Verpackungslexikon · Abfüllung & Technik

CIP und SIP: Reinigung und Entkeimung in der Anlage, sauber getrennt

CIP und SIP sind zwei getrennte Verfahren in geschlossenen Anlagen. CIP (Cleaning in Place) reinigt Rohre, Tanks und Füller ohne Demontage mit Spülmedien. SIP (Sterilisation in Place) entkeimt die gereinigte Anlage anschließend, meist mit Dampf. Erst die feste Reihenfolge, erst reinigen und dann entkeimen, ergibt eine nachweisbar hygienische Anlage.

  • Zwei Verfahren: CIP und SIP trennen Reinigen und Entkeimen, und SIP wirkt nur auf einer gereinigten Anlage
  • Belegen statt behaupten: CIP und SIP werden validiert und aufgezeichnet, nicht angenommen
  • Pulver ist anders: bei Pulverlinien zählen trockene oder gezielt nasse Reinigung und die Allergenreinigung

Antwort auf Ihre Anfrage innerhalb von 48 Stunden. NDA auf Wunsch.

CIP und SIP: Schema einer CIP-Reinigung mit Sprühkugel in einem Edelstahltank mit Zulauf und Ablauf
2Verfahren, nicht eines
2Verfahren, nicht eines:
CIP reinigt, SIP entkeimt
4Einflussgrößen beim Reinigen:
Temperatur, Mechanik,
Chemie, Zeit
4Reinigungsstufen beim Produktwechsel:
ohne, trocken, nass, Allergen
48 hbis zur Antwort
auf Ihre Anfrage

01 · Definition

CIP und SIP: zwei Verfahren mit unterschiedlichem Ziel

CIP und SIP werden oft in einem Atemzug genannt und deshalb verwechselt. Dabei lösen sie zwei verschiedene Probleme, und die Reihenfolge ist fest: erst reinigen, dann entkeimen.

CIP steht für Cleaning in Place, auf Deutsch Reinigung ohne Demontage. Rohrleitungen, Tanks, Pumpen und Füller werden in der geschlossenen Anlage mit Spülmedien gereinigt, die durch die Anlage strömen. Das Ziel ist, Produktreste und Beläge zu entfernen.

SIP steht für Sterilisation in Place und wird oft auch Steam in Place genannt. Die bereits gereinigte Anlage wird anschließend entkeimt, meist mit Dampf. Das Ziel ist, Mikroorganismen in der Anlage unschädlich zu machen, damit sie nicht ins nächste Produkt gelangen.

Beläge schützen Keime. Deshalb wirkt SIP nur auf sauberen Oberflächen zuverlässig, und CIP allein ersetzt keine Entkeimung. Erst CIP und SIP zusammen, in dieser Reihenfolge, ergeben eine nachweisbar hygienische Anlage.

CIP und SIP im Vergleich
KriteriumCIPSIP
ZielRückstände und Beläge entfernenKeime in der Anlage inaktivieren
MediumWasser, Lauge, Säuremeist Dampf, je nach Anlage auch chemische Mittel
Reihenfolgezuerstdanach, nur auf gereinigter Anlage
NachweisSauberkeit: Rückstands- und KeimprüfungenTemperatur und Zeit an der kältesten Stelle

02 · CIP

CIP: So läuft die Reinigung in der Anlage ab

Eine CIP-Reinigung folgt einem festen Programm. Die Reihenfolge ist üblich, die Parameter sind es nicht: Sie hängen von Produkt, Verschmutzung und Anlage ab und werden im Validierungsplan festgelegt.

Vorspülen

Wasser spült grobe Produktreste aus und senkt die Belastung für die folgenden Schritte.

Wasser

Alkalische Reinigung

Eine Lauge löst Fette und Eiweiß. Temperatur, Konzentration und Strömung sind auf das Produkt abgestimmt.

Lauge

Zwischenspülen

Klarwasser entfernt die Lauge, bevor eine Säure folgt.

Wasser

Saure Reinigung

Eine Säure löst mineralische Beläge, etwa Kalk. Der Schritt entfällt, wenn solche Beläge nicht zu erwarten sind.

