Verpackungslexikon · Kartonagen & Wellpappe
1-wellig (auch einwellig) heißt Wellpappe mit genau einer Wellenbahn: drei Papierlagen aus glatter Außendecke, gewellter Mittellage und glatter Innendecke. Die Welle hält die Decken auf Abstand und macht die dünne Platte steif und stoßdämpfend. Als Grundbauform für Versand- und Umkartons trägt sie leichte bis mittelschwere Ware; bei hoher Last oder Stapelhöhe kommen 2-wellige Sorten infrage.
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01 · Definition
1-wellig ist die einfachste Bauart der Wellpappe: eine gewellte Lage zwischen zwei glatten Papieren. Aus ihr entstehen die meisten Versand- und Umkartons.
Eine einwellige Platte besteht aus drei Papierlagen: Außendecke, gewellter Mittellage und Innendecke. Die Welle hält die Decken auf Abstand, die Luft in den Wellentälern dämpft Stöße, und die Wellenform stützt gegen Druck. So ist die Platte steifer als dasselbe Papier flach verbaut.
Die Zahl im Namen zählt die Wellenbahnen, nicht die Lagen: 1-wellig heißt eine Wellenbahn und damit drei Lagen. Die Vergleichsseiten sind 2-wellig mit fünf und 3-wellig mit sieben Lagen. Den Überblick über alle Bauarten und Wellen gibt der Eintrag Wellpappe.

02 · Lagenaufbau
Bei 1-wellig hat jede Lage eine Rolle. Wer sie kennt, versteht, warum Papierwahl und Wellenart den Karton prägen.
Sie trägt den Druck und schützt die Platte. Als Kraftliner verwendet man laut Fachseiten ein Papier mit mindestens 80 % Frischfasern und hoher Berst- und Reißfestigkeit. Als Testliner besteht sie aus Altpapier.
Die gewellte Mittellage hält die Decken auf Abstand und trägt in Wellenrichtung, also in den senkrecht stehenden Wellenkanälen. Als Wellenstoff besteht sie meist aus Recyclingfasern, als Halbzellstoff-Wellenpapier aus Frischfasern.
Sie liegt an der Ware und schließt die Platte. Bei Kartons für Lebensmittel steht hier die Frage, ob Papier und Klebstoff für den vorgesehenen Kontakt geeignet sind.
| Papier | Herkunft | Lage in der Platte | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Kraftliner | laut Fachseiten mindestens 80 % Frischfasern | Außen- und Innendecke | hohe Berst- und Reißfestigkeit |
| Testliner | aus Altpapier | Außen- und Innendecke | Qualitäten T1 bis T3 |
| Wellenstoff | meist Recyclingfasern | Welle | auch als leichtes Wellenstoff (LWM) geführt |
| Halbzellstoff-Wellenpapier | überwiegend Frischfasern | Welle | höherwertige Wellenlage |
Papiersorten laut Fachseiten und CEPI-Liste der Wellpappenrohpapiere. Eine Angabe wie KL135 / Ws90 / TL120 nennt die Flächengewichte der Lagen: 135 g/m² Kraftliner, 90 g/m² Wellenstoff, 120 g/m² Testliner.
Hergestellt wird die Platte in der Wellpappenanlage: Das Wellenpapier wird unter Wärme, Dampf und Druck zwischen profilierten Walzen geformt, die Wellenspitzen werden mit Stärkeleim an die Decke geklebt. Aus der Platte entstehen Kartons nach einer Bauform, die der Code im Eintrag FEFCO beschreibt.
03 · Wellenarten
Auch 1-wellig gibt es mit verschiedenen Wellen. Die Wahl entscheidet über Polsterung, Wanddicke und Druckbild.
| Welle | Wellenhöhe | Wellenteilung | Wellen je Meter | Rolle bei 1-wellig |
|---|---|---|---|---|
| E-Welle | 1,0–1,9 mm | 2,6–3,5 mm | rund 286–385 | glatte Fläche für Druck, Schachteln und Displays, kaum Polsterung |
| B-Welle | 2,2–3,1 mm | 4,8–6,5 mm | rund 154–208 | flach und bedruckbar, Baustein vieler Versandkartons |
| C-Welle | 3,1–4,0 mm | 6,5–7,9 mm | rund 127–154 | Allrounder mit guter Polsterung und Stabilität |
| A-Welle | 4,0–5,0 mm | 7,9–10,0 mm | rund 100–127 | stärkste Polsterung, dicke Wand, als einzelne Welle seltener |
Klassengrenzen, keine Produktwerte. Wellen je Meter = 1.000 ÷ Wellenteilung in mm. Die Zahlen je Fuß aus US-Datenblättern sind keine Meterwerte; die Umrechnung steht im Eintrag Wellpappe.
