Verpackungslexikon · Zertifikate & Standards
IFS Food ist ein privater Zertifizierungsstandard für Lebensmittelsicherheit und Qualität in Betrieben, die Lebensmittel verarbeiten oder lose Lebensmittel primär verpacken. Ein externer Auditor prüft den Standort anhand der Standardanforderungen, das Zertifikat wird jährlich erneuert. Aktuell gilt Version 8, seit dem 1. Januar 2024 verpflichtend.
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01 · Definition
Der Standard prüft nicht ein einzelnes Produkt, sondern einen Standort: Wie sicher und gleichbleibend arbeitet ein Lebensmittelbetrieb, und kann er das nachweisen?
IFS steht für International Featured Standards. Träger ist die IFS Management GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Handelsverbände HDE (Deutschland) und FCD (Frankreich). Der erste Standard erschien 2003 unter dem Namen International Food Standard. Heute ist IFS eine ganze Standardfamilie; IFS Food ist darin der Standard für Lebensmittelhersteller.
Er ist ein privater Zertifizierungsstandard, kein Gesetz. Er konkretisiert das Lebensmittelrecht, etwa die Verordnung (EG) 852/2004, ersetzt es aber nicht. Die Global Food Safety Initiative (GFSI) hat Version 8 gegen ihre Benchmarking-Anforderungen anerkannt. Das macht den Standard für Handelsunternehmen weltweit akzeptabel, ist aber keine behördliche Zulassung.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Träger | IFS Management GmbH (HDE und FCD) |
| Rechtsnatur | privater Zertifizierungsstandard, kein Gesetz |
| Aktuelle Version | Version 8, veröffentlicht im April 2023 (Stand Oktober 2026) |
| Pflicht für Audits | seit dem 01.01.2024 |
| Geltungsbereich | Betriebe, die Lebensmittel verarbeiten oder lose Lebensmittel primär verpacken |
| Bezugsgröße | der Standort, nicht das einzelne Produkt |
| GFSI | Version 8 anerkannt (Benchmark, keine Behördenzulassung) |
| Zertifikat | 12 Monate gültig, jährliche Rezertifizierung |
02 · Version 8
Version 8 ist die einzige Fassung, nach der aktuell auditiert wird. So kam es dazu:
IFS hat Version 8 des Standards im April 2023 veröffentlicht.
April 2023Audits nach Version 8 waren ab dem 1. Oktober 2023 möglich.
ab 01.10.2023Seit dem 1. Januar 2024 sind Audits nach Version 8 verpflichtend.
ab 01.01.2024Die Doctrine enthält die verbindlichen Auditregeln zum Standard. Sie wurde zuletzt in Version 5 veröffentlicht und klärt unter anderem außergewöhnliche Umstände, Auditabsagen, Lebensmittelsicherheitskultur und unangekündigte Audits.
23.04.2026Stand Oktober 2026 ist Version 8 die aktuelle Fassung. Für Einkäufer heißt das: Prüfen Sie, nach welcher Version ein Zertifikat ausgestellt wurde. Das Zertifikat weist sie aus.
03 · Geltungsbereich
Der Standard gilt standortbezogen. Entscheidend ist, was im Betrieb mit dem Lebensmittel geschieht: Wird es verarbeitet oder lose primär verpackt, besteht durch Verarbeitung oder Primärverpackung die Gefahr einer Kontamination. Dann passt dieser Standard.
Für Abfüller mit offenem Produkt, etwa Pulver oder Granulat, ist das der typische Fall. Reine Handelsware und vollständig ausgelagerte Produkte liegen außerhalb des Geltungsbereichs. Wer Verpackungsmaterial herstellt, wird nicht nach IFS Food auditiert, sondern nach IFS PACsecure oder BRCGS Packaging Materials. Den Überblick liefert der Eintrag zur IFS-Standardfamilie.
| Betrieb | Passender Standard |
|---|---|
| Lebensmittelhersteller, Abfüller mit offenem Produkt | IFS Food |
| Hersteller und Konverter von Verpackungsmaterial | IFS PACsecure oder BRCGS Packaging Materials |
| Transport, Lagerung, Distribution | IFS Logistics |
| Handelsagenturen, Händler, Importeure | IFS Broker |
| Reine Handelsware, vollständig ausgelagerte Produkte | nicht im Geltungsbereich von IFS Food |
04 · Audit
Der Betrieb gleicht Prozesse, Dokumentation und HACCP-Konzept mit den Anforderungen des Standards ab und beauftragt eine Zertifizierungsstelle.
vorabEin von IFS zugelassener Auditor einer Zertifizierungsstelle prüft Dokumentation, Prozesse und Räume am Standort.
am StandortJede Anforderung wird bewertet (A, B, C oder D). Dazu gibt es Major- und KO-Abweichungen; eine KO-Abweichung schließt die Zertifikatserteilung aus.
nach dem AuditNach bestandenem Audit stellt die Zertifizierungsstelle das Zertifikat aus. Es gilt 12 Monate.
