Verpackungslexikon · Logistik & Services
Co-Packing (auch Copacking) bezeichnet das Verpacken fremder Produkte durch einen spezialisierten Partner, den Co-Packer. Am Markt reicht der Begriff vom Verpacken und Konfektionieren fertiger Ware bis zum Abfüllen vor dem Verpacken. Was gemeint ist, zeigt der Prozess: Was liegt am Anfang vor, was am Ende?
Antwort auf Ihre Anfrage innerhalb von 48 Stunden. NDA auf Wunsch.
Tageskapazitäten je nach Produkt, Füllgewicht und Losgröße; Größenordnung, keine Zusage.
01 · Definition
Co-Packing ist ein Marktbegriff, kein genormter Fachbegriff. Wer ihn in einer Anfrage liest, sollte zuerst klären, was gemeint ist.
Ein Co-Packer verpackt Produkte für einen Auftraggeber, der Ware und Marke behält. Der Begriff kommt aus dem Englischen; gleichbedeutend sind Copacking, Co Packing und Contract Packing, im Deutschen Auftragsverpackung. Davon zu unterscheiden ist das Co-Manufacturing, bei dem der Partner das Produkt selbst herstellt.
Dieser Eintrag erklärt den Begriff und seine Grenzen. Welche Leistung OH!S anbietet, steht auf der Leistungsseite Co-Packing für Industrie und Handel. Hier geht es darum, Begriffe zu unterscheiden und Anfragen sauber zu formulieren.
| Lesart | Ausgangszustand | Typische Anfrage |
|---|---|---|
| Eng: Verpacken und Konfektionieren | Die Ware liegt fertig verpackt oder fertig befüllt vor. | Fertige Produkte sollen in Sets und Kartons gepackt werden. |
| Weit: Abfüllen und Verpacken | Das Füllgut liegt lose vor, die Packmittel sind leer. | Pulver soll abgefüllt und gleich versandfertig verpackt werden. |
02 · Abgrenzung
Am sichersten unterscheiden Sie die Begriffe am Prozess: Was liegt am Anfang vor, was geschieht, was liegt am Ende vor?
| Begriff | Am Anfang | Tätigkeit | Am Ende |
|---|---|---|---|
| Lohnabfüllung | loses Füllgut: Pulver, Granulat, Flüssigkeit | dosieren, einfüllen, verschließen | befülltes, verschlossenes Packmittel |
| Lohnverpackung | fertige Produkte oder fertig befüllte Einheiten | einlegen, kartonieren, folieren, etikettieren, palettieren | verpackte, versandfertige Ware |
| Konfektionierung | mehrere Artikel, Beilagen und Verpackungen | zusammenstellen, bestücken, beilegen, etikettieren | neues Set, Multipack oder Display |
| Co-Packing | je nach Anfrage eine der drei Aufgaben oder eine Kombination | gesamte Aufgabe bei einem Partner | verkaufs- oder versandfertige Ware |
So lesen Sie eine AnfrageDrei Fragen genügen: Ist das Füllgut schon verpackt? Entsteht aus mehreren Artikeln eine neue Einheit? Soll das Produkt selbst geöffnet, dosiert oder umgefüllt werden? Die Antworten zeigen, ob Abfüllung, Verpackung oder Konfektionierung gemeint ist und ob das Projekt mehrere Aufgaben verbindet.
03 · Praxis
Dieselbe Anfrage „Co-Packing“ kann sehr Unterschiedliches meinen. Vier Beispiele zeigen, wie der Prozess den Begriff bestimmt.
Das Pulver liegt lose vor, die Dosen sind leer. Dosieren, Einfüllen, Verschließen und Etikettieren sind Lohnabfüllung. Folgt das Kartonieren, kommt Lohnverpackung dazu. Wer hier „Co-Packing“ schreibt, meint meist den ganzen Weg.
Die Beutel sind fertig. Sie werden gezählt, in Faltschachteln eingelegt und mit Etikett versehen: Lohnverpackung, bei mehreren Sorten je Schachtel Konfektionierung.
Drei fertige Produkte, eine Karte, eine Schachtel: Aus mehreren Artikeln entsteht eine neue Einheit. Das ist Konfektionierung, im Marktgebrauch oft ebenfalls „Co-Packing“.
Fertige Produkte werden versandfertig gemacht: Umkarton, Versandetikett, Lagerung. Das ist Lohnverpackung mit Fulfillment, siehe E-Commerce-Verpackung.

Alle vier Projekte lassen sich als Co-Packing bei einem Partner bündeln. Das spart Schnittstellen, denn Ware, Etiketten und Dokumentation müssen nicht zwischen Dienstleistern wandern. Es ändert aber nichts daran, dass es verschiedene Aufgaben sind: Sie haben unterschiedliche Prüfpunkte, unterschiedliche Anforderungen an Hygiene und Allergenmanagement und unterschiedliche Rollen im Verpackungsrecht.
