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L-Tyrosin – Aminosäure, Spezifikation und Verarbeitung
Vorstufe der Catecholamine. Fachlich stark, rechtlich eng.
L-Tyrosin ist eine proteinogene Aminosäure und die unmittelbare Vorstufe der Catecholamine Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin sowie der Schilddrüsenhormone. Der Organismus bildet sie aus L-Phenylalanin, weshalb sie als bedingt entbehrlich gilt. Dieser Lexikoneintrag liefert Produktentwicklern und Einkäufern die Grundlage für Rezepturentscheidungen und die Verkehrsfähigkeitsprüfung.
§ 01 — SteckbriefL-Tyrosin: technische Daten auf einen Blick
Für die Rezepturplanung zählen drei Kennzahlen: die sehr geringe Wasserlöslichkeit, der isoelektrische Punkt und die hohe thermische Stabilität. Sie entscheiden darüber, ob eine Formulierung als Kapsel, als Pulvermischung oder als Getränkepulver überhaupt funktioniert.
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Chemische Bezeichnung | (S)-2-Amino-3-(4-hydroxyphenyl)propansäure |
| CAS-Nummer | 60-18-4 |
| Summenformel / Molmasse | C9H11NO3 / 181,19 g/mol |
| Einstufung | proteinogene, bedingt entbehrliche (semi-essenzielle) Aminosäure |
| Biochemische Vorstufe von | Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Thyroxin (T4), Melanin |
| Erscheinungsbild | weißes bis cremefarbenes kristallines Pulver, geruchsneutral |
| Wasserlöslichkeit | ca. 0,45 g/l bei 25 °C — die geringste aller proteinogenen Aminosäuren |
| Isoelektrischer Punkt | pI 5,66 |
| Thermisches Verhalten | kein definierter Schmelzpunkt, Zersetzung ab ca. 340 °C |
| Übliche Herstellung | mikrobielle Fermentation, seltener Proteinhydrolyse |
| Novel-Food-Status | kein neuartiges Lebensmittel nach VO (EU) 2015/2283 |
| Zugelassener Health Claim | keiner — siehe § 06 |
§ 02 — HerkunftGewinnung und Rohstoffqualitäten
Der überwiegende Teil der weltweit gehandelten Ware stammt aus mikrobieller Fermentation. Dabei werden Stämme von Corynebacterium glutamicum oder Escherichia coli auf Zuckersubstrat kultiviert, das Produkt wird anschließend kristallisiert, gewaschen und getrocknet. Diese Route liefert zuverlässig die reine L-Form und ist die Grundlage vegan deklarierbarer Rezepturen.
Die zweite Route ist die enzymatische oder saure Hydrolyse von Proteinen, historisch vor allem aus Casein oder Federmehl. Sie ist für Nahrungsergänzungsmittel heute unüblich. Für vegane, koschere oder halal-zertifizierte Konzepte ist die Herkunft trotzdem im Spezifikationsblatt abzufragen, weil tierische Ausgangsstoffe die Deklaration und die Zertifizierbarkeit unmittelbar berühren.
Die Partikelgröße wird selten spezifiziert, entscheidet aber über das Fließverhalten in der Kapselfüllung. Lassen Sie sich die Siebanalyse geben, nicht nur den Reinheitswert.
§ 03 — BiochemieStoffwechselweg und Wirkprofil von L-Tyrosin
Aus der Aminosäure entsteht über die Tyrosinhydroxylase zunächst L-DOPA, daraus Dopamin, weiter Noradrenalin und schließlich Adrenalin. Die Tyrosinhydroxylase ist der geschwindigkeitsbestimmende Schritt dieser Kaskade. In der Schilddrüse dient L-Tyrosin als Gerüst für Thyroxin, in den Melanozyten als Ausgangspunkt der Melaninsynthese.
Für Kombinationsrezepturen ist relevant, dass mehrere Cofaktoren an dieser Kette beteiligt sind. Die aromatische Aminosäuredecarboxylase arbeitet Pyridoxalphosphat-abhängig, weshalb sich der Rohstoff in der Praxis häufig mit Vitamin B6 kombiniert findet. Kupfer und Eisen sind ebenfalls beteiligt.