Die Reihenfolge nach Wellenhöhe lautet A, C, B, E. Der Buchstabe ist ein Name, keine Güteklasse: Die C-Welle liegt zwischen A- und B-Welle, und eine bessere Welle gibt es nicht, nur eine passende.
Fachseiten ordnen die B-Welle als Klassiker für Versandkartons ein, die C-Welle als Allrounder. Für einen bedruckten Karton oder ein Display fällt die Wahl eher auf die E-Welle. Wer mehr Stabilität bei feiner Oberfläche braucht, kombiniert Wellen 2-wellig, etwa als EB-Welle.

04 · Anwendung
Typisch für Sets aus Beuteln, Dosen und Gläsern: Die schwerste Komponente bestimmt das Gewicht, die leichteste das Volumen. Ein Karton, der für Beutel genügt, kann für dieselbe Stückzahl gefüllter Dosen oder Gläser zu schwach sein. Bei 1-wellig lohnt deshalb der Blick auf das Gewicht je Karton, bevor Wellenart und Maße feststehen.
Die Bauform des Kartons ist eine zweite Entscheidung. Sie folgt dem Packprozess, nicht dem Material, und wird mit einer vierstelligen Nummer benannt. Für 1-wellig kommen dieselben Bauformen infrage wie für dickere Sorten.

Der häufigste Einsatz: Standardkartons mit Klappen (0201), vorgeklebte Kartons mit Automatikboden (0713) und Postkartons wie 0427. Für leichte bis mittelschwere Ware wie Beutel, Dosen und Sets reicht oft 1-wellig. Die Rolle des Kartons beschreiben die Einträge Versandverpackung und Umverpackung.
Mit feiner Welle entstehen bedruckte Schachteln, Trays und Aufsteller. Mehr dazu im Eintrag Displays und Aufsteller. Von der Faltschachtel aus Vollkarton ist die Wellpappschachtel zu unterscheiden.
Flache Platten trennen Lagen in größeren Kartons, stabilisieren Stapel auf der Palette oder polstern Produkte in Einlagen. Der Karton selbst wird so entlastet, das Füllgut bleibt in der Position.
05 · Entscheidung
Ob 1-wellig genügt, entscheidet das Zusammenspiel aus Gewicht, Stapelhöhe, Weg und Lagerung. Die Tabelle ordnet die häufigsten Fälle ein; sie ist eine Orientierung, keine Freigabe.
| Situation | 1-wellig? | Naheliegende Alternative |
|---|---|---|
| Leichte bis mittelschwere Ware wie Beutel, Dosen und Sets, kurze Wege, wenig Umschlag | Ja, meist B- oder C-Welle | B-Welle für flache Wand, C-Welle für mehr Polsterung |
| Bedruckter Karton, Display oder Schachtel | Ja, mit feiner Welle | E-Welle, bei mehr Last EB |
| Schwere Ware, hohe Palettenstapel, lange Lagerung | Meist nein | 2-wellig, etwa BC-Welle |
| Sperrige, stoßempfindliche Ware | Wand polstert allein oft nicht genug | A- oder C-Welle, Einlagen oder 2-wellige Sorte |
| Lange Wege, viele Umschlagpunkte, Export | Eher nein | 2-wellig, bei sehr hoher Last 3-wellig |
| Feuchte Lagerung oder wechselndes Klima | Nur mit Prüfwert unter diesem Klima | BCT-Wert für das Lagerklima vom Hersteller |
Typische FehlwahlAm häufigsten wird 1-wellig nach dem Eigengewicht des Kartons gewählt statt nach der Last auf dem untersten Karton. Danach folgen ein zu großer Karton, der Füllmaterial braucht, und die Wellenwahl nach Optik. Füllmaterial zählt ab 2030 zum Leerraum, den die PPWR begrenzt.
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06 · Gewicht und Palette
Ein Rechenbeispiel zeigt, wie schnell die Last wächst. Wiegt jeder gefüllte Karton 8 kg und stehen sechs Lagen übereinander, trägt der unterste die fünf Kartons über sich, also 40 kg. Das entspricht einer Gewichtskraft von rund 0,39 kN.
Der Stapelstauchwiderstand BCT des fertigen Kartons wird nach ISO 12048 in N oder kN angegeben. Er muss deutlich über der Last liegen. Welcher Abstand angemessen ist, hängt von Lagerdauer, Klima und Ladungssicherung ab und gehört in die Spezifikation mit dem Kartonhersteller.
| Lagen auf der Palette | Kartons über dem untersten | Last | Gewichtskraft |
|---|---|---|---|
| 3 | 2 | 16 kg | ca. 0,16 kN |
| 6 | 5 | 40 kg | ca. 0,39 kN |
| 8 | 7 | 56 kg | ca. 0,55 kN |
Gehen Ihre Produkte als Set oder Multipack in einen Versandkarton, gehört das zur Konfektionierung und zum Co-Packing. Dazu zählt laut unserer Leistungsbeschreibung auch die zusätzliche Sammel- und Transportverpackung.