Säure, bei Bedarf

Endspülen

Klarwasser spült den Reiniger aus. Eine Messung, zum Beispiel der Leitfähigkeit des Spülwassers, zeigt, ob das Spülwasser sauber abläuft.

Kontrolle

Desinfektion

Wenn vorgesehen, senkt ein Desinfektionsmittel die Keimzahl auf den gereinigten Flächen. Danach wird erneut gespült.

optional
Ablaufschema einer CIP-Reinigung von Vorspülen über Lauge und Säure bis zum Endspülen
Ablaufschema einer CIP-Reinigung vom Vorspülen bis zum Endspülen

Vier Einflussgrößen bestimmen den Reinigungserfolg, den Sinnerschen Kreis. Fällt eine geringer aus, müssen die anderen ausgleichen. Wird zum Beispiel die Zeit gekürzt, braucht es mehr Mechanik, Wärme oder Chemie.

Temperatur

Wärme löst Fette und beschleunigt die Wirkung des Reinigers.

Mechanik

Strömung, Sprühkugeln und Druck lösen Beläge mechanisch.

Chemie

Lauge, Säure und Zusätze lösen und binden Rückstände.

Zeit

Wirkdauer des Programms. Verkürzen geht nur, wenn die anderen Größen mehr leisten.

03 · SIP

SIP: So läuft die Entkeimung der Anlage ab

Die Entkeimung beginnt erst, wenn die Anlage sauber, leer und geschlossen ist. Dann muss jede Stelle lange genug heiß genug werden, nicht nur die leicht erreichbaren.

Vorbereiten

Die Anlage ist gereinigt und entleert. Entwässerung und Kondensatableiter sind offen, Totstellen sind erfasst.

gereinigt

Dampf einleiten

Dampf verdrängt die Luft. Eingeschlossene Luft ist ein häufiger Fehler, weil sie kalte Nester bildet.

Luft verdrängen

Halten

Die vorgegebene Temperatur wird für die vorgegebene Zeit an der kältesten Stelle gehalten und aufgezeichnet.

kälteste Stelle

Abkühlen unter Schutz

Beim Abkühlen darf kein Unterdruck entstehen, der unsterile Luft ansaugt. Die Anlage bleibt mit gefilterter Luft oder Gas unter Druck.

Rekontamination vermeiden

Freigeben

Die Aufzeichnung wird geprüft, erst dann geht die Anlage in Produktion.

dokumentiert

Dampf kondensiert an kalten Flächen und gibt dabei Wärme ab. Stellen, die nicht durchströmt werden oder an denen Kondensat steht, werden langsamer heiß. Deshalb wird bei CIP und SIP dort gemessen, wo es am kältesten ist, und deshalb gehören Entwässerung und Kondensatableiter in die Planung der Anlage.

Edelstahlrohrleitung mit Dampfarmatur und Kondensatableiter in einer Abfüllanlage (Symbolbild)
Dampfarmatur und Kondensatableiter: Dampfführung ist Teil der Anlagenplanung

Heißes Wasser ist keine SterilisationBei Normaldruck erreicht Wasser nie mehr als seinen Siedepunkt. Dampf unter Überdruck kann heißer sein und gibt beim Kondensieren viel Wärme ab. Heißwasserprogramme senken die Keimzahl und heißen Sanitisierung, nicht Sterilisation. Wer „SIP“ schreibt, sollte Dampf, Temperatur, Haltezeit und Messstelle nennen können. Die Wirkung gilt immer für die Anlage, nicht als Garantie für jeden Behälter.

04 · Pulverlinien

Pulverlinien: wo CIP und SIP nicht passen

CIP setzt geschlossene, nass spülbare Systeme voraus. Pulver und Wasser vertragen sich schlecht, denn Restfeuchte begünstigt Verklumpung und Keimwachstum. Statt CIP kommen trockene oder gezielt nasse Reinigungsschritte zum Einsatz.

Beim Produktwechsel wird nach Aufwand gestuft: Je größer das Risiko durch das Vorprodukt, desto gründlicher die Reinigung. Die Wahl der Stufe richtet sich nach Vorprodukt und Folgeprodukt, nicht nach der Maschine.

