Verpackungslexikon · Logistik & Services
White Label bezeichnet Produkte, die ein Anbieter neutral herstellt und ein anderes Unternehmen unter eigener Marke verkauft. Bei Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln heißt das: bewährte Rezeptur und Produktion beim Hersteller oder Zulieferer, Name, Gestaltung und Vertrieb beim Markeninhaber. Die Rezeptur ist nicht exklusiv, der Entwicklungsaufwand dafür gering.
Antwort auf Ihre Anfrage innerhalb von 48 Stunden. NDA auf Wunsch.
Kleinmengen: Richtwert aus den White-Label-Themenseiten, nur für Fertigware des Zulieferers in Dosen. Lieferfähigkeit, Menge und Frist klärt OH!S je Anfrage. Für die eigene Abfüllung gelten die Mindestmengen je Format.
01 · Definition
Bei White Label kaufen Sie ein erprobtes Produkt und machen es zu Ihrem: Die Rezeptur kommt vom Hersteller, der Name auf der Packung von Ihnen.
Der Begriff wird in vielen Branchen genutzt, von Software über Finanzdienstleistungen bis zu Konsumgütern. Dieser Eintrag behandelt physische Produkte: Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik und Tiernahrung. Der Begriff stammt aus der Schallplattenbranche, in der Vorab-Pressungen ein neutrales weißes Etikett trugen.
Bei Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln bedeutet White Label: Der Zulieferer entwickelt und fertigt eine Rezeptur, die mehreren Kunden zur Verfügung steht. Sie wählen ein Produkt, legen Name, Gestaltung und Etikett fest und vertreiben es als Ihr Produkt. OH!S führt dafür ein Sortiment bewährter Rezepturen, die Zulieferer fertigen.
Das Angebot steht auf der Seite White Label Service. Dieser Eintrag erklärt den Begriff und hilft bei der Entscheidung zwischen White Label und Private Label.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Rezeptur | bewährt, vom Zulieferer entwickelt |
| Marke | Ihr Name, Ihre Gestaltung |
| Exklusivität | keine: andere Marken können dieselbe Rezeptur nutzen |
| Aufwand | gering, keine Rezepturentwicklung |
| Verantwortung | Inverkehrbringer, also Sie als Markeninhaber |
| Abzugrenzen von | Eigenmarke (die Markenebene) und Private Label (exklusive Rezeptur) |
02 · Vergleich
Beide Wege führen zur Eigenmarke. Sie unterscheiden sich in vier Punkten, die über Aufwand, Alleinstellung und Mengen entscheiden.
| Kriterium | White Label | Private Label |
|---|---|---|
| Rezeptur | bewährt, vom Zulieferer entwickelt und mehreren Kunden angeboten | exklusiv entwickelt oder von Ihnen eingebracht |
| Exklusivität | gering: Alleinstellung entsteht über Marke, Gestaltung und Positionierung | hoch: das Produkt entsteht für einen Auftraggeber |
| Entwicklungsaufwand | gering: Auswahl, Freigabe und Gestaltung | höher: Rezeptur, Muster, Stabilität und Freigaben |
| Verpackung und Gestaltung | Ihr Etikett und Ihre Gestaltung auf dem Packmittel des Produkts; Sonderwünsche je Anfrage klären | Packmittel, Format und Gestaltung frei wählbar |
| Mindestmenge | bei Zulieferer-Fertigware in Dosen Kleinmengen möglich | Mindestmenge des gewählten Formats |
| Markeneigentum und Verantwortung | beim Auftraggeber | beim Auftraggeber |
Die Faustregel: White Label, wenn ein bewährtes Produkt und ein geringer Aufwand zählen; Private Label, wenn Exklusivität oder eine eigene Rezeptur zum Konzept gehören. Möglich ist auch, mit White Label zu starten und für ausgewählte Produkte später auf Private Label zu wechseln. Der Eintrag Eigenmarke ordnet beide Wege in die Markenebene ein.
Bei Fertigware des Zulieferers in Dosen sind nach den Angaben der White-Label-Themenseiten Kleinmengen ab 24 bis 50 Stück je Produkt möglich. Das gilt nur für diese Fertigware, nicht für die eigene Abfüllung von OH!S, bei der die Mindestmengen des Formats gelten. Ob ein konkretes Produkt in welcher Menge und Frist lieferbar ist, klärt OH!S je Anfrage mit dem Zulieferer.
03 · Entscheidung
Diese fünf Fragen entscheiden, ob White Label reicht oder Private Label sinnvoll ist. Wer sie vorab beantwortet, bekommt ein treffsicheres Angebot.
Eigene Marke aufbauen?
Bewährte Rezeptur, Ihre Marke, unsere Produktion
Sagen Sie uns, welche Produktidee Sie verfolgen. Innerhalb von 48 Stunden erfahren Sie, welche Wege es gibt.
04 · B2B-Beispiele
Vier typische Konstellationen zeigen, wann der Weg über bewährte Rezepturen passt.
Eine Gründerin testet ihre Marke mit zwei bewährten Rezepturen in Dosen, bevor sie in eine eigene Entwicklung investiert. Zu klären: Anzeige beim BVL, zulässige Angaben, Gestaltung.
Ein Händler ergänzt sein Sortiment um eine Eigenmarke mit wenigen Produkten und kleinen Mengen. Zu klären: Etikett, Kennzeichnung und Verantwortung für die Lebensmittelinformation.
Ein Studio oder Fachgeschäft führt Produkte unter Hausmarke. Zu klären: Gesundheitsbezogene Angaben sind nur im zugelassenen Wortlaut zulässig, verantwortlich ist der Inverkehrbringer.
Ein Unternehmen erweitert sein Sortiment um Nahrungsergänzung, ohne eigene Entwicklung. Zu klären: Abgrenzung zur Hauptmarke und Rollen nach PPWR.
Orientierungsbeispiele, keine Kundenprojekte.

Das Bild zeigt den Kern von White Label: Das Produkt ist dasselbe, die Marke macht den Unterschied. Deshalb entscheidet bei White Label die Gestaltung mit über den Erfolg: Name, Etikett, Tonalität und Vertriebskanal müssen das Produkt unterscheidbar machen.
05 · Ablauf
Kategorie, Zielgruppe und Positionierung festlegen. Ihre Anfrage beantworten wir innerhalb von 48 Stunden.
Antwort in 48 StundenWir prüfen, welche Rezepturen im Sortiment zu Ihrer Idee passen. Bestätigt werden Produkte, die im Sortiment geführt werden.
je AnfrageVerfügbarkeit, Menge, Frist und Preis klärt OH!S mit dem Zulieferer, bevor etwas zugesagt wird.
vor dem AngebotEtikett, Pflichtangaben, Anzeige beim BVL und zulässige Angaben werden festgelegt; der Markeninhaber verantwortet sie.
vor dem DruckMuster und Etikett werden freigegeben, danach läuft die Produktion beim Zulieferer.
vor der Serie06 · Regulatorik
Auch bei bewährter Rezeptur eines Zulieferers liegt die Verantwortung für das Produkt unter Ihrem Namen bei Ihnen.
Verantwortlich für die Lebensmittelinformation ist der Unternehmer, unter dessen Namen das Produkt vermarktet wird (Art. 8 LMIV). Sein Name und seine Anschrift stehen auf der Verpackung (Art. 9).
Vor dem ersten Inverkehrbringen ist das Produkt beim BVL anzuzeigen (§ 5 NemV), durch den Inverkehrbringer. Gesundheitsbezogene Angaben sind nur zugelassen und im zulässigen Wortlaut nutzbar (VO (EG) 1924/2006). Mehr zu Nahrungsergänzungsmitteln.
Trägt die Verpackung Ihre Marke, wird nach der PPWR vermutet, dass Sie Erzeuger sind. Die Rolle wird je Projekt geprüft und dokumentiert. Hersteller mit erweiterter Herstellerverantwortung ist, wer Verpackungen erstmals im Zielland bereitstellt. Mehr in Erzeuger und Hersteller nach PPWR.
Nachweise des ZulieferersDer Zulieferer trägt eigene Qualitätsnachweise, die wir Ihnen auf Anfrage und ohne Betriebsnennung nennen. Eigene Zertifikate von OH!S sind IFS Food und EU-Bio (DE-ÖKO-003). Demeter, V-Label, koscher, halal und GMP sind keine eigenen Zertifikate und werden auf Anfrage geklärt.
Mit diesen Punkten können wir Ihre Idee in der Regel ohne Rückfragen einordnen.
07 · Anfrage
Nennen Sie uns zunächst die Produktidee. Ob ein bestimmtes Produkt im Sortiment geführt wird und ob es in Ihrer Menge und Frist lieferbar ist, klären wir mit dem Zulieferer, bevor wir etwas zusagen.
Planen Sie vom Auftrag bis zur Produktion 4 bis 8 Wochen ein, gerechnet ab der Auftragsklärung und sobald das Material vorliegt.
08 · FAQ
White Label bedeutet, dass ein Anbieter ein Produkt neutral herstellt und ein anderes Unternehmen es unter eigener Marke verkauft. Bei Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln nutzen Sie eine bewährte Rezeptur des Herstellers oder Zulieferers, legen Name, Gestaltung und Etikett fest und vertreiben das Produkt als Ihr eigenes. Die Rezeptur ist nicht exklusiv. Der Begriff wird auch in Software und Finanzbranche genutzt.
Die Eigenmarke beschreibt, wessen Name auf dem Produkt steht. White Label und Private Label sind zwei Wege dorthin. Beim White Label nutzen Sie eine bewährte, nicht exklusive Rezeptur mit geringem Entwicklungsaufwand. Beim Private Label entsteht das Produkt exklusiv für Sie oder nach Ihrer Rezeptur, mit höherem Aufwand und mehr Freiheit bei Format und Verpackung. Am Markt werden die Begriffe oft vermischt.
Nein. Die Rezeptur steht in der Regel mehreren Kunden zur Verfügung, deshalb kann dasselbe Produkt unter anderen Marken verkauft werden. Alleinstellung entsteht über Marke, Gestaltung, Positionierung und Vertriebskanal. Wer Exklusivität braucht, wählt den Weg Private Label mit einer Rezeptur, die für ihn entwickelt oder von ihm eingebracht wird.
Bei Fertigware des Zulieferers in Dosen sind nach den Angaben der White-Label-Themenseiten Kleinmengen ab 24 bis 50 Stück je Produkt möglich. Das gilt nur für diese Fertigware, nicht für die eigene Abfüllung von OH!S, bei der die Mindestmengen des Formats gelten. Ob ein konkretes Produkt in welcher Menge und Frist lieferbar ist, klärt OH!S je Anfrage mit dem Zulieferer.
Für die Lebensmittelinformation ist der Unternehmer verantwortlich, unter dessen Namen das Produkt vermarktet wird, also der Markeninhaber (Art. 8 LMIV). Bei Nahrungsergänzungsmitteln trifft ihn auch die Anzeige beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vor dem ersten Inverkehrbringen (§ 5 NemV). Die finalen Produkt-Claims und ihre Übereinstimmung mit der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 verantwortet ebenfalls der Inverkehrbringer.
Erzeuger ist, wer eine Verpackung oder ein verpacktes Produkt selbst herstellt oder unter eigenem Namen oder eigener Marke gestalten oder herstellen lässt. Trägt die Verpackung Ihren Namen oder Ihre Marke, wird vermutet, dass Sie Erzeuger sind. White-Label-Konstellationen werden bei OH!S nicht automatisch wie Lohnfertigung behandelt, sondern je Projekt geprüft und dokumentiert. Hersteller im Sinne der erweiterten Herstellerverantwortung ist, wer Verpackungen erstmals im Zielland bereitstellt.
Der Zulieferer trägt eigene Qualitätsnachweise, die wir Ihnen auf Anfrage und ohne Betriebsnennung nennen. Standard bei OH!S sind IFS Food (Version 8), ein dokumentiertes HACCP-Konzept und EU-Bio (DE-ÖKO-003). Demeter, V-Label, koscher, halal und GMP sind keine eigenen Zertifikate von OH!S und werden auf Anfrage geklärt.
09 · Fazit
White Label gibt Ihnen eine bewährte Rezeptur unter Ihrer Marke, mit geringem Entwicklungsaufwand und ohne Exklusivität. Das ist richtig, wenn Tempo und ein erprobtes Produkt zählen. Wenn Alleinstellung oder eine eigene Rezeptur zum Konzept gehören, ist Private Label der passende Weg. Beide Wege lassen sich kombinieren.
Die Verantwortung für Kennzeichnung, Anzeige, Claims und Verpackungsrolle liegt in beiden Fällen bei Ihnen als Markeninhaber. Wie die beiden Wege in die Markenebene passen, erklärt der Eintrag Eigenmarke. Wenn Ihre Idee steht, schicken Sie uns die Angaben aus der Checkliste.
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Leistung
Ablauf, Formate und Anfrage
Projekt starten
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Rechtlicher HinweisDie hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich als fachliche Grundlage für Produktentwickler und Geschäftskunden der OH!S GmbH. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und sind nicht zur Diagnose, Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt. Für die finalen Produkt-Claims und die Einhaltung der Health-Claims-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 ist der jeweilige Inverkehrbringer verantwortlich. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und auf Basis verfügbarer wissenschaftlicher Literatur zusammengestellt; eine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit wird nicht übernommen.
Dieser Eintrag dient der Orientierung in Produktentwicklung und Einkauf und ersetzt keine rechtliche Einzelfallprüfung. Maßgeblich ist der amtliche Wortlaut der genannten Rechtsakte.
Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 13.02.2025 Erstveröffentlichung · 05.10.2026 vollständig überarbeitet: Definition auf physische Produkte fokussiert, Vergleich mit Private Label nach Rezeptur, Exklusivität, Entwicklungsaufwand und Verpackung, Kernfragen und B2B-Beispiele ergänzt, Rechtsstand LMIV, NemV und PPWR sowie Anfrage-Checkliste neu.
Sam W. Pack · Fach- und Blogstimme der OH!S GmbH
Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.
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