Aufnahme und Konkurrenz an der Blut-Hirn-Schranke
Der Transport ins Gehirn erfolgt über den LAT1-Carrier, den sich alle großen neutralen Aminosäuren teilen. Tryptophan, Phenylalanin, Leucin, Isoleucin und Valin konkurrieren also direkt mit L-Tyrosin um denselben Transportweg. Das erklärt, warum die Einnahme zu einer proteinreichen Mahlzeit anders wirkt als nüchtern — ein Punkt, der in die Verzehrempfehlung gehört und nicht ins Kleingedruckte.
§ 04 — EvidenzWissenschaftlicher Stand zu L-Tyrosin
Die Datenlage ist ungewöhnlich klar strukturiert: Effekte zeigen sich fast ausschließlich unter akuter Belastung, nicht im entspannten Ausgangszustand. Die Übersichtsarbeit von Jongkees und Kollegen fasst das als Kernbefund zusammen — eine Supplementierung wirkt dann, wenn die Catecholaminsynthese durch Stressoren erhöht beansprucht wird (PMID 26424423).
Die belastbarsten Einzelstudien stammen aus militärischem Umfeld. Banderet und Lieberman untersuchten Kälte und Hypoxie (PMID 2736402), Mahoney und Kollegen Kaltwasserimmersion mit 150 mg pro Kilogramm Körpergewicht (PMID 17585971). Deijen beobachtete Kadetten über eine einwöchige Gefechtsausbildung (PMID 10230711). Colzato und Kollegen fanden Effekte auf die Inhibitionskontrolle (PMID 24433977).
Drei Einschränkungen gehören dazu. Die Studiendosen liegen mit 100 bis 150 mg pro Kilogramm deutlich über marktüblichen Tagesdosen. Die Stichproben sind meist klein. Und die Übertragbarkeit auf gesunde Erwachsene ohne Belastung ist nicht belegt. Studien zur körperlichen Leistungsfähigkeit fallen überwiegend negativ aus.
§ 05 — AnwendungDarreichungsformen und Formulierung
Die geringe Wasserlöslichkeit ist der bestimmende Faktor. Bei etwa 0,45 g je Liter lässt sich eine Tagesdosis von 500 mg nicht klar in ein Glas Wasser bringen — die Suspension trübt und setzt sich ab. Wer trotzdem ein Getränkepulver plant, braucht entweder eine bewusst trübe Rezeptur oder das besser lösliche Derivat N-Acetyl-L-Tyrosin, dessen Umwandlungsrate im Körper allerdings begrenzt ist.
Hartkapseln sind das Standardformat. 500 mg passen bequem in Größe 0, die Fließfähigkeit ist mit üblichen Trennmitteln gut beherrschbar. Wenn Sie Kapseln abfüllen lassen, klären Sie Schüttdichte und Kapselgröße vor der Musterfertigung, nicht danach.
Pulvermischungen in Dosen, Doypacks oder Stickpacks funktionieren gut, solange das Produkt eingerührt und nicht gelöst wird — etwa in Shakes oder Greens-Pulvern. Für eine homogene Verteilung im Vormix ist die Partikelgrößenverteilung entscheidend. Details zum Verfahren finden Sie unter Pulver abfüllen lassen.
Typische Produktkonzepte kombinieren den Rohstoff mit Koffein und Ashwagandha KSM-66 in Fokus- oder Belastungsformeln, oder mit B-Vitaminen in Stoffwechsel-Komplexen. Als reine Monosubstanz ist er ebenfalls marktgängig.
L-Tyrosin oder N-Acetyl-L-Tyrosin?
Das acetylierte Derivat wird als löslichere Alternative beworben. Beim Blick auf die Substanz relativiert sich das: Die bessere Wasserlöslichkeit ist real, die Umwandlung zu freiem L-Tyrosin im Organismus jedoch unvollständig, sodass ein Teil unverändert ausgeschieden wird. Wer auf Milligramm-Äquivalenz auslegt, rechnet also mit einem Unsicherheitsfaktor.
Für die Praxis heißt das: In Klarlösungen und Ready-to-mix-Konzepten kann das Derivat technisch sinnvoll sein. In Kapseln und Einrührpulvern bringt es keinen Vorteil und kostet mehr. Beide Formen sind zudem getrennt zu deklarieren und regulatorisch getrennt zu bewerten — die Bezeichnungen sind nicht austauschbar.