Beim Wechsel zwischen Bio und konventioneller Ware ist eine nasse Zwischenreinigung vorgesehen, beim Wechsel zwischen Produkten mit und ohne Allergene eine abschließende Allergenreinigung. Mehr zu den Hauptallergenen und zum Kreuzkontakt: Allergene.

Reinigungsstufen beim Produktwechsel
StufeAnwendungsfall
ohne Zwischenreinigungselbe Sorte, selber Kunde
trockene Zwischenreinigungähnliches Material, selber Kunde
nasse ZwischenreinigungWechsel zwischen Bio und konventionell
Allergenreinigung (abschließend)Wechsel bei Allergenen

Allergenreinigung und Allergenfrei-Deklaration sind zwei DingeDie Reinigung ist eine Maßnahme an der Linie. Die Deklaration ist die schriftliche Bestätigung je Allergen, dass die Produktion frei von diesem Allergen war. Für die Anfrage ist deshalb wichtig, welche Allergene deklariert werden sollen: Ihre Anzahl bestimmt den Aufwand.

CIP und SIP sind typische Verfahren geschlossener Flüssigkeitsanlagen. Für flüssige und pastöse Produkte arbeiten wir mit dem Produktionsverbund zusammen. Welches Reinigungskonzept für Ihr Produkt vorgesehen ist, klären wir vor dem Angebot. Einen Überblick über Verfahren bei Flüssigem gibt der Eintrag Nassabfüllung.

05 · Nachweis

CIP und SIP nachweisen: wie Reinigung und Entkeimung belegt werden

Gereinigt heißt nicht: sauber aussehend. Nachweisen lässt sich nur, was gemessen wird, und jede Methode beantwortet eine andere Frage.

Prüfmethoden und ihre Aussagekraft
MethodeSie zeigtIhre Grenze
Sichtprüfunggrobe Belägedünne Filme und Allergene bleiben unsichtbar
Spülwasser- und Leitfähigkeitsmessungob Reiniger ausgespült sindsagt nichts über Produktreste
ATP-Testorganische Rückstände, schnell vor Ortzeigt weder ein bestimmtes Allergen noch bestimmte Keime
Abklatsch- oder TupferprobeKeimzahl an einer definierten StelleErgebnis erst nach der Bebrütung
Allergen-Schnelltest oder Labortestein bestimmtes Allergenproteingilt nur für das geprüfte Allergen
Temperatur- und Zeitaufzeichnung bei SIPHaltezeit an der kältesten Stellezeigt Wärme, nicht die Keimzahl

Belegt wird mit einem Validierungsplan: Welche Stellen sind kritisch, welche Methode kommt zum Einsatz, wie oft wird geprüft, welcher Grenzwert gilt, wer gibt frei. Die Grenzwerte setzt der Verantwortliche auf Basis seiner Gefahrenanalyse, siehe HACCP. Aufzeichnungen je Charge gehören zur Rückverfolgbarkeit.

06 · Hygienic Design

Was CIP und SIP möglich macht: hygienegerechte Gestaltung

Eine Anlage lässt sich nur reinigen, wenn sie dafür gebaut ist. Wer die Reinigung erst nach dem Bau bedenkt, zahlt später für Umbauten. Deshalb gehören diese fünf Punkte in die Konstruktionsphase. Orientierung geben die Leitlinien der EHEDG.

  • Totraumfreie LeitungenFlansche, Abzweige und Armaturen ohne Taschen, in denen Produkt und Reiniger stehen bleiben.
  • EntleerbarkeitGefälle und tiefste Punkte mit Ablauf, damit nichts stehen bleibt.
  • ErreichbarkeitStrömung in allen Leitungen und Sprühkugeln ohne Schattenzonen in Behältern.
  • Werkstoffe und Dichtungenbeständig gegen Lauge und Säure und, bei SIP, gegen Dampf.
  • MessstellenTemperatur, Durchfluss und Leitfähigkeit dort, wo sie gebraucht werden, auch an der kältesten Stelle.