07 · Recycling
Wellpappe wird überwiegend im Altpapierkreislauf verwertet. Das ist keine Eigenschaft jedes Kartons: Es kommt auf Beschichtung, Klebstoff, Druck und Verschmutzung an.
Gebrauchte Wellpappe gehört zur Altpapiersorte 1.05 (alte Wellpappenverpackungen) nach EN 643. Der Code PAP 20 nach Entscheidung 97/129/EG kennzeichnet Wellpappe und ist in Deutschland freiwillig. Der VDW nennt für das Material eine Recyclingquote von über 95 %, eine Branchenzahl und keine Aussage über einen einzelnen Karton.
Wachs-, Paraffin-, Bitumen- und Ölpapiere gehören nicht ins Altpapier. Kunststoffbeschichtungen wie PE verhindern die Trennung der Fasern und werden bei der Aufbereitung als Reject abgetrennt. Klebebänder und Fremdstoffe sind vor der Entsorgung zu entfernen.
Keine PauschalaussagenAussagen wie „100 % recyclingfähig“, „biologisch abbaubar“ oder „umweltfreundlich“ sind für Wellpappe nicht belegbar und seit dem 27. September 2026 nach der Richtlinie (EU) 2024/825 problematisch. Auch die Recyclingquote des Materials gehört nicht als Eigenschaft auf einen konkreten Karton. Nennen Sie stattdessen die Papierqualität. Mehr in den Einträgen Umweltaussagen und Recyclingfähigkeit.
Bei 1-wellig wie bei mehrwelligen Sorten entscheidet nicht die Lagenzahl über die Verwertung. Weniger Material spart man mit einem passend dimensionierten Karton, nicht mit einer anderen Wellenart. Eine Recyclingklasse sagen wir für keinen Karton zu: Die Leistungsstufen A bis C der PPWR gelten frühestens ab dem 1. Januar 2030, die Bewertungsmethode legt die EU bis zum 1. Januar 2028 fest.
08 · Regulatorik
Für 1-wellig gelten keine Sonderregeln. Maßgeblich ist, wie der Karton verwendet wird: als Transportverpackung, als E-Commerce-Verpackung oder als Verkaufsverpackung.
Ein Karton für Online-Bestellungen ist nach der PPWR eine E-Commerce-Verpackung, ein Unterfall der Transportverpackung. Die Abgrenzung erklärt der Eintrag Versandverpackung.
Transport- und E-Commerce-Verpackungen dürfen nach Art. 24 PPWR höchstens 50 % Leerraum haben, frühestens ab dem 1. Januar 2030. Füllmaterial wie Papier oder Luftpolster zählt zum Leerraum.
Die Summe aus Blei, Cadmium, Quecksilber und sechswertigem Chrom darf nach Art. 5 PPWR 100 mg/kg nicht überschreiten, einschließlich Druckfarben, Lacken und Klebstoffen. Der Kartonhersteller liefert Materialaufbau und Nachweise.
Kommt eine Wellpappe mit Lebensmitteln in Berührung, gilt für Papier und Karton kein EU-Einzelrecht. Grundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004, Beurteilungsgrundlage die BfR-Empfehlung XXXVI. Mehr im Eintrag Lebensmittelkontaktmaterialien.
Mit diesen Punkten können wir Ihr Projekt in der Regel ohne Rückfragen einordnen.
09 · Anfrage
Nennen Sie uns, was Sie über Ihren Karton wissen, und was noch offen ist. Das gilt auch, wenn Sie nur wissen, dass der Karton 1-wellig sein soll, und noch keine Maße haben.
Beigestellte Verpackungen sollten mit Materialaufbau und Nachweisen vor Produktionsstart vorliegen. Dann lassen sich Wellenwahl, Außenmaß und Lagenbild gemeinsam prüfen. Eine Orientierung für die Angaben bietet der Eintrag Verpackungsspezifikation.
10 · FAQ
1-wellig oder einwellig heißt, dass die Wellpappe genau eine gewellte Lage hat. Die Platte besteht aus drei Papierlagen: glatte Außendecke, gewellte Mittellage und glatte Innendecke. Die Zahl im Namen zählt die Wellenbahnen, nicht die Lagen. Allgemein hat Wellpappe bei n Wellenbahnen 2n + 1 Papierlagen, also drei bei einer, fünf bei zwei und sieben bei drei Wellenbahnen. Im Englischen heißt die Bauart single wall.