12 MonateDas Zertifikat wird jährlich neu auditiert. Ein Teil der Audits erfolgt unangekündigt; nach der Vorgabe mindestens jedes dritte.
jährlichAngaben nach Fachquellen und dem Regelwerk von IFS. Verbindlich sind das Standarddokument und die Doctrine in der jeweils gültigen Fassung.
05 · Anforderungen
Der Standard prüft Management und Praxis zugleich. Vier Themenfelder kehren in jedem Audit wieder.
Die Geschäftsleitung trägt Verantwortung für Lebensmittelsicherheit und Qualität. Eine Lebensmittelsicherheitskultur ist auch gesetzlich gefordert (Verordnung (EU) 2021/382, in Kraft seit 24.03.2021).
Grundlage ist ein Verfahren nach den HACCP-Grundsätzen, eingebettet in ein Qualitäts- und Lebensmittelsicherheitsmanagement. Mehr zu den Grundsätzen: HACCP.
Personal, Anlagen, Hygiene, Reinigung, Fremdkörper- und Allergenmanagement sowie die Steuerung von Produktion und Abfüllung. Zu Kreuzkontakt: Allergene.
Messungen, interne Prüfungen und Verbesserung, dazu Maßnahmen gegen absichtliche Verunreinigung oder Verfälschung (Food Defense).

Im Audit schaut der Auditor nicht nur in Ordner. Er begeht die Räume, prüft Hygienebereiche und Reinigungsnachweise und gleicht Aufzeichnungen mit dem tatsächlichen Ablauf ab. Deshalb lohnt sich bei Lieferantenaudits die Frage, ob Dokumentation und Praxis zusammenpassen.
Themenfelder, keine KapitelstrukturDie Aufzählung nennt typische Themen. Die verbindlichen Anforderungen und ihre Gliederung stehen im Standarddokument von IFS (Version 8).
06 · Einkauf
Ein Zertifikat belegt, dass ein Standort die Anforderungen des Standards im Audit erfüllt hat. Es belegt nicht, dass jedes Produkt rechtskonform gekennzeichnet ist, es ersetzt keine Bio-Kontrolle und keine Konformitätserklärung für Verpackungen. Für Auslobung und Kennzeichnung ist der Inverkehrbringer verantwortlich.
Ein Zertifikat ist ein Stichtagsnachweis. Es sagt etwas über den Zustand zum Zeitpunkt des Audits und über den ausgewiesenen Geltungsbereich, nicht über jede einzelne Charge.
| Ihre Frage | Passender Nachweis |
|---|---|
| Wie wird die Lebensmittelsicherheit im Betrieb auditiert? | IFS Food |
| Ist das Produkt bio? | EU-Bio-Kontrolle nach Verordnung (EU) 2018/848, siehe Bio-Zertifizierung |
| Wie steuert ein Lieferant Qualität allgemein? | ISO 9001 |
| Welches Regelwerk meint „GMP“? | GMP-Eintrag |

Zertifikate lassen sich in der IFS-Datenbank prüfen. Diese Punkte gehören in die Lieferantenprüfung:
Typische Fehler im EinkaufDen Standard mit Bio gleichsetzen. Das Zertifikat eines anderen Standorts akzeptieren. Den Geltungsbereich nicht prüfen. Formulierungen wie „arbeitet nach IFS“ als Zertifikat werten: Sie belegen nichts, verlangen Sie das Zertifikat selbst.
Nachweise für Ihr Projekt?
Abfüllung unter IFS Food und EU-Bio klären
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07 · Bei OH!S
OH!S ist nach IFS Food zertifiziert, aktuell nach Version 8, und wird jährlich auditiert. Dazu kommt das EU-Bio-Zertifikat (Kontrollstelle DE-ÖKO-003) sowie ein dokumentiertes HACCP-Konzept. Die beiden Zertifikate sind unabhängig voneinander: Der Standard betrifft die Lebensmittelsicherheit des Betriebs, EU-Bio die Kontrolle nach Verordnung (EU) 2018/848.
Welche Nachweise Ihr Projekt braucht, nennen Sie uns mit der Anfrage. Das Leistungsangebot rund um Bio beschreibt die Seite zur Bio-Lohnabfüllung.

Mit diesen Punkten können wir Ihr Projekt in der Regel ohne Rückfragen einordnen.
08 · Anfrage
Mit den geforderten Nachweisen und den Allergenen im Produkt lässt sich schnell klären, ob und wie die Abfüllung passt.
Preise und Termine nennen wir verbindlich erst im Angebot.
09 · FAQ
IFS Food ist ein privater Zertifizierungsstandard der IFS Management GmbH für Lebensmittelsicherheit und Qualität. Er richtet sich an Betriebe, die Lebensmittel verarbeiten oder lose Lebensmittel primär verpacken. Ein von IFS zugelassener Auditor einer Zertifizierungsstelle prüft den Standort. Der Standard konkretisiert das Lebensmittelrecht, ersetzt es aber nicht.
Stand Oktober 2026 ist Version 8 die aktuelle Fassung. Sie wurde im April 2023 veröffentlicht, Audits waren ab dem 1. Oktober 2023 möglich und sind seit dem 1. Januar 2024 verpflichtend. Die verbindlichen Auditregeln, die Doctrine, wurden zuletzt in Version 5 am 23. April 2026 veröffentlicht. Das Zertifikat weist die Version aus, nach der auditiert wurde.
Der Standard gilt für Betriebe, die Lebensmittel verarbeiten oder lose Lebensmittel primär verpacken, bei denen also durch Verarbeitung oder Primärverpackung eine Kontaminationsgefahr besteht. Reine Handelsware und vollständig ausgelagerte Produkte fallen nicht in den Geltungsbereich. Hersteller von Verpackungsmaterial werden nach IFS PACsecure oder BRCGS Packaging Materials auditiert.
Ein von IFS zugelassener Auditor einer Zertifizierungsstelle prüft den Standort. Jede Anforderung wird bewertet, dazu gibt es Major- und KO-Abweichungen; eine KO-Abweichung schließt die Zertifikatserteilung aus. Das Zertifikat gilt 12 Monate und wird in einem jährlichen Rezertifizierungsaudit erneuert. Ein Teil der Audits erfolgt unangekündigt, nach der Vorgabe mindestens jedes dritte.
Nein. Es ist ein privater Standard. Gesetzlich vorgeschrieben ist für Lebensmittelunternehmer ein Verfahren auf Basis der HACCP-Grundsätze nach Art. 5 der Verordnung (EG) 852/2004. Händler und Markeninhaber verlangen von Lieferanten aber häufig ein von der Global Food Safety Initiative anerkanntes Zertifikat wie IFS Food.
IFS ist eine Standardfamilie, IFS Food ein Standard darin. Neben diesem Standard gibt es unter anderem IFS Logistics für Transport und Lagerung, IFS PACsecure für Verpackungsmaterial und IFS Broker für Handelsagenturen und Importeure. Welcher Standard gilt, hängt davon ab, welche Tätigkeit der Betrieb ausübt.
Ja. Der Standard gehört zu den beiden eigenen Zertifikaten von OH!S, aktuell nach Version 8, jährlich auditiert. Das zweite Zertifikat ist EU-Bio (Kontrollstelle DE-ÖKO-003). Dazu kommt ein dokumentiertes HACCP-Konzept. Welche Nachweise Ihr Projekt braucht, nennen Sie uns bitte mit der Anfrage.
10 · Fazit
Der Standard belegt, dass ein Standort bei der Auditierung die Anforderungen eines privaten, von Handelsunternehmen anerkannten Standards erfüllt hat. Drei Punkte zählen im Einkauf: die Version (aktuell Version 8), der Geltungsbereich und die Gültigkeit des Zertifikats. Das Zertifikat ersetzt weder rechtliche Pflichten noch eine Bio-Kontrolle noch die Verantwortung des Inverkehrbringers.
Wie der Standard zu den übrigen der Familie steht, erklärt der Eintrag zu International Featured Standards. Nennen Sie uns die Nachweise, die Ihr Projekt braucht, mit Ihrer Anfrage.
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Rechtlicher HinweisDie hier bereitgestellten Informationen dienen als fachliche Orientierung für Produktentwickler, Einkauf und Geschäftskunden der OH!S GmbH. Sie ersetzen keine Rechtsberatung und keine rechtliche Einzelfallprüfung; maßgeblich ist der amtliche Wortlaut der genannten Rechtsakte und Normen. Für Produktkonformität, Kennzeichnung und Umweltaussagen ist die jeweils nach Gesetz verantwortliche Partei zuständig, in der Regel der Inverkehrbringer. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen auf Basis der genannten Quellen zusammengestellt; eine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit wird nicht übernommen.
Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 20.10.2023 Erstveröffentlichung · 05.10.2026 vollständig neu aufgebaut: Version 8 mit Fristen und Doctrine, Geltungsbereich und Abgrenzung zu den anderen IFS-Standards, Auditablauf, Prüfhilfe für Zertifikate, Einordnung des OH!S-Zertifikats, Anfrage-Checkliste; Bestandsaussagen zu „Vorteilen“ ohne Beleg entfernt.
Sam W. Pack · Fach- und Blogstimme der OH!S GmbH
Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.
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