07 · Regulatorik

Recht und Normen für CIP und SIP

Lebensmittelhygiene

Maßgeblich für CIP und SIP ist die Verordnung (EG) Nr. 852/2004. Sie verlangt in Anhang II, dass Ausrüstung mit Lebensmittelkontakt wirksam gereinigt und erforderlichenfalls desinfiziert wird und so gebaut und aufgestellt ist, dass sich Ausrüstung und Umgebung angemessen reinigen lassen. Dazu kommt das HACCP-Konzept nach Art. 5.

Allergenmanagement

Seit der Änderung durch die Verordnung (EU) 2021/382 enthält Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 auch Anforderungen an das Allergenmanagement. Kennzeichnungspflichtig sind die 14 Hauptallergene der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, siehe Allergene.

Standards und GMP

IFS Food (aktuell Version 8) auditiert Hygiene und Reinigung als Teil des Managementsystems, siehe IFS Food. Für Arzneimittel gilt Anhang 1 des EU-GMP-Leitfadens. Ohne Angabe des Regelwerks ist „GMP“ keine belastbare Aussage: GMP.

Orientierung, keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der amtliche Wortlaut der genannten Rechtsakte und Normen.

08 · Typische Fehler

Fünf typische Fehler bei CIP und SIP

Diese fünf Fehler lassen sich bei CIP und SIP mit wenig Aufwand vermeiden, wenn sie vorher bekannt sind.

  • SIP auf ungereinigter AnlageBeläge schützen Keime, die Entkeimung wirkt dann nicht zuverlässig.
  • Heißwasser als Sterilisation ausgebenHeißwasser sanitisiert, es sterilisiert nicht. Benennen Sie das Verfahren richtig.
  • Totstellen übersehenWas nicht durchströmt oder nicht heiß wird, wird weder gereinigt noch entkeimt.
  • Parameter ungeprüft übernehmenWerte aus Datenblättern oder von fremden Anlagen gelten nicht automatisch für Ihre Anlage und Ihr Produkt.
  • Ohne Nachweis arbeiten„Sieht sauber aus“ ist kein Beleg. Legen Sie Methode und Grenzwert vorher fest.

09 · Entscheidung

Wann braucht es CIP und SIP? Fragen an den Dienstleister

Die Tabelle ordnet typische Situationen ein. Ob und welche Stufe nötig ist, entscheidet am Ende die Gefahrenanalyse des Verantwortlichen.

Diese Fragen helfen im Gespräch mit jedem Lohnabfüller: Welche Anlagenteile lassen sich in der Anlage reinigen? Wie wird die Reinigung validiert? Wie wird mit Allergenen und Bio-Wechseln umgegangen? Wie wird die Entkeimung nachgewiesen? Welche produktabhängigen Rüstzeiten fallen an?

Wann welches Verfahren?
SituationÜblicher Weg
Produktwechsel in einer FlüssigkeitsanlageCIP-Programm mit Kontrolle der Endspülung
Wechsel mit AllergenenAllergenreinigung mit Nachweis je Allergen
Aseptische Linie oder hohes KeimrisikoCIP und anschließend SIP, validiert
Pulverlinietrockene oder nasse Zwischenreinigung nach Stufenmodell
Verdacht auf VerkeimungUrsache klären, dann reinigen, entkeimen und beproben

Reinigung im Projekt?

CIP und SIP, Allergene, Reinigungsnachweis: vorab klären

Schildern Sie uns Produkt, Produktwechsel und Allergene. Innerhalb von 48 Stunden wissen Sie, welche Reinigungsstufen für Ihr Projekt vorgesehen sind.

  • Antwort in 48 Stunden
  • NDA auf Wunsch
  • Allergene vorab geklärt

Diese Angaben beschleunigen Ihr Angebot

Mit diesen Punkten können wir Reinigung und Produktwechsel in der Regel ohne Rückfragen einordnen.