04 · Entscheidung
Ob sich Co-Packing lohnt, hängt weniger vom Preis als von Auslastung, Flexibilität und Kontrolle ab.
| Kriterium | Eigene Verpackungslinie | Co-Packer |
|---|---|---|
| Investition | Maschinen, Fläche und Personal | keine eigene Anlage, dafür Dienstleistungskosten |
| Auslastung | Spitzen und Leerlauf trägt die eigene Linie | der Partner bündelt Aufträge mehrerer Kunden |
| Flexibilität | Formatwechsel kosten eigene Umrüstzeit | der Partner bringt Anlagen für mehrere Formate mit |
| Kontrolle | volle Prozesshoheit | Prozess, Freigaben und Dokumentation werden vertraglich gesteuert |
| Know-how | im eigenen Haus aufzubauen | beim Partner vorhanden, die Spezifikation muss übergeben werden |
| Rechtliche Rolle | beim eigenen Unternehmen | bleibt bei Aufträgen unter Ihrer Marke grundsätzlich beim Auftraggeber |

Viele Unternehmen kombinieren beides: Das Standardsortiment läuft intern, Aktionen, Saisonware und neue Formate laufen beim Partner. So bleibt die eigene Linie ausgelastet, und Spitzen belasten sie nicht.
Aufgabe klar?
Abfüllen, verpacken, konfektionieren – an einem Ort koordiniert
Nennen Sie uns Aufgabe, Stückzahl und Zeitrahmen. Innerhalb von 48 Stunden melden wir uns mit einer ersten Einschätzung.
05 · Auswahl
Die Auswahl entscheidet sich an Prozesssicherheit und Dokumentation. Mit diesen Fragen vergleichen Sie Anbieter auf gleicher Grundlage.
Was der Auftrag kostet, hängt von Zahl der Arbeitsschritte, Variantenvielfalt, Handarbeitsanteil, Packmitteln, Etiketten und Lagerdauer ab. Preise nennen wir verbindlich erst im Angebot.
06 · Regulatorik
Beim Co-Packing führt der Partner aus, die Verantwortung für Produkt und Kennzeichnung bleibt in der Regel beim Auftraggeber. Drei Punkte gehören in jedes Projekt.
Die Verordnung (EU) 2025/40 gilt seit 12.08.2026. Erzeuger (Art. 3 Abs. 1 Nr. 13) ist, wer unter eigenem Namen oder eigener Marke gestalten oder herstellen lässt, mit Konformitätsbewertung, technischer Dokumentation und EU-Konformitätserklärung. Hersteller (Nr. 15) ist, wer Verpackungen erstmals in einem Mitgliedstaat bereitstellt; an ihn knüpft die erweiterte Herstellerverantwortung an. Mehr in Erzeuger und Hersteller nach PPWR.
Verantwortlich für die Lebensmittelinformation ist der Unternehmer, unter dessen Namen das Lebensmittel vermarktet wird (Art. 8 LMIV). Der Co-Packer arbeitet als Lebensmittelunternehmer nach HACCP-Grundsätzen (Art. 5 VO (EG) 852/2004). Verpackungsmaterial darf keine Kontaminationsquelle sein (Anhang II Kapitel X).
Wer Zutaten bezieht und Erzeugnisse abgibt, muss das nachweisen können (Art. 18 VO (EG) 178/2002). Beim Verpacken heißt das: Chargen von Ware, Packmitteln und Etiketten werden dem Auftrag zugeordnet. Mehr zur Chargennummer.
Eine vertragliche Zuweisung organisiert die Zusammenarbeit, kann eine gesetzlich zwingende Rolle gegenüber Behörden aber nicht beliebig umdefinieren. Diese Punkte gehören deshalb schriftlich in Vertrag oder Qualitätssicherungsvereinbarung.
In der Betriebspraxis gilt: Nachweise zu Packmitteln liegen vor Produktionsstart vor.
Mit diesen Punkten können wir Ihre Aufgabe in der Regel ohne Rückfragen einordnen.
07 · Anfrage
Für die Abfüllung gelten die Mindestmengen des jeweiligen Formats, zum Beispiel mindestens 10.000 Stück je Auftrag bei Sachets und Stickpacks oder 500 Stück bei Gläsern und Dosen. Für reines Verpacken und Konfektionieren legen wir die Eckdaten gemeinsam fest.
Planen Sie vom Auftrag bis zur Produktion 4 bis 8 Wochen ein, gerechnet ab der Auftragsklärung und sobald das Material vorliegt.
08 · FAQ
Co-Packing bedeutet, dass ein Partner Produkte für einen Auftraggeber verpackt, der Ware und Marke behält. Der Begriff kommt aus dem Englischen und wird auch Copacking oder Contract Packing geschrieben, im Deutschen sagt man Auftragsverpackung oder Lohnverpackung. Am Markt umfasst er je nach Anbieter nur das Verpacken und Konfektionieren fertiger Ware oder zusätzlich das Abfüllen.
Bei der Lohnabfüllung wird das Füllgut selbst gehandhabt: dosiert, eingefüllt und verschlossen, etwa Pulver in eine Dose oder einen Beutel. Beim Co-Packing im engen Sinn liegt die Ware bereits fertig vor und wird verpackt, gebündelt oder zu Sets zusammengestellt. Viele Anbieter verwenden Co-Packing aber als Oberbegriff, der die Abfüllung einschließt. Deshalb lohnt die Rückfrage, was gemeint ist.