Lagerung und Verarbeitungsstabilität
Die Aminosäure ist thermisch robust und übersteht übliche Misch- und Abfüllprozesse ohne relevanten Verlust. Kritisch ist die Feuchte: Bei hoher relativer Luftfeuchte verklumpt das Pulver und die Fließfähigkeit bricht ein. Empfohlen sind Lagerung unter 25 Grad Celsius, dicht verschlossene Gebinde und Verarbeitung in klimatisierter Umgebung. Die Haltbarkeit der Rohware liegt üblicherweise bei 24 bis 36 Monaten.
§ 06 — RegulatorikL-Tyrosin: rechtlicher Rahmen, Stand August 2026
Der Rohstoff ist kein neuartiges Lebensmittel. Als proteinogene Aminosäure mit langer Verwendungsgeschichte fällt er nicht unter die Zulassungspflicht der Verordnung (EU) 2015/2283. Der Katalogeintrag ist vor jeder Markteinführung dennoch zu prüfen, weil der Status sich für einzelne Zubereitungsformen ändern kann.
Health Claims: bewertet, aber nicht zugelassen
Hier liegt der teuerste Fehler. Die EFSA hat 2011 einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der Aufnahme und der normalen Catecholaminsynthese bestätigt (ID 1928, EFSA Journal 2011;9(6):2270). Trotzdem existiert bis heute kein zugelassener Health Claim. Die Kommission hat die Aufnahme in die Positivliste mit Verordnung (EU) Nr. 536/2013 ausdrücklich abgelehnt.
Die Begründung steht in Erwägungsgrund 13 dieser Verordnung: Die Behörde konnte keine Menge angeben, ab der die Wirkung eintritt. Ohne quantifizierbare Verwendungsbedingungen lässt sich der Nutzen nicht sicherstellen, die Angabe wäre irreführend. Dasselbe gilt für den 2011 positiv bewerteten Dopamin-Claim nach Artikel 13 Absatz 5. Praktische Folge: Jede Wirkaussage zu L-Tyrosin auf Etikett oder Website ist unzulässig.
Eine positive EFSA-Bewertung ist keine Zulassung. Wer die Formulierung aus dem EFSA-Gutachten übernimmt, zitiert einen abgelehnten Claim. Zulässig bleiben rein beschreibende Angaben zur Zusammensetzung, etwa die Nennung der Menge je Tagesportion.
Höchstmengen und nationale Praxis
Gesetzliche Höchstmengen für Aminosäuren in Nahrungsergänzungsmitteln gibt es in Deutschland nicht. Orientierung geben Allgemeinverfügungen des BVL nach § 54 LFGB. Die Sammelverfügung 2003-004-00 nennt für L-Tyrosin 30 mg je empfohlener Tagesverzehrmenge; zusätzlich existiert die produktbezogene Verfügung BVL 13/01/009 vom 04.12.2013.
Diese Werte sind Einzelfallentscheidungen zur gegenseitigen Anerkennung und keine allgemeinen Grenzwerte — marktübliche Produkte liegen um Größenordnungen darüber. Sie zeigen aber, dass die Behörden Aminosäurezusätze kritisch bewerten. Eine Verkehrsfähigkeitsbeurteilung vor dem Launch ist bei diesem Rohstoff kein Luxus. Für die Kennzeichnung gelten daneben die LMIV, VO (EU) 1169/2011, sowie die NemV.
§ 07 — SicherheitVerträglichkeit und Zielgruppen
In marktüblichen Tagesdosen gilt die Aminosäure als gut verträglich. Berichtete Beobachtungen aus Studien betreffen vor allem Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und Unruhe, überwiegend bei den hohen Prüfdosen von mehreren Gramm. Ein tolerierbarer Höchstwert wurde bislang weder von der EFSA noch vom BfR abgeleitet.
Für die Kennzeichnung relevant sind mögliche Wechselwirkungen. Bei gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern ist Zurückhaltung geboten, ebenso bei Präparaten mit Bezug zur Schilddrüsenfunktion, da L-Tyrosin Baustein der Schilddrüsenhormone ist. Für Schwangere, Stillende und Minderjährige liegen keine ausreichenden Daten vor.
Produkte, die sich gezielt an Personen mit einer diagnostizierten Stoffwechselstörung richten, sind in aller Regel keine Nahrungsergänzungsmittel, sondern fallen unter die Regeln für Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke. Das ist ein anderer Rechtsrahmen mit anderen Pflichten — und eine Weiche, die früh im Projekt gestellt werden muss.
§ 08 — EinkaufQualitätskriterien beim Bezug von L-Tyrosin
Ein Analysenzertifikat allein sagt wenig. Diese fünf Punkte entscheiden darüber, ob die Ware in der Produktion trägt:
- Optische Reinheit — die spezifische Drehung belegt, dass reine L-Form vorliegt. Racemische Ware ist für Nahrungsergänzungsmittel nicht geeignet.
- Gehalt und Prüfmethode — mindestens 98,5 % nach Ph. Eur. oder USP, mit benannter Methode. Ein Zahlenwert ohne Methode ist keine Spezifikation.
- Herkunftsroute — fermentativ oder aus Proteinhydrolyse. Entscheidend für vegane, koschere und halal-Deklarationen.
- Schwermetalle und Lösemittelreste — Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen mit Einzelgrenzwerten, dazu Restlösemittel nach ICH Q3C.
- Mikrobiologie und Partikelgröße — Keimzahl, Hefen und Schimmel sowie eine Siebanalyse. Ohne Letztere ist die Kapselfüllung ein Blindflug.
Ein Detail, das im Wareneingang oft untergeht: Die Zutatenbezeichnung im Zutatenverzeichnis muss der tatsächlich eingesetzten Substanz entsprechen. Wer L-Tyrosin beschafft, aber das acetylierte Derivat geliefert bekommt, hat ein Kennzeichnungsproblem und keine Formulierungsvariante. Das Spezifikationsblatt und die Lieferantenerklärung sollten die Bezeichnung deshalb wortgleich führen.
Bei Bio-Rezepturen ist zu beachten, dass isolierte Aminosäuren in der EU-Öko-Verordnung nicht als Bio-Zutat geführt werden. Sie zählen im Endprodukt zum konventionellen Anteil. Das ist für die Auslobung entscheidend und wird regelmäßig zu spät geklärt.
§ 09 — SchnellantwortenHäufig gestellte Fragen zu L-Tyrosin
Ist L-Tyrosin in der EU als Nahrungsergänzungsmittel verkehrsfähig?
Die Aminosäure ist kein neuartiges Lebensmittel und wird in der EU seit Jahrzehnten in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. Eine Novel-Food-Zulassung ist daher nicht erforderlich. Die Verkehrsfähigkeit eines konkreten Produkts hängt aber von der Dosierung, der Zielgruppe und der Kennzeichnung ab. In Deutschland bewerten die Behörden Aminosäurezusätze im Einzelfall, unter anderem über Allgemeinverfügungen nach Paragraf 54 LFGB. Eine rechtliche Beurteilung vor dem Markteintritt ist Aufgabe des Inverkehrbringers.
Darf ich mit einer Wirkung von L-Tyrosin werben?
Nein. Für diese Aminosäure existiert kein zugelassener gesundheitsbezogener Claim. Die EFSA hat 2011 zwar einen Zusammenhang mit der normalen Catecholaminsynthese bestätigt, die Europäische Kommission hat die Aufnahme in die Positivliste mit Verordnung (EU) Nr. 536/2013 jedoch abgelehnt, weil sich keine Verwendungsbedingungen festlegen ließen. Zulässig bleiben rein beschreibende Angaben zur Zusammensetzung, etwa die Menge je Tagesportion. Jede Wirkaussage ist unzulässig.
Warum löst sich L-Tyrosin so schlecht in Wasser?
Der aromatische Ring mit der Hydroxylgruppe bildet ein stabiles Kristallgitter, das sich in Wasser kaum aufbricht. Mit etwa 0,45 Gramm je Liter bei 25 Grad Celsius ist die Löslichkeit die geringste aller proteinogenen Aminosäuren. Für Getränkepulver bedeutet das eine sichtbare Trübung und Sedimentation. In der Praxis wählt man deshalb Kapseln, Einrührpulver oder das besser lösliche Derivat N-Acetyl-L-Tyrosin, dessen Umwandlungsrate im Körper allerdings begrenzt ist.
Welche Darreichungsform eignet sich am besten?
Die Hartkapsel ist das robusteste Format, weil sie die Löslichkeit umgeht und eine exakte Dosierung erlaubt. Eine Tagesdosis von 500 Milligramm passt in Kapselgröße 0. Pulvermischungen funktionieren gut, wenn das Produkt eingerührt und nicht gelöst wird, etwa in Shakes oder Greens-Pulvern. Stickpacks und Sachets eignen sich für portionierte Konzepte. Reine Klarlösungen als Getränk sind mit diesem Rohstoff technisch nicht sinnvoll umsetzbar.
Welche Dosierungen sind marktüblich?
Am Markt finden sich überwiegend Tagesportionen zwischen 500 und 2000 Milligramm. Die Studien, auf die sich der Rohstoff fachlich stützt, arbeiten mit deutlich höheren Mengen von 100 bis 150 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht, also mehreren Gramm. Ein tolerierbarer Höchstwert wurde weder von der EFSA noch vom BfR abgeleitet. Die Festlegung der Verzehrempfehlung liegt beim Inverkehrbringer und sollte fachlich und rechtlich abgesichert werden.
Lässt sich L-Tyrosin in Bio-Qualität verarbeiten?
Isolierte Aminosäuren gelten nach der EU-Öko-Verordnung nicht als Bio-Zutat. Sie werden im Endprodukt dem konventionellen Anteil zugerechnet und können nicht als Bio ausgelobt werden. Ein Produkt mit dieser Aminosäure kann also nur dann ein Bio-Siegel tragen, wenn der verbleibende konventionelle Anteil innerhalb der zulässigen Grenzen liegt. Die OH!S GmbH ist EU-Bio-zertifiziert unter der Kontrollnummer DE-OEKO-003 und prüft die Rezeptur im Einzelfall.
§ 10 — SchlussFazit: L-Tyrosin in der Praxis
Fachlich ist der Rohstoff gut charakterisiert: Der Stoffwechselweg ist unstrittig, die Studienlage zeigt ein klares Muster, und die Verarbeitung ist beherrschbar, sofern man die Löslichkeit ernst nimmt und beim Format nicht zu ehrgeizig wird.
Der Engpass liegt in der Kommunikation. Ohne zugelassenen Claim muss das Produkt über Zusammensetzung, Qualität und Kontext überzeugen — nicht über Wirkversprechen. Wer das von Anfang an einplant, spart sich teure Etikettenkorrekturen. Wer die EFSA-Bewertung mit einer Zulassung verwechselt, zahlt später drauf.
Für die Umsetzung heißt das: Format früh festlegen, Spezifikation vollständig einfordern, Verkehrsfähigkeit vor der Musterfertigung klären. In dieser Reihenfolge wird aus L-Tyrosin ein planbares Produkt statt eines Projekts mit offenem Ende.
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Produktionsprojekt anfragen →Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich als fachliche Grundlage für Produktentwickler und Geschäftskunden der OH!S GmbH. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und sind nicht zur Diagnose, Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt. Für die finalen Produkt-Claims und die Einhaltung der Health-Claims-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 ist der jeweilige Inverkehrbringer verantwortlich. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und auf Basis verfügbarer wissenschaftlicher Literatur zusammengestellt; eine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit wird nicht übernommen.
Quellen & weiterführende Literatur
- Jongkees BJ, Hommel B, Kühn S, Colzato LS (2015). Effect of tyrosine supplementation on clinical and healthy populations under stress or cognitive demands – A review. J Psychiatr Res 70:50–57. PubMed ↗
- Mahoney CR, Castellani J, Kramer FM, Young A, Lieberman HR (2007). Tyrosine supplementation mitigates working memory decrements during cold exposure. Physiol Behav 92(4):575–582. PubMed ↗
- Deijen JB, Wientjes CJE, Vullinghs HFM, Cloin PA, Langefeld JJ (1999). Tyrosine improves cognitive performance and reduces blood pressure in cadets after one week of a combat training course. Brain Res Bull 48(2):203–209. PubMed ↗
- Banderet LE, Lieberman HR (1989). Treatment with tyrosine, a neurotransmitter precursor, reduces environmental stress in humans. Brain Res Bull 22(4):759–762. PubMed ↗
- Colzato LS, Jongkees BJ, Sellaro R, van den Wildenberg WPM, Hommel B (2014). Eating to stop: tyrosine supplementation enhances inhibitory control but not response execution. Neuropsychologia 62:398–402. PubMed ↗
- EFSA NDA Panel (2011). Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to L-tyrosine (ID 1928, 440, 1672, 1930, 1929). EFSA Journal 9(6):2270. EFSA ↗
- Verordnung (EU) Nr. 536/2013 der Kommission vom 11. Juni 2013 zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Erwägungsgrund 13. EUR-Lex ↗
- BVL, Allgemeinverfügung Nr. 2003-004-00, Nahrungsergänzungsmittel mit Zusatz von Aminosäuren. BVL ↗
Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.