Zweiwellige Wellpappe hat zwei Wellenbahnen und drei Decken, insgesamt fünf Lagen, und ist dicker, schwerer und in der Regel höher belastbar. 1-wellig ist dünner und leichter, braucht weniger Material und lässt sich feiner bedrucken. Welche Bauart passt, entscheiden Gewicht je Karton, Stapelhöhe, Lagerdauer und der geprüfte Stapelstauchwiderstand des fertigen Kartons, nicht die Lagenzahl allein.
Üblich sind die B-Welle (Feinwelle), die C-Welle (Mittelwelle) und die E-Welle (Feinstwelle). Die A-Welle als alleinige Welle ist nach Fachseiten heute seltener. Die B-Welle ist flach und gut bedruckbar, die C-Welle gilt als Allrounder für Versandkartons, die E-Welle liefert eine glatte Fläche für Verkaufsverpackungen und Displays, polstert aber kaum. Der Buchstabe nennt die Form der Welle, keinen Rang.
Die Dicke ergibt sich aus der Wellenhöhe plus den beiden Deckenpapieren. Fachseiten nennen für einwellige Wellpappe etwa 3 bis 5 mm, für zweiwellige BC-Wellpappe etwa 6 bis 7 mm. Feine Wellen wie die E-Welle liegen darunter, die A-Welle darüber. Für Kartonmaße zählt die Wanddicke doppelt, denn jedes Außenmaß hat zwei Wände. Lassen Sie sich das Außenmaß vom Kartonhersteller ausweisen.
Einen allgemeingültigen Wert gibt es nicht. Händlerseiten nennen grobe Faustregeln mit abweichenden Zahlen, die weder Norm noch Garantie sind. Entscheidend ist der Stapelstauchwiderstand des fertigen Kartons nach ISO 12048, abhängig von Papier, Wellenart, Kartonform, Maßen und Klima. Rechnen Sie die Last auf dem untersten Karton aus und fordern Sie den BCT mit Prüfbedingungen an.
Ja. Je feiner die Welle, desto glatter die Außendecke und desto besser das Druckbild. Für Markenauftritt eignen sich daher meist E- und B-Welle, für einfache Kennzeichnung wie Sorte, Menge oder Versandhinweise auch gröbere Wellen. Klären Sie Druckverfahren, Farben und Etikettenfläche vorab mit dem Kartonhersteller, auch wegen der Schwermetallgrenze für Druckfarben.
Wellpappe besteht überwiegend aus Papierfasern und wird im Altpapierkreislauf verwertet. Ob ein konkreter Karton recyclingfähig ist, hängt aber von Beschichtung, Klebstoffen, Druck und Verschmutzung ab, nicht von der Zahl der Lagen. Wachs-, Paraffin- und Bitumenpapiere gehören nicht ins Altpapier, Kunststoffbeschichtungen werden bei der Aufbereitung als Reject abgetrennt. Pauschale Aussagen wie 100 Prozent recyclingfähig sind nicht belegbar.
11 · Fazit
1-wellig heißt drei Lagen und eine Wellenbahn. Die Platte ist leicht, dünn und gut bedruckbar und reicht für leichte bis mittelschwere Ware auf kurzen Wegen. Welche Welle steckt, bestimmt Polsterung und Druckbild: B für flache Wände, C als Allrounder, E für die glatte Fläche.
Bei hohen Palettenstapeln, langer Lagerung und schweren Gläsern oder Dosen genügt die Lagenzahl allein nicht. Rechnen Sie die Last auf dem untersten Karton aus, verlangen Sie den BCT des fertigen Kartons und verzichten Sie auf pauschale Umweltaussagen. Als Nächstes lesen Sie, wie 2-wellige Wellpappe mit fünf Lagen darauf antwortet, im Eintrag 2-wellig.
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Rechts- und Quellenstand: Oktober 2026. Änderungen: 01.05.2025 Erstveröffentlichung · 05.10.2026 vollständig überarbeitet: Wellentabelle korrigiert (E-Welle), unbelegte Umweltaussagen und Schrenz-Angaben entfernt, Lagenlogik, Entscheidungshilfe, Rechenbeispiele zu Gewicht und Last, Recycling differenziert, Anfrage-Checkliste neu.
Sam W. Pack · Fach- und Blogstimme der OH!S GmbH
Das offene Geheimnis: Hinter Sam steckt kein einzelner Mensch, sondern unser gesamtes OH!S-Team – über 30 Jahre Verpackungskompetenz, gebündelt in einer ehrlichen Stimme. Mehr davon im Schnack&Pack-Blog.
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