Der Co-Packer verpackt ein Produkt, das der Auftraggeber bereits hat. Beim Co-Manufacturing, auf Deutsch Lohnherstellung oder Lohnfertigung, stellt der Partner das Produkt selbst her, etwa durch Mischen nach Ihrer Rezeptur. Beide Leistungen lassen sich bei einem Partner kombinieren. Für die rechtliche Rolle und die Anfrage ist die Unterscheidung wichtig, weil unterschiedliche Prozesse und Nachweise dahinterstehen.
Ein Co-Packer lohnt sich, wenn Sie keine eigene Linie auslasten können, Spitzen abfangen oder neue Formate ohne Investition testen wollen. Eine eigene Linie lohnt sich bei hoher, gleichmäßiger Auslastung und wenn Sie den Prozess selbst steuern wollen. Viele Unternehmen kombinieren beides: Das Standardsortiment läuft intern, Aktionen und neue Formate laufen beim Partner.
Erzeuger ist, wer eine Verpackung oder ein verpacktes Produkt selbst herstellt oder unter eigenem Namen oder eigener Marke gestalten oder herstellen lässt. Bei Auftragsfertigung unter Ihrer Marke ist nach der Auslegung der Zentralen Stelle Verpackungsregister grundsätzlich der Auftraggeber Erzeuger. Die Rolle wird je Projekt geprüft und im Vertrag dokumentiert; der Vertrag kann eine gesetzliche Rolle aber nicht beliebig umdefinieren.
Entscheidend ist der Geltungsbereich. IFS Food bezieht sich auf Betriebe, die Lebensmittel verarbeiten oder lose primär verpacken, IFS Logistics auf Transport und Lagerung. Verlangen Sie das Zertifikat des Standorts, an dem Ihr Auftrag läuft, und fragen Sie nach dem HACCP-Konzept, das Lebensmittelunternehmer ohnehin haben müssen. OH!S ist nach IFS Food (Version 8) und EU-Bio (DE-ÖKO-003) zertifiziert.
Wichtig sind die Aufgabe (Abfüllen, Verpacken, Konfektionieren oder eine Kombination), der Zustand der Ware, die Stückzahl gesamt und je Variante, die gewünschte Verpackung, Etiketten und Beilagen sowie Lieferziel und Wunschtermin. Bei Mischungen gilt bei OH!S eine Mindestmenge von 100 kg je Mischcharge. Die Checkliste weiter unten fasst die Angaben zusammen.
09 · Fazit
Co-Packing ist ein Sammelbegriff, und genau das macht Anfragen unscharf. Wer festlegt, ob sein Produkt noch abgefüllt werden muss, ob fertige Ware nur verpackt wird oder ob ein Set entsteht, bekommt vergleichbare Angebote und vermeidet Missverständnisse. Dazu gehören ein Muster vor der Serie, dokumentierte Chargen und ein Vertrag, der Rollen nach PPWR benennt.
Welche Aufgabe im Einzelnen dahintersteckt, erklären die Einträge zu Lohnverpackung und Konfektionierung. Wenn Ihre Aufgabe klar ist, schicken Sie uns die Angaben aus der Checkliste.
Weiterlesen
Service
Verpacken im Auftrag: Leistungen, Abgrenzung und typische Projekte.
Service
Sets bilden, bestücken, etikettieren: der Ablauf der Konfektionierung.
Technik
Dosen abfüllen lassen: Dosenarten, Verschlussprüfung und Nachweise.
Service
Eigene Marke, fremde Produktion: Definition, Varianten und Verantwortung.
Grundlagen
Verpackung und Fulfillment für den Online-Handel: was sich von Handelsware unterscheidet.
Leistung
Ablauf, Formate und Anfrage
Projekt starten
Schicken Sie uns Produkt, Format und Menge. Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden eine Antwort.
Rechtlicher HinweisDie hier bereitgestellten Informationen dienen als fachliche Orientierung für Produktentwickler, Einkauf und Geschäftskunden der OH!S GmbH. Sie ersetzen keine Rechtsberatung und keine rechtliche Einzelfallprüfung; maßgeblich ist der amtliche Wortlaut der genannten Rechtsakte und Normen. Für Produktkonformität, Kennzeichnung und Umweltaussagen ist die jeweils nach Gesetz verantwortliche Partei zuständig, in der Regel der Inverkehrbringer. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen auf Basis der genannten Quellen zusammengestellt; eine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit wird nicht übernommen.
Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 05.10.2024 Erstveröffentlichung · 05.10.2026 vollständig überarbeitet: Definition von der Leistungsseite getrennt, Abgrenzung zu Lohnabfüllung, Lohnverpackung und Konfektionierung nach Prozessen, Auswahlfragen, Rollen nach PPWR und Anfrage-Checkliste neu.
Sam W. Pack · Fach- und Blogstimme der OH!S GmbH
Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.
Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert: