmaß und Lagenbild gemeinsam prüfen. Alle Fragen laufen über die Anfrage, nicht über Einzelkontakte.

12 · FAQ

Häufige Fragen zur B-Welle

Welche Maße hat die B-Welle?

Nach der Systematik des Verbands der Wellpappen-Industrie hat die B-Welle eine Wellenhöhe von 2,2 bis 3,1 mm und eine Wellenteilung von 4,8 bis 6,5 mm. Typisch sind Höhen um 2,4 mm. Daraus folgen rund 154 bis 208 Wellen je Meter, Praxisangaben liegen bei etwa 150 bis 185. Das sind Klassengrenzen, keine Produktwerte, der konkrete Karton richtet sich nach Papier und Hersteller.

Ist die B-Welle eine mittelgroße Welle oder eine Feinwelle?

Nach der VDW-Systematik ist die B-Welle die Feinwelle. Mittelgroß ist dort die C-Welle mit 3,1 bis 4,0 mm Höhe. Der frühere Stand dieses Eintrags nannte die B-Welle mittelfein und mittelgroß, das ist missverständlich und ist korrigiert. Nach der Höhe lautet die Reihenfolge A, C, B, E: Die B-Welle liegt zwischen C- und E-Welle.

Gelten bei der B-Welle auch US-Fußwerte?

Ja, US-Datenblätter nennen für die B-Welle ca. 47 Wellen je Fuß. Ein Fuß misst 0,3048 Meter, umgerechnet sind das rund 154 Wellen je Meter und damit die untere Grenze der Klasse. Bei der B-Welle fällt der Fuß-Meter-Fehler weniger auf als bei A und C. Wer 47 als Wert je Meter liest, rechnet mit einer Wellenteilung von rund 21 mm, die es bei Wellpappe nicht gibt.

Wofür wird die B-Welle eingesetzt?

Häufig für Versandkartons und maßgenaue Kartons für leichte bis mittelschwere Ware, für bedruckte Verpackungen und Stanzverpackungen, bei denen eine glatte Oberfläche und geringe Wanddicke zählen. Außerdem ist sie Baustein zweiwelliger Wellpappe wie BC und EB. Für sehr schwere oder stark stapelbelastete Ware prüft man zweiwellige Sorten, für feinen Druck die E-Welle.

Lässt sich die B-Welle besser bedrucken als die C-Welle?

In der Regel ja. Je feiner die Welle, desto gleichmäßiger ist die Oberfläche der Außendecke, und die engere Teilung der B-Welle zeichnet sich weniger ab als die der C-Welle. Für sehr feine Motive gilt die E-Welle noch als besser geeignet. Wie gut ein Druckbild gelingt, hängt zusätzlich von Deckenpapier, Druckverfahren und Farbaufbau ab.

Was ist die G-Welle?

Die G-Welle gehört zu den feinsten Wellen der VDW-Systematik. Ihre Wellenteilung reicht bis 1,8 mm, die Wellenhöhe liegt unter 0,6 mm. Damit ist sie deutlich flacher als die B-Welle mit 2,2 bis 3,1 mm Höhe. Für den Versand von Beuteln, Dosen und Sets spielt sie in der Regel keine Rolle, weil sie kaum Polsterung bietet.

Ist die B-Welle zu 100 Prozent recyclingfähig?

Diese Aussage ist nicht belegbar und sollte nicht verwendet werden. Wellpappe besteht überwiegend aus Papierfasern und wird im Altpapierkreislauf verwertet. Ob ein konkreter Karton recyclingfähig ist, hängt von Beschichtung, Klebstoffen, Druck und Verschmutzung ab, nicht von der Wellenart. Nennen Sie in Aussagen die konkrete Papierqualität und lassen Sie sich den Aufbau vom Kartonhersteller bestätigen.

B-Welle oder E-Welle für eine bedruckte Verpackung?

Die E-Welle ist feiner und liefert das glattere Druckbild, die B-Welle ist etwas höher und trägt als einwellige Platte in der Regel mehr. Für Displays und Verkaufsschachteln mit feinem Motiv wählt man häufig E, für bedruckte Versandkartons B. Wenn feiner Druck und höhere Last zusammenkommen, nennen Fachseiten die zweiwellige EB-Welle.

13 · Fazit

Fazit: B-Welle als flache Feinwelle für Druck und Platz

Die B-Welle ist die Feinwelle: 2,2 bis 3,1 mm hoch, 4,8 bis 6,5 mm Teilung, rund 154 bis 208 Wellen je Meter. Mittelgroß ist sie nicht, das ist die C-Welle. Die Zahlen im früheren Stand dieses Eintrags stimmten, die Aussage „zu 100 % recyclingfähig“ stimmte nicht und ist entfernt.

Sie ist flach, gut bedruckbar und spart Palettenhöhe, polstert aber weniger als C- und A-Welle. Für schwere oder stapelbelastete Ware kommen zweiwellige Sorten wie BC infrage. Klären Sie Gewicht, Stapelhöhe und Innenmaß vor der Wellenwahl und verlangen Sie den BCT des fertigen Kartons. Als Nächstes lesen Sie, wie sich die feinere E-Welle zur B-Welle verhält.

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Quellen

  1. Verband der Wellpappen-Industrie (VDW), Wissensportal Wellpappe: Die Welle. Wellenarten, Wellenhöhe und Wellenteilung nach VDW-Systematik (Bezug DIN 55468). Stand: 05.10.2026. wellpappe-wissen.de (Wellenarten) (öffnet in neuem Tab)
  2. Verband der Wellpappen-Industrie (VDW), Wissensportal Wellpappe: B-Welle. Stand: 05.10.2026. wellpappe-wissen.de (B-Welle) (öffnet in neuem Tab)
  3. Hildebrandt: Wellpappen-ABC, Teil 1: Wellenarten im Überblick. Stand: 05.10.2026. Hildebrandt (öffnet in neuem Tab)
  4. Fibre Box Association: What is corrugated (Wellen je Fuß, US-Angaben). Stand: 05.10.2026. Fibre Box Association (öffnet in neuem Tab)
  5. packweiser: E-, B-, C-Welle, Wellpappenarten im Vergleich. Stand: 05.10.2026. packweiser (öffnet in neuem Tab)
  6. TIS/GDV: Wellpapparten (ein-, zwei- und dreiwellige Wellpappe). Stand: 05.10.2026. TIS/GDV (öffnet in neuem Tab)
  7. Klingele: Sachgerechte Entsorgung von Wellpappe. Stand: 05.10.2026. Klingele (öffnet in neuem Tab)
  8. Forum Rezyklat: Leitfaden zur Bewertung der Recyclingfähigkeit von Transportverpackungen, Version 1.2. Stand: 08.09.2023. Forum Rezyklat (öffnet in neuem Tab)
  9. Verband der Wellpappen-Industrie (VDW): Zahlen und Fakten, Recyclingquote und Altpapieranteil. Stand: 05.10.2026. VDW (öffnet in neuem Tab)
  10. Verordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR), Art. 5, 6 und 24. Stand: gilt seit 12.08.2026. EUR-Lex (öffnet in neuem Tab)

Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 29.05.2023 Erstveröffentlichung · 05.10.2026 vollständig überarbeitet: B-Welle als Feinwelle nach VDW eingeordnet (statt „mittelfein/mittelgroß“), Maße auf Klassengrenzen erweitert, Überclaims („zu 100 % recyclingfähig“, „umweltfreundlich“) durch differenzierte Recyclingbewertung ersetzt, G-Welle und feinere Wellen ergänzt, Entscheidungstabelle und Rechenbeispiel neu.

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