  • Produkt und Zustand: Pulver, Granulat, flüssig oder pastös
  • Allergene im Produkt und im Vorprodukt; welche sollen deklariert werden
  • Wechsel zwischen Bio und konventionell, falls geplant
  • Besondere Reinigungsanforderungen, zum Beispiel intensive Farbe oder starker Geruch des Vorprodukts
  • Gewünschte Nachweise: Prüfprotokolle, Deklaration je Allergen
  • Chargengröße, Auflage und Häufigkeit der Produktwechsel
  • Rohstoff: von Ihnen beigestellt oder von uns beschafft
  • Lieferziel und Wunschtermin

10 · Anfrage

So gelingt Ihre Anfrage in einem Schritt

Je klarer Allergene und Produktwechsel beschrieben sind, desto genauer lässt sich der Reinigungsaufwand einschätzen. Er ist ein Teil der Kalkulation, die wir erst nach Klärung der Eckdaten verbindlich nennen.

Mehr zur Einordnung in unser Leistungsspektrum: Lohnabfüllung bei OH!S.

11 · FAQ

Häufige Fragen zu CIP und SIP

Was bedeuten CIP und SIP?

CIP steht für Cleaning in Place, auf Deutsch Reinigung ohne Demontage: Wasser, Lauge und Säure strömen durch die geschlossene Anlage und entfernen Produktreste und Beläge. SIP steht für Sterilisation in Place, oft auch Steam in Place genannt: Die gereinigte Anlage wird entkeimt, meist mit Dampf. Beide Verfahren brauchen einen Nachweis mit festgelegter Methode und festgelegtem Grenzwert.

Worin unterscheiden sich CIP und SIP?

CIP entfernt Rückstände und Beläge, SIP inaktiviert Keime in der Anlage. CIP kommt zuerst, SIP danach, denn Beläge schützen Keime vor der Entkeimung. Beide Verfahren werden getrennt programmiert, überwacht und nachgewiesen. Wer sie wie ein einziges Verfahren behandelt, hat meist keinen belastbaren Nachweis für einen der beiden Schritte.

Reicht CIP ohne SIP?

Das hängt vom Produkt und vom Haltbarkeitsziel ab. Für viele Anwendungen genügt eine validierte Reinigung, gegebenenfalls mit Desinfektion. Eine Entkeimung mit SIP ist dort üblich, wo Keime im Produkt ungekühlt wachsen könnten, etwa bei aseptischen Linien. Welche Stufe nötig ist, ergibt sich aus der Gefahrenanalyse des Verantwortlichen.

Wird bei Pulverlinien CIP eingesetzt?

In der Regel nicht. CIP setzt geschlossene, nass spülbare Systeme voraus, und Restfeuchte ist in Pulveranlagen ein Risiko. Dort kommen trockene Reinigungsschritte oder gezielte Nassreinigung mit anschließender Trocknung zum Einsatz, beim Allergenwechsel zusätzlich eine abschließende Allergenreinigung. Welche Stufe vorgesehen ist, richtet sich nach Vorprodukt und Folgeprodukt.

Wie lange dauert eine CIP-Reinigung?

Eine Pauschale gibt es nicht. Dauer und Parameter hängen von Anlage, Produkt und Verschmutzungsgrad ab und werden im Validierungsplan festgelegt. Für die Planung zählt auch die produktabhängige Rüstzeit zwischen zwei Produkten. Nennen Sie in der Anfrage deshalb Produktwechsel, Allergene und Chargengröße, dann lässt sich der Aufwand realistisch einschätzen.

Wie wird belegt, dass Allergene entfernt wurden?

Über eine Kombination aus Reinigungsprogramm und Prüfung: spezifische Allergen-Schnelltests oder Labortests, Sichtprüfung und Dokumentation je Charge. ATP-Tests allein genügen nicht, denn sie zeigen organische Rückstände, aber nicht ein bestimmtes Allergen. Die Allergenfrei-Deklaration ist die schriftliche Bestätigung je Allergen, getrennt von der Reinigung selbst.

Bietet OH!S CIP und SIP an?

OH!S weist CIP und SIP nicht als eigene Leistung aus. Beide Verfahren sind typisch für geschlossene Flüssigkeitsanlagen; flüssige und pastöse Produkte laufen im Produktionsverbund. Für Pulver gelten die Reinigungsstufen beim Produktwechsel bis hin zur Allergenreinigung. Welches Reinigungskonzept für Ihr Produkt vorgesehen ist, klären wir vor dem Angebot.

