Verpackungslexikon · Packmittel & Beutel
Sachet (französisch für „Säckchen“) ist ein kleiner, flacher Portionsbeutel aus Folie oder Papierverbund, dessen Ränder an drei oder vier Seiten versiegelt sind. Er dosiert Pulver, Granulate, Pasten oder Flüssigkeiten in Einzelportionen und schützt sie vor Luft, Feuchtigkeit und Licht – je nach Folienaufbau in sehr unterschiedlichem Maß.
Antwort auf Ihre Anfrage innerhalb von 48 Stunden. NDA auf Wunsch.
01 · Definition
Ein Sachet ist die kleinste Verkaufseinheit für Pulver, Granulat, Paste oder Flüssigkeit: eine Portion, ein Beutel, ein Handgriff.
Die Konstruktion ist schlicht. Zwei Folienlagen werden an den Rändern versiegelt, nach dem Befüllen schließt eine letzte Naht den Beutel. Meist sind es drei oder vier Randsiegel. Entscheidend für Dichtheit und Haltbarkeit ist jede einzelne Siegelnaht.
Typische Anwendungen sind Getränkepulver, Gewürz- und Würzmischungen, Soßenportionen, Kosmetikproben und Nahrungsergänzung. Weil Portion und Verpackung zusammenfallen, taugt das Sachet für Probierpackungen, Gastronomie, Unterwegsverzehr und Sets in der Konfektionierung.
Der Begriff wird im Alltag unscharf benutzt. Auf Kundenseite meint „Portionsbeutel“ oft Sachet und Stickpack zugleich.
| Variante | Merkmal | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Flaches Sachet | Drei oder vier Randsiegel, große Druckfläche | Pulver, Soßen, Kosmetikproben |
| Twin- und Triplet-Sachet | Zwei oder drei Kammern, durch Schwachsiegel getrennt | Zwei Komponenten, die erst bei der Nutzung zusammenkommen |
| Strip-Sachet | Aneinanderhängende Beutelkette zum Abtrennen | Tagesportionen, Probenstreifen |
| Shaped Sachet | Gestanzte Sonderform | Aktionen, Launches, Geschenksets |
02 · Abgrenzung
Beide Formate portionieren, unterscheiden sich aber in Form, Öffnung und Eignung. Das Sachet ist ein flacher Siegelrandbeutel. Der Stickpack ist ein schmaler Schlauchbeutel in Röhrchenform, einhändig aufreiß- und ausgießbar, typisch für Einzelportionen von Pulver und Granulat.
Entscheiden Sie nach Füllgut und Nutzung: Pulver zum direkten Einschütten sprechen für den Stickpack. Pasten, Flüssigkeiten und Produkte, bei denen die Druckfläche viel Platz braucht, sprechen für das Sachet.
Unsicher? Genau dafür gibt es die Checkliste weiter unten. Mit wenigen Angaben ordnen wir Ihr Projekt ein.
| Kriterium | Sachet | Stickpack |
|---|---|---|
| Form | Flach, breit | Schmal, röhrenförmig |
| Siegelung | Meist drei oder vier Randsiegel | Längsnaht und zwei Quernähte |
| Typische Füllgüter | Pulver, Granulat, kleine Mengen Flüssigkeit | Pulver und Granulat |
| Öffnen und Entleeren | Aufreißen, entnehmen oder ausdrücken | Einhändig aufreißen und ausgießen |
| Druckfläche | Groß und zusammenhängend | Schmal und länglich |
03 · Aufbau
Die Folie eines Sachets besteht fast immer aus mehreren Schichten. Jede erfüllt eine Aufgabe: Druckträger, Barriere, Siegelmedium.
Trägt Druck und Veredelung und gibt dem Beutel Festigkeit. Üblich sind PET, BOPP oder Papier.
Bremst Sauerstoff, Wasserdampf und Licht. Mögliche Lösungen sind Aluminium, EVOH, metallisierte Folien oder keramisch beschichtete Kunststofffolien. Messgrößen und Einheiten erklärt der Eintrag Barriereeigenschaften.
Schmilzt beim Siegeln und schließt den Beutel. Meist PE oder PP, passend zur Siegelschicht der übrigen Lagen.

Ein Sachet für sensible Pulver braucht oft mehr Barriere als eines für Gewürzmischungen. Die richtige Dimensionierung hängt von Füllgut, Haltbarkeitsziel und Lagerbedingungen ab.
Zusatzfunktionen wie Easy-Open per Laserritzung, Einrisskerbe oder Wiederverschluss erhöhen den Komfort, stellen aber zusätzliche Anforderungen an Material und Siegelung. Sie sollten früh in die Spezifikation.