12 · Fazit

Fazit: CIP und SIP nicht in einen Topf werfen

CIP und SIP lösen zwei Probleme: CIP entfernt Rückstände, SIP entkeimt die gereinigte Anlage. Wer CIP und SIP sauber trennt, bekommt belastbare Aussagen statt Schlagwörter. Die Reihenfolge ist fest, und jeder Schritt braucht seinen eigenen Nachweis. Wer beides vermischt, hat meist weder eine belegte Reinigung noch eine belegte Entkeimung.

Bei Pulver gilt eine andere Logik: Statt CIP zählen die Reinigungsstufe beim Produktwechsel und, bei Allergenen, die Allergenreinigung mit Deklaration. Fragen Sie deshalb immer nach Methode, Grenzwert und Aufzeichnung, nicht nur nach dem Verfahrensnamen.

Wenn Reinigung und Produktwechsel Ihr Projekt prägen, schicken Sie uns die Angaben aus der Checkliste. Für den Zusammenhang mit der Abfülltechnik lesen Sie als Nächstes die aseptische Abfüllung.

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Schicken Sie uns Produkt, Format und Menge. Sie bekommen innerhalb von 48 Stunden eine Antwort.

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  2. Antwort in 48 StundenWir melden uns mit einer ersten Einschätzung.
  3. Angebot nach Klärung der EckdatenPreise und Termine nennen wir verbindlich im Angebot.

Rechtlicher HinweisDie hier bereitgestellten Informationen dienen als fachliche Orientierung für Produktentwickler, Einkauf und Geschäftskunden der OH!S GmbH. Sie ersetzen keine Rechtsberatung und keine rechtliche Einzelfallprüfung; maßgeblich ist der amtliche Wortlaut der genannten Rechtsakte und Normen. Für Produktkonformität, Kennzeichnung und Umweltaussagen ist die jeweils nach Gesetz verantwortliche Partei zuständig, in der Regel der Inverkehrbringer. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen auf Basis der genannten Quellen zusammengestellt; eine Haftung für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit wird nicht übernommen.

Quellen

  1. Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene, Art. 5 (HACCP) und Anhang II (u. a. Kapitel V, Anforderungen an Ausrüstung). Stand: 05.10.2026. EUR-Lex, Verordnung 852/2004 (öffnet in neuem Tab)
  2. Verordnung (EU) 2021/382 zur Änderung von Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 (Allergenmanagement, Lebensmittelsicherheitskultur), in Kraft seit 24.03.2021. EUR-Lex, Verordnung 2021/382 (öffnet in neuem Tab)
  3. Codex Alimentarius, Allgemeine Grundsätze der Lebensmittelhygiene (CXC 1-1969), Revision 2020. Stand: 25.09.2020. FAO/Codex (öffnet in neuem Tab)
  4. IFS Food Standard Version 8 (April 2023, für Audits verpflichtend seit 01.01.2024). Stand: 05.10.2026. IFS (öffnet in neuem Tab)
  5. European Hygienic Engineering and Design Group (EHEDG): Leitlinien zu hygienegerechter Gestaltung und Reinigbarkeit von Anlagen. Stand: 05.10.2026. EHEDG (öffnet in neuem Tab)
  6. EU-Kommission: EU-GMP-Leitfaden (EudraLex Band 4) mit Anhang 1 zur Herstellung steriler Arzneimittel. Stand: 05.10.2026. EU-Kommission (öffnet in neuem Tab)

Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 09.05.2025 Erstveröffentlichung · 05.10.2026 vollständig überarbeitet: CIP und SIP als zwei getrennte Verfahren erklärt, Bild- und Entwurfsreste entfernt, unbelegte Prozesswerte und Fallstudien gestrichen, Grenzen bei Pulverlinien, Nachweismethoden und Anfrage-Checkliste ergänzt.

Sam W. Pack · Fach- und Blogstimme der OH!S GmbH

Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.

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