04 · Barriere
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Entscheidend sind die empfindlichste Eigenschaft des Füllguts und das geplante Mindesthaltbarkeitsdatum.
| Füllgut | Empfindlich gegen | Folgerung für die Folienwahl |
|---|---|---|
| Matcha, Vitamin- und Pflanzenpulver | Sauerstoff, Licht, Feuchtigkeit | Hohe Barriere gegen alle drei; Aromaschutz prüfen |
| Instant- und Getränkepulver | Feuchtigkeit (Verklumpen) | Gute Wasserdampfbarriere |
| Gewürzmischungen | Aromaverlust, Feuchtigkeit | Mittlere bis hohe Aromabarriere |
| Soßen und flüssige Portionen | Auslaufen, Siegelnaht | Dichte Siegelnähte, passende Siegelschicht |
Praxis-HinweisKonkrete Barrierewerte hängen von Folienaufbau, Prüfverfahren und Klima ab. Lassen Sie sich vom Folienlieferanten Messwerte mit Prüfbedingungen nennen und lassen Sie das MHD-Ziel mit einer Stabilitätsprüfung am echten Füllgut belegen.
05 · Abfüllung
Die Folie läuft von der Rolle. Auf einer Form-Füll-Siegel-Anlage wird sie zu einem Schlauch oder einer Doppellage geformt.
VFFS oder HFFSDas Füllgut wird volumetrisch oder gravimetrisch dosiert. Wie das gelingt, hängt vom Fließverhalten ab, siehe Dosieranlagen.
je nach FüllgutQuer- und Randnähte werden gesetzt, die Portionen getrennt. Siegeltemperatur, Druck und Zeit bestimmen die Dichtheit.
SiegelfensterFüllmenge und Siegelnaht werden geprüft, die Beutel anschließend gezählt, in Kartons gepackt und etikettiert.
Dokumentiert je ChargeBei OH!S laufen Sachets und Stickpacks vollautomatisch von der Rolle auf Anlagen für pulvrige, flüssige und stückige Produkte. Je nach Produkt, Füllgewicht und Losgröße sind bis zu 15.000 Stück pro Tag möglich. Wie die Schlauchbeutelmaschine arbeitet, erklärt ein eigener Eintrag.
Sachet geplant?
Sachets und Stickpacks vollautomatisch von der Rolle abfüllen
Nennen Sie uns Füllgut, Portionsgewicht und Auflage. Innerhalb von 48 Stunden wissen Sie, wie wir Ihr Projekt umsetzen.
06 · Regulatorik
Seit dem 12. August 2026 gilt die PPWR. Für Sachets heißt das vor allem: Rollen klären, Nachweise vor Produktionsstart sichern, Umweltaussagen belegen.
Die Verordnung (EU) 2025/40 gilt seit 12.08.2026, in Deutschland ergänzt durch das VerpackDG. Erzeuger (Konformität, Dokumentation) und Hersteller (Registrierung, Lizenzierung) sind verschiedene Rollen. Mehr in Erzeuger und Hersteller nach PPWR.
Folie, Lack, Druckfarbe und Kleber müssen für den Lebensmittelkontakt geeignet sein (VO (EG) 1935/2004, bei Kunststoffen auch VO (EU) 10/2011). Der Eintrag Lebensmittelkontaktmaterialien zeigt, welche Nachweise gehören.
Die Verordnung (EU) 2024/3190 regelt Bisphenole in Lebensmittelkontaktmaterialien mit Übergangsfristen je Anwendung. Lassen Sie sich Konformität für Folie, Lack und Druckfarbe schriftlich bestätigen. Details: BPA und Bisphenole.
Recyclingfähigkeit und UmweltaussagenEine Recyclingklasse (A, B oder C) wird erst nach den delegierten Rechtsakten der EU bewertet, deren Methode bis zum 1. Januar 2028 feststeht; die Pflicht gilt frühestens ab dem 1. Januar 2030. Monomaterial oder Papieroptik allein belegen weder PPWR-Konformität noch eine Klasse. Pauschale Aussagen wie „umweltfreundlich“ sind seit dem 27. September 2026 nach der Richtlinie (EU) 2024/825 problematisch, siehe Umweltaussagen.
Für papierbasierte Sachets mit fett- oder feuchtigkeitsabweisender Ausrüstung ist das PFAS-Risiko am höchsten; Standard-PE-, -PP- und -PET-Folien ohne fluorierte Ausrüstung sind unkritisch, brauchen aber trotzdem den Nachweis. Die Grenzwerte erklärt der Eintrag PFAS in Lebensmittelverpackungen.
07 · Einkauf
Wer ein Sachet spezifiziert, entscheidet zugleich über Kosten, Haltbarkeit und Rechtsrisiko. Diese Punkte gehören in jede Spezifikation, die später in eine Verpackungsspezifikation mündet.
Mit diesen Punkten können wir Ihr Sachet-Projekt in der Regel ohne Rückfragen einordnen.
08 · Anfrage
Das Mischen ergänzen wir bei Bedarf: Beim Lohnmischen gilt eine Mindestmenge von 100 kg je Mischcharge. Teilen Sie 100 kg durch Ihr Portionsgewicht, dann erhalten Sie die Stückzahl, die daraus entsteht.
Planen Sie vom Auftrag bis zur Produktion 4 bis 8 Wochen ein, gerechnet ab der Auftragsklärung und sobald das Material vorliegt.
09 · FAQ
Ein Sachet ist ein kleiner, flacher Portionsbeutel, dessen Ränder an drei oder vier Seiten versiegelt sind. Er nimmt Einzelportionen von Pulver, Granulat, Paste oder Flüssigkeit auf. Die Folie schützt je nach Aufbau vor Sauerstoff, Feuchtigkeit und Licht und bietet Platz für Druck.
Das Sachet ist ein flacher Siegelrandbeutel, meist mit drei oder vier Randsiegeln. Der Stickpack ist ein schmaler Schlauchbeutel in Röhrchenform, den man einhändig aufreißen und ausgießen kann und der vor allem für Pulver und Granulat genutzt wird. Kunden verwechseln beide häufig, deshalb klären wir das Format im Erstkontakt.
Für Sachets und Stickpacks gelten mindestens 10.000 Stück je Auftrag, davon mindestens 5.000 Stück je Sorte. Bei Mischungen kommt die Mindestmenge von 100 kg je Mischcharge hinzu. Preise nennen wir verbindlich erst im Angebot.
Auf Ihre Anfrage antworten wir innerhalb von 48 Stunden. Der Produktionsvorlauf beträgt 4 bis 8 Wochen, gerechnet ab der Auftragsklärung und sobald das Material vorliegt. Der Zeitraum hängt von Folie, Druck und Füllgut ab.
Das hängt vom konkreten Folienaufbau ab. Ein Monomaterial kann gute Voraussetzungen schaffen, belegt aber weder die PPWR-Konformität noch eine Recyclingklasse. Die Bewertung nach den Leistungsstufen A bis C gilt frühestens ab dem 1. Januar 2030, bzw. 24 Monate nach Inkrafttreten des delegierten Rechtsakts, je nachdem, was später liegt; die Methode legt die EU bis zum 1. Januar 2028 fest. Deshalb sagen wir keine Klasse für einen konkreten Aufbau zu.
Das wird je Projekt bestimmt. Bei Lohnfertigung unter Ihrer Marke ist nach der Auslegung der Zentralen Stelle Verpackungsregister grundsätzlich der Auftraggeber Erzeuger und damit für Konformitätsbewertung, technische Dokumentation und EU-Konformitätserklärung zuständig. Die Rolle des Herstellers im Sinne der Registrierungs- und Lizenzpflichten ist davon getrennt zu prüfen.
10 · Fazit
Ein Sachet ist schnell gezeichnet, aber nicht schnell richtig spezifiziert. Drei Dinge entscheiden: die passende Barriere für das empfindlichste Merkmal Ihres Füllguts, ein sauber gewähltes Format zwischen Sachet und Stickpack und Nachweise, die vor Produktionsstart vorliegen. Wer das klärt, vermeidet teure Schleifen in Bemusterung und Freigabe.
Rechtlich hat sich mit der PPWR seit dem 12. August 2026 einiges verschoben. Klären Sie früh, wer in Ihrem Projekt Erzeuger ist, und verzichten Sie auf pauschale Umwelt- und Recyclingaussagen, die Sie nicht belegen können.
Wenn Sie so weit sind, schicken Sie uns die Angaben aus der Checkliste. Zur Einordnung der Abfüllverfahren lesen Sie als Nächstes den Eintrag zur Schlauchbeutelmaschine.
Weiterlesen
Packmittel
Schmale Portionsbeutel für Pulver und Granulat: Aufbau, Materialien, Mindestmengen.
Packmittel
Flachbeutel mit umlaufendem Siegelrand: Aufbau, Einsatz und Abfüllung.
Packmittel
Schlauchbeutel aus der Rolle: Aufbau, Materialwahl und Einsatz.
Technik
Vertikal oder horizontal: wie VFFS und HFFS arbeiten und was sie verarbeiten.
Packmittel
Zwei Messgrößen, klare Einheiten und Prüfbedingungen für die Folienwahl.
Leistung
Ablauf, Formate und Anfrage
Projekt starten
Schicken Sie uns Produkt, Format und Menge. Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden eine Antwort.
Rechtlicher HinweisDie hier bereitgestellten Informationen dienen als fachliche Orientierung für Produktentwickler, Einkauf und Geschäftskunden der OH!S GmbH. Sie ersetzen keine Rechtsberatung und keine rechtliche Einzelfallprüfung; maßgeblich ist der amtliche Wortlaut der genannten Rechtsakte und Normen. Für Produktkonformität, Kennzeichnung und Umweltaussagen ist die jeweils nach Gesetz verantwortliche Partei zuständig, in der Regel der Inverkehrbringer. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen auf Basis der genannten Quellen zusammengestellt; eine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit wird nicht übernommen.
Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 23.04.2026 Erstveröffentlichung · 05.10.2026 vollständig überarbeitet: Rechtsstand PPWR und VerpackDG, unbelegte Konformitäts- und Recyclingzusagen entfernt, Mindestmenge auf den Stand 10.000 je Auftrag und 5.000 je Sorte korrigiert, Anfrage-Checkliste ergänzt.
Sam W. Pack · Fach- und Blogstimme der OH!S GmbH
Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.
Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert: